Wasser ade: Eon beginnt am Wochenende damit, den Isarüberleitungskanal zu leeren.
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Wasser ade: Eon beginnt am Wochenende damit, den Isarüberleitungskanal zu leeren.

Reißverschlüsse kommen ins Spiel

Phase zwei der Isarkanal-Sanierung beginnt

Mittenwald - Kein Wasser, keine Fische:  Der Stromriese Eon startet am Wochenende mit Phase zwei der großen Sanierung des Isarüberleitungskanals. Ein Abschnitt, bei dem eine innovative Technik angewandt wird.

Ob ihn die Bürger mögen oder nicht, der Isarüberleitungskanal gehört seit mehr als 90 Jahren zum Ortsbild von Wallgau und Krün. Er zwackt Wasser von der Isar ab, das in das Obernach-Kraftwerk eingespeist wird. Zumindest war das bisher so. Denn in den kommenden Wochen verschwindet das Wasser, die Trockenzeit bricht aus. Der Strom- und Gasanbieter Eon beginnt in der Nacht auf Sonntag, 30. August, den Kanal zu entleeren. Mit diesem Schritt läutet das Unternehmen die Phase zwei des rund Fünf-Millionen-Euro-Projekts, die umfassende Sanierung vom Krüner Wehr bis zum Stollen in Wallgau, ein.

Der Stromriese hat seine Hausaufgaben gemacht. Die vorbereitenden Maßnahmen wie die Verbesserung der Standfestigkeit im Bereich der Volksschule Krün sind seit vergangenen Herbst beendet.  Jetzt steht die Innenauskleidung des Kanals im Fokus. Denn an der nagte der Zahn der Zeit. 80 Fachleute bessern kleinere Schäden aus, ersetzen Platten und bringen neue Dichtungen an.

Für letzteres Vorhaben kommt auf dem ersten Kanalkilometer eine innovative Methode zum Einsatz, die laut Eon-Sprecher im Bereich Wasserkraft, Theodoros Reumschüssel, schon am Mittleren-Isar-Kanal nördlich von München erfolgreich umgesetzt wurde. Eine mit „sehr sehr breiten“ Textilmatten. Diese verbindet man schließlich mit Reißverschlüssen und füllt jede einzelne mit zirka 60 Kubikmeter Beton. „So schmiegen sie sich richtig an den Untergrund“, sagt Reumschüssel. Wie ein Wasserbett an den menschlichen Körper. Nur eben ohne auch nur eine minimale Lücke. Hundertprozentig dicht.

Nasse Füße bekommen Eon und die Fachkräfte in keinster Weise. Um die Pläne umzusetzen, muss das Wasser im Kanal weichen. „Das ist eine simple Angelegenheit“, sagt der Sprecher. „Wir fahren die Wassermenge langsam runter.“ Im Laufe des Sonntags ist es weg – und fließt bis voraussichtlich Ende September im natürlichen Bett der Isar weiter. Um 25 Kubikmeter pro Sekunde wächst der Fluß dann an. Der Pegel steigt. Auf diesen Umstand weisen an den betroffenen Parkplätzen Hinweistafeln hin. Auch für Tiere im Kanal besteht keine Gefahr. Die Fischereivereine holen diese rechtzeitig am Sonntag aus dem Wasser.

Nur das Obernach-Kraftwerk bleibt auf dem Trockenen sitzen. „In dieser Zeit gibt es dort einen Erzeugungsausfall, das ist klar“, räumt der Eon-Sprecher ein. Das Unternehmen packt gleichzeitig noch einen weiteren Punkt an. Nachdem die Dammkrone für technisch sinnvollere Betriebswege erweitert wurde, widmen sich die Bauarbeiter auch dem Finzbachdüker: Dort werden die Einlaufrechen erneuert.

Während der künstliche Isarverlauf eine Schönheitskur verpasst bekommt, könnte es für die Bürger nicht ganz so angenehm werden. Etwa 20 bis 30 Lastkraftwagen sind für die zweite Phase im Einsatz. Die Eingriffe am Kanal dauern in der Regel montags bis freitags von 7.30 Uhr bis 22 Uhr, samstags bis 20 Uhr. Doch Eon ist bemüht, die Belastung so gering wie möglich zu halten. Störungsintensive Arbeiten sollen bis 20 Uhr abgeschlossen sein. In Ausnahmefällen werden Reumschüssel zufolge die Anwohner aber informiert.

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