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Die ganze Familie im Einsatz: Klement Neuner mit seinen Kindern.

Rinder ziehen aufgekranzt durch den Ort

Trotz Regen! Krüner Almabtrieb und Bauernmarkt ein Besuchermagnet

Krün - Regen, Regen und nochmals Regen: Beim Rinderabtrieb und Bauernmarkt in Krün spielte das Wetter heuer nicht mit. Trotzdem spannten über 2000 Besucher lieber ihre Schirme auf, als die Traditionsveranstaltungen zu verpassen.

4.45 Uhr: Die späteren Besucher des Almabtriebs in Krün drehen sich nochmal im warmen Bett herum. Auf der Heimweide hinter dem Sportplatz dagegen ist Alois Kramer schon voll im Einsatz und verpasst den Tieren den Kopfschmuck. „Damit fühlt sich die Kuh wie ein König und will die anderen vertreiben“, sagt der Vorsitzende der Weidegenossen. Zehn Minuten später hat sie sich daran gewöhnt. „Dann wird sie friedlich.“ Und ist bereit für ihren großen Empfang, wenn sie durch den Ort stolziert. Ein tierisches Spektakel der Extraklasse. Heuer wurde der Almabtrieb samt Bauermarkt zum zehnten Mal organisiert. Über 2000 Schaulustige kamen – ausgerüstet mit Regenschirmen und wahrscheinlich besser ausgeschlafen als manch anderer.

Sicher, es gibt Schöneres, als in aller Herrgottsfrüh im Regen zu stehen. Doch das Wetter spielt für Kramer und Co. keine große Rolle. Die Arbeit muss gemacht werden. Mitgeholfen hat diesmal auch der 14-jährige Sebastian Simon. „Wir hatten drei Kälber auf der Finz-Alm“, sagt er. Oft hat er sie mit einem Spezl besucht. Für den Schmuck der Kühe war seine Oma Christa Simon zuständig. Die beiden sind das perfekte Gespann, denn Enkel Sebastian hat diesen der Oma in der Früh auf die Heimweide gebracht. Später durfte er eins der Tiere selbst an den Zuschauern vorbeiführen – wie ein Profi.

Das ist auch Bürgermeister Thomas Schwarzenberger bei der Moderation, wenn er über die Historie und Bedeutung des Abtriebs informiert. „Das ist mehr als nur eine Attraktion für Touristen“, sagte er via Lautsprecher, während Wiesmahd-Leut’ und Ochsengespann durch die Ortsmitte zogen. „Der Almabtrieb ist ein Dankfest der Bauern und Hirten, die froh sind, dass der Almsommer zu Ende und Mensch und Vieh gesund im Tal sind.“

Der Kopfschmuck ist ein Indiz dafür, dass die Tiere den Sommer wohlauf überstanden haben. So wie dieses Jahr. Um 139 Tiere hatte sich Gemeindehirte Max Kriner auf der Krüner- und Brandlalm gekümmert. „Durch den Regen ist das Gras gut gewachsen und es gab genügend Futter, erzählt er. Auch kam keins der Rinder zu Schaden, und die einheimischen Bäuerinnen konnten sich ans Werk machen. Sie fertigten die Blumenpracht für die Köpfe. Eine aufwendige Arbeit, die der Rathauschef zu schätzen weiß. Er holte die Frauen im Festzelt auf die Bühne und überreichte unter Beifall Geschenkkörbe. Eine Auszeichnung ging auch an die Josef und Barbara Heiß. Ihr Kalb wurde nach Losentscheid unter drei gleichwertigen Tieren mit er besten Oberlinie durch Losfee Steffi Reindl neue Almkönigin.

Krüner Festtage: Bilder vom Almsommer mit dem Abtrieb der Rinder

Nein, der Regen konnte in Krün niemandem die Laune vermiesen. Weder den Besuchern des Almabtriebs, noch den Gästen des traditionellen Bauernmarktes, den der Touristikverein wieder auf die Beine gestellt hat. Kein Wunder. Das Angebot bestach durch seine Vielfalt. Heiß begehrt war zum Beispiel das originelle Deko-Material aus Tannenholz und Rinde von Hans Schwarzenberger. „Ich habe alles in unserer Zimmerei mit der Bandsäge ausgeschnitten und durch Schleifen verfeinert“, schildert er seine Vorgehensweise. Blickfang für viele war vor allem eine riesige in der Isar gefundene angeschwemmte Baumwurzel. Trachtenschals, Loops und bedruckte Wärmflaschen gab es bei Waltraud und Peter Altwickler. „Unsere Gäste schätzen diesen Markt mit seiner traditionellen Handwerkskunst“, sagt der jetzt in Starnberg lebende ehemalige Mittenwalder. Ihm ist auch etwas aufgefallen. „Wir beobachten besonders viele Wiederholungskäufer.“

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