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Die neue Hütte liegt schräg gegenüber des alten Baus und ist deutlich größer. Von Juli bis September wohnt dort die Hirtenfamilie Heßler.

Alte Hütte war nicht mehr zeitgemäß

Neue Seinsalm ist fertig - Einweihung steht bevor

Mittenwald - Zwei Jahre sind vergangen, zwei Jahre voller Arbeit für die Mittenwalder Forst- und Weidegenossen. Sie haben in Eigenregie die neue Seinsalm errichtet. Größer, wohnlicher, zeitgemäßer. Nächsten Montag wird sie eingeweiht.

Der Termin an Maria Himmelfahrt passt gut zum Anlass. Ein Feiertag für eine Feierstunde. Die Forst- und Weidegenossenschaft Mittenwald weiht nach zweijähriger Bauzeit am Montag, 15. August, die neu errichtete Seinsalm ein – das Sommerdomizil von Hirte Franz Heßler und seiner Schwester Rosi.

Die beiden, die dort im Juli und September einige Wochen wohnen werden, dürfen sich freuen – auf mehr Platz und Moderne. Die alte Hütte vor der Bundeswehrschießanlage am Isarhorn war nicht mehr zeitgemäß, sagt Vorsitzender Peter Reindl. Die letzten Umbaumaßnahmen liegen bereits etwa 40 Jahre zurück. Es gab nur einen Wohnraum. „Das war einfach zu wenig.“

Jetzt will man der Hirtenfamilie, in deren Obhut sich seit mehr als 45 Jahren das Almvieh der Ried-, Seins- und Brandlalm befindet, mehr Komfort bieten. Küche, Stube und Schlafzimmer in angemessener Größe stehen nun zur Verfügung. Der Vorteil am Neubau, der schräg gegenüber der alten Hütte auf der westlichen Straßenseite steht, ist der Standort. Die Hütte liegt nun nicht mehr im Naturschutzgebiet.

Weidegenossen-Chef Reindl ist stolz auf das, was sein Team auf die Beine gestellt hat. „Die Leute müssen auch mitziehen und tatkräftig mit anpacken“, betont er. Nur so war es möglich, dieses Projekt zu schultern. Viele Stunden haben Mitglieder und Helfer in diesen Neubau gesteckt und ein Prunkstück unter den Almhütten geschaffen.

Zwar ist dieser Bau nagelneu, die Geschichte der Seinsalm geht aber weit zurück. Nach historischen Unterlagen wurde bereits vor über 100 Jahren in dem Gebiet ein Almgebäude mit der Bezeichnung „Ochsenhütte“ erwähnt, die aber eher nördlich stand. Sie bekam den Namen, weil sie früher der Niederleger der Feldern- und Schlagalm war, auf denen in erster Linie Ochsen aufgetrieben wurden. Zum letzten Mal weideten dort 1959 Tiere, ehe der Viehtrieb neu geregelt wurde. Jetzt hütet die Hirtenfamilie Heßler in dem Gebiet 180 Kälber, Jungrinder und Kühe. Und wenn die Arbeit getan ist, dann wartet ein kleines bisschen Erholung in ihrem Sommerzuhause, der neuen Seinsalm.

Die Einweihung

findet am Montag, 15. August, statt. Die Messfeier mit anschließender Segnung des Gebäudes durch Pfarrer Michael Wehrsdorf beginnt um 11 Uhr und wird vom Mittenwalder Ausschußgsang musikalisch umrahmt. Danach sorgt die 85-er Jahrgangsmusi für Unterhaltung. Um das leibliche Wohl kümmern sich die Mitglieder der Forst- und Weidegenossenschaft sowie die Landfrauen und die Hirtenfamilie Heßler.

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