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Planen eine Studienreise nach China: Geigenbaulehrer Stephan Fürst (hinten l.) und seine Schüler (vorne v. l.) Elisabeth Hingerl (Obing), Anna Kalcher (Graz), Anna Bendl (München), (hinten ab 2. v. l.) Ludwig Döring (Berlin), Lydia Barkowsky (Usedom), Vincent Geer (Schnaittach), Jonathan Magerl (Lüneburg) und Jan Geiger (Bonn).

Geigenbauschule reist nach Fernost

Anschauungsunterricht in China

Mittenwald - Bei der Instrumenten-Herstellung nimmt der asiatische Markt eine immer wichtigere Rolle ein. Mittenwalder Geigenbauschüler machen sich davon selbst ein Bild.

Die Welt wird immer globaler. Auch was traditionelle Handwerkskunst betrifft. Etwa beim Geigenbau, wie Dr. Frederik Habel weiß. „Der asiatische Markt spielt seit zwei Jahren eine große Rolle bei der Herstellung von Streichinstrumenten“, erklärt der Leiter der Staatlichen Musikinstrumentenbauschule in Mittenwald. „Dies betrifft jedoch nicht den professionellen, sondern den mittleren und gehobenen Schüler-Instrumentenbereich.“

Deshalb befürwortetet Habel die großen Pläne, die einer seiner Lehrer für den kommenden Mai hat. Dann will Stephan Fürst mit acht seiner Schützlinge aus dem fünften Semester nach China reisen. Vermittelt hat den Kontakt zur Geigenbauschule in Shanghai und den anschließenden Besuch des Internationalen Geigenbauwettbewerbs in Peking ein Verwandter des Schülers Vincent Geer aus Schnaittach. Sein Onkel Jens Geer ist nämlich Geigenbauer, arbeitet normalerweise in München – öfters aber auch für die Firma Shanghai Strings in Fernost. „Er ist befreundet mit dem am dortigen Konservatorium arbeitenden Professor Tian-Reng Hua.“ Der renommierte asiatische Geigenbauer ist Vize-Präsident der Vereinigung Chinesischer Musikinstrumenten-Industrie und Übersetzer des bekannten Stradivari-Buches vom Deutschen ins Chinesische. „Und er hat im Namen des Direktors vom Konservatorium die Einladung ausgesprochen“, erzählt der Neffe.

Aus einer ersten Idee wurden dann konkrete Pläne. Die Studienreise soll nun vom 30. April bis 9. Mai stattfinden. Als guten Anschauungsunterricht bezeichnet Lehrer Fürst die besondere Klassenfahrt, die auch einen Abstecher in einer Bogenbaufabrik in Suzhou, eine Tempelbesichtigung, ein Konzert und den Besuch einer Geigenfabrik in Peking beinhaltet. „Wir können die Fabrikationsmethoden in China nicht ignorieren“, betont Fürst. „Deshalb wollen wir auch einmal die andere Seite des Geigenbaus kennenlernen. Den Schülern wird dieses Wissen in ihrem Beruf sicher hilfreich sein.“ Anna Kalcher glaubt zum Beispiel, „dass wir in China eine vollkommen andere Denkweise und ein anderes Musikverständnis kennenlernen werden“. Wie ihre Kameraden freut sie sich auf die Reise – die mit rund 1000 Euro aber natürlich einiges kostet. Einen Zuschuss über 1400 Euro hat schon mal die Pirazzi-Stiftung des weltweit bekannten Saitenfabrikanten zugesagt. Außerdem wird auf auf weitere Sponsoren gehofft.

Für diese haben die Schüler ein besonderes Angebot: Sie würden T-Shirts mit deren Logo mitnehmen, eine Gemeinschaftsgeige für diese Unterstützer bauen und nach ihrer Rückkehr einen Vortragsabend über die Reise organisieren. Wolfgang Kunz

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