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Blühende Landschaften: Das Gelände an der Isar steht künftig unter noch strengerem Schutz.

Ein ungeliebtes Kind: Natura 2000

FFH - drei Buchstaben mit Sprengkraft

Oberes Isartal - Im Oberen Isartal ist Natura 2000 ein Reizthema. „Wir haben allergrößte Bauschmerzen“, bringt es Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler (CSU) auf den Punkt. 

Seit der Jahrtausendwende müssen sich Kommunalpolitiker sowie Land- und Fortswirte mit dem EU-Projekt Natura 2000 herumschlagen. Die Skepsis gegenüber den sogenannten Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Richtlinien, die den Schutz besonderer Arten sichern sollen. war schon vor 16 Jahren groß. „Ich hoffe, ich habe jetzt nicht zum Landfriedensbruch aufgerufen“, meinte etwa im Mai 2000 der Wallgauer Hans Baur. Der damalige Geschäftsführer des Bayerischen Waldbesitzerverbandes zog seinerzeit im Postkeller mächtig über das Projekt her. Worte wie Enteignung und Entrechtung der Bürger machten von Anfang an die Runde bei der aufgeschreckten Isartaler Bevölkerung.

Und die Stimmung heute ist trotz vieler Gespräche nicht besser geworden. „Wir haben allergrößte Bauchschmerzen“, spricht Wallgaus Bürgermeister Hansjörg Zahler das aus, was viele in Mittenwald, Krün und Wallgau denken. „Wir sind nicht begeistert von dem Verfahren und von dem, was noch kommt“, ergänzt ein nicht minder skeptischer Krüner Amtskollege Thomas Schwarzenberger (CSU).

Denn eines hat sich offenkundig erfüllt: Im Einzelfall wird es bei der Umsetzung der strengen Naturschutzvorgaben zu Einschränkungen für den Grundstückseigentümer kommen. „Das sind tief eingreifende Sachverhalte“, redet Zahler nicht lange um den heißen Brei. Die Isartaler sind deshalb nicht nur desillusioniert, sondern richtig wütend. „Das kann ich auch zu 100 Prozent verstehen“, meint Hans Feist, Sachbearbeiter beim zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Holzkirchen. Da sei nicht nur einiges „falsch kommunziert“ worden. „Da wurde extrem viel Vertrauen zerstört.“

Kommende Woche, wenn der Management-Plan-Entwurf zunächst in Mittenwald, später dann in Wallgau präsentiert wird, wird sich der Verwaltungsmann von der Basis einiges anhören dürfen. „Dessen sind wir uns auch bewusst, und das sind wir auch gewohnt.“

Noch heißer könnten die angepeilten Runde Tische in den betroffenen Gemeinden verlaufen, die vor Inkrafttreten des Management-Plans (Anfang 2017) gegen Ende des Jahres stattfinden sollen.

Schwarzenberger jedenfalls sieht in dem Regelwerk einen weiteren Fall von Bürokratismus und Regulierungswut. „Für die Grundstücksbesitzer macht es alles nur noch teurer, schwieriger und einiges sogar unmöglich.“

Wenn die strittigen FFH-Richtlinien über den Management-Plan zu 100 Prozent umgesetzt werden, dann wird auch die Kiesentnahme in der Isar, dessen Bett und Flussufer hauptsächlich von dem sogenannten Verschlechterungsverbot betroffen sind, deutlich schwieriger – glaubt zumindest der in dieser Hinsicht ohnehin geplagte Wallgauer Bürgermeister. Doch diese Arbeiten sind zum Schutz des Trinkwasserbrunnens an der Auhütte zwingend erforderlich, wie die Erfahrungen der vergangenen Jahre nicht nur einmal gezeigt haben. Künftig werden solche Ausbaggerungen nur noch unter wissenschaftlicher Baubegleitung ablaufen können, unkt Zahler. Das kostet Nerven und Geld. „Ein echtes Dilemma.“

Vorfreude auf Natura 2000 sieht anders aus.

Christof Schnürer

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