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Seit über elf Jahren sein angestammter Platz: Polizeichef Michael Weber an seinem Schreibtisch.

Auf der beruflichen Zielgeraden

Mittenwalder Polizeichef feiert Runden

Mittenwald - Seit mehr als 43 Jahren ist Michael Weber im Dienst. Nun wird er 60. Noch zehn Monate trennen ihn von seiner Pension.

Es wird an diesem Wochenende sein letzter Schafabtrieb in Mittenwald sein, den er als Polizist begleitet. „Das macht scho a bissl traurig“, gesteht Michael Weber mit unverkennbar fränkischem Zungenschlag. Ja, der gebürtige Wernecker (bei Schweinfurt) hat sich regelrecht in die Karwendelgemeinde verliebt, als es ihn 1976 als „Grenzer“ dorthin verschlug. An diesem Samstag feiert der Dienststellenleiter seinen 60. Geburtstag.

Die bayerische Kultur mit ihrem Brauchtum und die malerische Bergwelt faszinierte ihn von Beginn an. Das alles, wie auch den Isartaler Almherbst, erlebt er heuer zum letzten Mal in Uniform. „Das wird mir jetzt erst so richtig klar.“ Denn 2017 im Juli – kurz vor dem Bozner Markt – geht es für den Mittenwalder Polizeichef in Rente.

Der am 10. September 1956 in Unterfranken geborene Spross einer Schreinerfamilie – neun Geschwister – wusste früh, was mal aus ihm werden soll. „Wir spielten schließlich schon als Kinder Räuber und Gendarm“, scherzt er. Den Sheriff-Stern von damals hat er nie mehr abgelegt.

1973 begann er als Praktikant bei der Polizei in Schwarzforst. Nach nur einem Jahr war Weber sicher, seinen Traumjob gefunden zu haben und begann 1974 seine allgemeine Polizeiausbildung in Würzburg. Nach seinem Abschluss drei Jahre später wurde er als Passkontrollbeamter an der Grenze bei Scharnitz eingesetzt. „Ich kannte Mittenwald bereits, mein Bruder war bei den Gebirgsjägern“, erinnert sich Weber. Als die Grenzkontrollen wegen des Schengener Abkommens abgeschafft wurden, ging’s für Weber kurze Zeit zu den Murnauer Schleierfahndern (1998 bis 2000). Zuvor jedoch hatte sich der eifrige Polizist hoch gearbeitet. So absolvierte er von 1983 bis 85 die Weiterbildung zum gehobenen Dienst in Fürstenfeldbruck. Dann zog es ihn in die PI Garmisch-Partenkirchen, wo er im Jahr 2000 zum stellvertretenden Inspektionsleiter aufstieg.

„2005 kam ich dann endlich wieder nach Mittenwald“, berichtet Weber, der den Posten am 1. Februar offiziell von Alfred Holzer übernahm. Da war der Ort „schon lange meine Heimat“. Seit elf Jahren lenkt er nun die Geschicke der Isartaler Dienststelle. Langweilig wurde es Weber nie. Doch wie in so vielen anderen Berufen grassiert auch in der PI Mittenwald immer mehr die Bürokratie. Oder wie es Weber ausdrückt: „Die Arbeit am Schreibtisch nimmt immer mehr Raum ein.“

Den Mittenwalder an sich schätzt er stets als sehr respektvoll ein. „Ich glaube, die groben Beleidigungen und Übergriffe beschränken sich auf den städtischen Bereich.“ Irgendwo ist das Obere Isartal halt doch noch eine Insel der Seligen, was auch die jährlichen Statistiken zur Sicherheitslage belegen.

Ob der ehemalige Grenzer glaubt, dass aufgrund der aktuellen Flüchtlingswelle nun wieder verschärft Kontrollen etwa bei Scharnitz sinnvoll wären? „Da muss ich als Polizeichef neutral bleiben“, meint er – gewohnt zurückhaltend. In die Karten hat sich der vorsichtige Michael Weber nie schauen lassen. Doch er kann sich noch gut an die letzte Migrationskrise in den 1990ern während des Jugoslawien-Kriegs erinnern. „Damals hatte es aber bei weiten nicht die Ausmaße wie heute.“

Schluss ist für den zweifachen Vater mit 60 noch nicht. Eine neue Dienstverordnung hat das Rentenalter für Beamte nach oben geschraubt. „Der Jahrgang 1956 muss noch zehn Monate länger im Dienst bleiben.“ Doch wenn er das geschafft hat, wird er seinen beiden Hobbys – Bergsteigen und Fahrradfahren – voll und ganz frönen können. Zudem überlegt der leidenschaftliche Camper, sich wieder „einen VW-Bus zu kaufen“, um damit durchs Land zu ziehen.

Josef Hornsteiner

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