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Landratsamt prüft Zulässigkeit

Karwendelbahn: Wieder eine verbotene Lichter-Show?

Mittenwald - Das Karwendel leuchtet wieder – mal grün, mal blau, mal rot. Ob das alles rechtens ist, wird derzeit vom Landratsamt geprüft. Damit wiederholt sich dasselbe Spektakel, das bereits Ende 2015 behördlicherseits streng untersagt worden ist.

 Lichter-Show, die Zweite – in grellen Farben leuchtet es derzeit in den Abendstunden wieder aus 2244 Metern herab auf Mittenwald. Wie Augenzeugen übereinstimmend berichten, geht die Disco-Beleuchtung nun aber nicht vom Naturinformationszentrum, sondern von der benachbarten Karwendelbahn-Bergstation aus.

Diejenigen, die diese erneute Illumination im Naturschutzgebiet veranlasst haben, gehen offenbar davon aus, dass dies völlig legitim ist. „Wie kommen Sie darauf, dass dies verboten sein sollte?“ Mit diesem einen Satz beantwortete der aktuelle Vorstand der Karwendelbahn AG, Patrick Kenntner, eine entsprechende Anfrage des Tagblatts. Immerhin: ein Lebenszeichen von der Unternehmensführung.

Eine offizielle Genehmigung bei der Unteren Naturschutzbehörde scheinen Kenntner und Co. offenbar nicht eingeholt zu haben. „Aufgrund Ihrer Mitteilung wird das Landratsamt nunmehr den Sachverhalt aufklären und die Rechtslage prüfen“, bestätigt Stephan Scharf, Sprecher der Kreisbehörde, gegenüber dem Tagblatt.

Auch bei der ersten Lichter-Show an der Karwendelröhre vor knapp einem Jahr wurde das Landratsamt vor vollendete Tatsachen gestellt. Damals ein grober Verstoß gegen behördliche Vorgaben. Ratzfatz mussten die Karwendelbahn-Chefs ihre fragwürdige Beleuchtung wieder abbauen. Denn, so teilte seinerzeit Landratsamtssprecherin Franziska Klein mit: „Im Bescheid zum Bauantrag des Natur-Informationszentrums ist geregelt, dass das Bauwerk weder angestrahlt werden darf, noch Lichtquellen vom Gebäude ausgehen und in die Umgebung strahlen dürfen.“ Hintergrund seien „bekannte Störwirkungen“ auf die Tierwelt (Vögel, Insekten, Fledermäuse etc.). „Diese Auflage entspricht auch einer entsprechenden Forderung der Höheren Naturschutzbehörde zur Eingriffsminimierung.“ Ein Bußgeld wegen dieser Zuwider-Handlung wurde vor zehn Monaten vom Landratsamt nicht erhoben. Man beließ es beim erhobenen Zeigefinger.

Nun also versuchen es Kenntner und Co. aufs Neue. Die Lichtquelle ist nur unwesentlich von der alten entfernt. Vom Tal aus ist das natürlich schwer zu sehen. Für das Landratsamt ist die aktuelle Beleuchtung nicht so eindeutig zu betrachten wie im Falle der Karwendelröhre. Dort steht alles, wie bereits erwähnt, schwarz auf weiß in den Bauvorgaben. Bei Licht-Offensive zwei muss erst in diversen Bestimmungen geblättert werden. „Zu klären wäre insbesondere, ob es sich um eine temporäre Beleuchtung handelt beziehungsweise zu welchem Zweck sie erfolgt“, beschreibt Scharf das weitere Prozedere.

Einem Menschen, der eins und eins zusammenzählen kann, wäre es allerdings schwer zu vermitteln, dass der Vogel-und-Fledermaus-Passus nicht auch unterhalb der Karwendelbahn-Berggaststätte gelten sollte.

Schnürer Christof

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