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Nimmt an diesem Wochenende wieder den Betrieb auf: die Karwendelbahn.

Interessante Mitteilung

Karwendelbahn: 70 Euro pro Aktie geboten

Mittenwald - Die Schlammschlacht zwischen den beiden Hauptaktionären der Mittenwalder Karwendelbahn geht weiter. Jetzt meldet sich der Vorstand der Konsortium AG zu Wort.

Die Informationsoffensive des Bürgermeisters bringt nun auch die ansonsten medienscheuen Vertreter der Konsortium AG in Bewegung. Dessen Vorstand Patrick Kenntner hat zum Wochenende gleich zwei Presse-Mitteilungen zum Dauerthema Karwendelbahn in Umlauf gebracht. Darin erneuert er die massive Kritik an Rathauschef Adolf Hornsteiner und dessen Vize Gerhard Schöner (beide CSU). „Nunmehr sind die Gemeinderäte gefordert, dem Treiben dieser zwei Herren ein Ende zu setzen und die Vorgänge im Rathaus in Mittenwald zu hinterfragen“, poltert der Statthalter des vorbestraften Unternehmers Wolfgang W. R., der nach außen hin immer noch als der starke Mann der Karwendelbahn auftritt, obwohl längst ein Löschungsverfahren vor dem Registergericht München wegen seiner rechtskräftigen Verurteilung läuft.

Dessen rechte Hand Kenntner feuert aber nicht nur Breitseiten gegen die politisch Verantwortlichen ab. In einer Presse-Info der Konsortium AG, die rund 45 Prozent der Karwendelbahn-Anteile hält, nennt er völlig überraschend Details von Verhandlungen mit der Gemeinde – ihr gehören als zweitgrößte Aktionärin etwa 32 Prozent der Wertpapiere – bezüglich einer Aktien-Übernahme. „Um eine Eskalation zu vermeiden, haben wir dem Markt Mittenwald angeboten, die Aktien der Karwendelbahn zum Preis von 70,00 Euro je Aktie vom Markt Mittenwald zu erwerben.“ Ein Handel, auf den sich die Kommune offenbar nicht eingelassen hat. Die Offerte der Konsortium AG ist insofern beachtlich, weil dieses Unternehmen wiederum vor einiger Zeit der Marktgemeinde ihr Aktienpaket zu deutlich höheren Konditionen feilgeboten haben soll. Wie aus gut informierten Kreisen kolportiert wird, soll es sich dabei um etwa 150 Euro gehandelt haben.

Die Dauerfehde zwischen der Investoren-Gruppe aus Heidenheim und dem Markt Mittenwald nimmt immer schärfere Formen an. Immerhin: Kenntner teilt weiter mit, dass die Karwendelbahn an diesem Samstag wieder Fahrt aufnimmt. Das schien aufgrund des Hickhacks lange Zeit fraglich – nicht aber für Bürgermeister Hornsteiner. „Wir haben in unseren Pressemitteilungen immer darauf hingewiesen, dass wir keine Anhaltspunkte dafür haben, die einer Betriebsaufnahme entgegenstehen.“ Bemerkenswert findet es Hornsteiner zudem, dass bereits während der Frühjahrsrevision am 22. April eine Hochzeit auf dem Karwendel stattgefunden haben soll. Des Weiteren liegen dem Standesamt bereits 28 weitere Termine in der Sommersaison vor. Alles Indizien für den Bürgermeister, dass ein regelmäßiger Bahnbetrieb gewährleistet ist.

Doch die Schlammschlacht zwischen den beiden Hauptaktionären wird weitergehen – soviel ist sicher. Denn laut Kenntner geht es der Gemeinde darum, „die Karwendelbahn zu ruinieren, um anschließend die Bahn günstig übernehmen zu können“.

Interessant in diesem Zusammenhang: Der eigentliche Vorstand der Karwendelbahn, eine gewisse Aniko K., überlässt die Verbalattacken aus ihrem Stall wieder einem anderen. csc

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