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So könnte es aussehen: das geplante Luxushotel in Mittenwald.

Wochen der Wahrheit in Mittenwald

Luxushotel: Offenbarung am 30. September

Mittenwald - Mittenwald fiebert dem 30. September entgegen. Dann müssen sich die Berliner Projektplaner in Sachen Vier-Sterne-Hotel offenbaren. 

In Mittenwald kursierte zuletzt ein Gerücht. Demzufolge soll Mittenwalds Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU) mit den Berliner Hotelplanern Berrendorf mit einem Gläschen Sekt angestoßen haben. Auf ein Happyend bei der langwierigen Suche nach einem Betreiber beziehungsweise Investoren? Solche Geschichten möchte der Rathauschef momentan nicht kommentieren. Überhaupt hält sich Hornsteiner zehn Tage vor Ablauf der Frist, die man den Berrendorfs im Frühjahr gewährt hatte, wohlweislich zurück. „Es bleibt spannend.“ Mehr gibt es von ihm in dieser hochpolitischen Angelegenheit nicht zu hören. Doch die jüngste Vergangenheit mit all den Spekulationen (Hotel) und Schlammschlachten (Karwendelbahn) haben Substanz gekostet. Das Gemeindeoberhaupt drückt es so aus: „Klar, die vergangenen Wochen waren sehr intensiv für den Bürgermeister und den Menschen Hornsteiner.“

Denn es gibt einige im Ort, die hinter vorgehaltener Hand meinen, der Rathauschef sei der Totengräber der Karwendelbahn und des Karwendelbads, das bekanntlich am 6. November geschlossen wird. Das dem Bürgermeister anzulasten, „da liegt man schief“, ergreift Gemeinderat Rudi Rauch (SPD) Partei für Hornsteiner. „Das alles sind doch unabwägbare Dinge.“

Fakt ist jedenfalls: Am 30. September weiß der Gemeinderat, ob mit der ID-Projektentwicklungsgesellschaft der Berrendorfs in puncto Hotel weiter gerechnet werden darf. Falls nicht – und das glauben inzwischen viele im Ort –, „müssen wir sofort rangehen, um einen Plan B zu schmieden“, verdeutlicht Rauch. Allgemein bezeichnet der Senior in der Volksvertretung die Stimmung in der Bevölkerung als „sehr angespannt“. „Die nächsten drei Monate werden auf alle Fälle sehr interessant werden.“

Die wichtigsten Eckdaten in dieser Phase: 30. September (Berrendorf-Offenbarung), 19. Oktober (Bürgerversammlung) und Ende Oktober (Hauptversammlung der Karwendelbahn). Dazwischen womöglich hitzige Debatten im Marktgemeinderat. Denn unabhängig vom Hotel soll ein Grundsatzvotum zum Standort eines künftigen neuen Hallenbads her – das zumindest fordern die Freien Wähler. „Ich möchte dazu einen Beschluss haben“, unterstreicht deren Fraktionssprecher Georg Seitz. Auch er findet aktuell im Ort „die Stimmung nicht gut, überall wirst angeredet“. Doch beim Hotel ist bei allen die Antwort die gleiche: Abwarten bis zum 30. September. „Das ist die rote Linie“, meint Rauch. Von da an wisse man, wohin die Reise geht. Dann herrscht für alle Klarheit. Möglicherweise müsse dann aufgrund anderer Prioritäten die geplante Dreifach-Sporthalle „noch ein paar Jährchen warten“.

So etwas hört einer gar nicht gerne: Stephan Schmitz von der Bürgervereinigung (BV), der seit jeher leidenschaftlicher Befürworter einer großzügigen Sporthalle auf dem Schulgelände ist. Doch die Front bröckelt. Selbst Schmitz sieht sich mittlerweile als „letzten Mohikaner“ bei diesem Millionen-Projekt. Mehr denn je hofft Schmitz deshalb auf die Unterstützung des Bürgermeisters und der CSU-Fraktion.

Beim Thema Hallenbad-Neubau, das die Freien Wähler zum Glaubensbekenntnis erhoben haben, besteht laut BV-Sprecher Schmitz überhaupt kein Handlungsbedarf. Getreu dem Motto: Ein moderner und mobiler Gast kann auch woanders zum Schwimmen gehen. Die wenigsten hätten in der Vergangenheit Mittenwald wegen seines schönen Schwimmbads gebucht. Aber vielleicht, schränkt Schmitz ein, solle man den Bürger dazu befragen. Kontroverse Themen in einem stürmischen Herbst.

Christof Schnürer

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