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Gespenstische Atmosphäre: Die Beatbulls sorgen im alten Kinosaal des Gasthofs Alpenrose für eine gruselige Show. Im Gegenlicht der Scheinwerfer steht Sänger Jonny Tooth am Mikrofon.

Rock on the Rocks bei Mittnacht

Mittenwald mutiert zur Partybühne

Mittenwald - Die achte Mittenwalder Mittnacht hat wieder viele Partyfreunde angelockt. Und zum ersten Mal seit Jahren hat es der Wettergott gut mit den Veranstaltern gemeint.

Rupert Reggels Plan ist diesmal aufgegangen. „Der Wettergott hat darauf gewartet, dass wir die Mittnacht Ende Juli machen“, meint der Initiator. Heuer wollte er ihm ein Schnippchen schlagen. Mit der Verlegung auf Anfang des Monats war ihm das auch gelungen. Die achte Mittenwalder Mittnacht war am Samstag von Sonnenschein und warmen Temperaturen geprägt. Diese genoss Reggel, als er kurz im Wildkaffee im Bahnhofsgebäude Rast machte. Aufmerksam hört er den Klängen von „Strawanza“ zu, die mit rockigen und blues-lastigen Balladen eine überschaubare Menge unterhielten. „Die Veranstaltungen nehmen immer mehr ab“, resümiert Reggel im Hinblick auf die aus seiner Sicht leider stagnierenden Gästezahlen. Nicht nur in Mittenwald, wie der erfahrene Veranstalter (Kulturnacht Murnau, GAP Live Night) weiß. „Das ist eine allgemeine Entwicklung.“

Denn am Samstagabend hat soweit eigentlich alles gepasst. Eine laue Sommernacht lud zum Verweilen im Obermarkt bei der Band „RoxxDoxx“ ein. Der Gruppe, welche die vergangenen drei Male im „Alt Mittenwald“ auftrat, hatte das Wetter voll in die Hände gespielt. Bis zum letzten Lied war der Obermarkt voll, von Jung bis Alt tanzten und sangen viele mit. „Super Stimmung“, bringt es Sänger Willi Augustin Schütz auf den Punkt.

Wer es gruseliger wollte, ging in den alten Kinosaal hinter dem Gasthaus Alpenrose. Mit viel Nebel, Spinnweben und Lichteffekten sorgten die „Beatbulls“ dort für Furore. Plötzlich erklangen Gitarrentöne aus dem Martina-Glagow-Park. Dort, wo eigentlich keine Band eingeplant war. Ein Pärchen mittleren Alters saß auf einer Bank, der Mann spielte Gitarre und sang bekannte Lieder von Udo Jürgens – zur Freude der Kinder, die um ihn herum mitsangen. Im „Alt Mittenwald“ war zur gleichen Zeit die Bude voll. Die bayerische „Bressbäänd“ unterhielt mit einer Art moderner Blasmusik. Daneben, im Gasthof Stern, hat Wirtin Christl Veit ihre beiden Publikumsmagneten eingesetzt. Peter Reindl und Toni Sponsel alias „Mia zwoa“ zogen zahlreiche Stammgäste in den Biergarten. Dort wurde bereits ab 18 Uhr geklatscht und gesungen, was das Zeug hielt. „Sie kommen einfach super an“, resümiert Veit. Ruhigere Töne wurden hingegen im Fasl-Beck angeschlagen. „Blues & More“ aus Peißenberg lieferten Klassiker aus den 60er, 70er und 80er Jahren.

Einer der Bekanntesten der Mittnacht war in der Südtiroler Stube zu Gast. Der Münchner Hanse Schoierer dürfte den meisten durch seinen Wiesn-Hit „Haberfeldtreiber“ ein Begriff sein. Dass er ein recht ruhiges Gemüt hat, zeigte er bei längeren Pausen zwischen seinen Auftritten. Da trank er gemütlich ein Bier im Hinterhof und unterhielt sich mit den Gästen. „Schade dass meine Frau heute nicht dabei sein kann“, bedauerte er. „Sie liebt die Berge“ – und es wäre die erste gemeinsame Reise in den Geigenbauort für die beiden gewesen.

Im „Wildfang“ spielte der preisgekrönte Liedermacher Erik Berthold. Auf fast „200 Auftritte“ kommt er im Jahr, den Mittenwaldern dürfte er als Frontmann der Gruppe „Peace-Maker“ bekannt sein. In der Braustube des Postkellers gaben dann noch die fünf Musiker der Gruppe „The Milestones“ ihr breites Repertoire zum Besten. Für all jene, die letztlich immer noch nicht genug hatten, ging es noch hinab in die Diskothek „Collage“. Dort gab es von den „Musiktieren“ noch kräftig was auf die Ohren.

Trotz sinkender Teilnehmerzahlen war die achte Mittenwalder Mittnacht mit seinen zehn Bands dennoch ein Erfolg für Reggel. Nächstes Jahr will er wieder Anfang Juli als Termin ins Visier nehmen – auch wenn kurz danach das Großereignis Bozner Markt ins Haus steht. Aber auch er weiß, dass die Isartaler einfach gerne feiern.

Josef Hornsteiner

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