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Aktiv-Urlauber werden auch in der Alpenwelt Karwendel ein immer wichtigeres Klientel unter den Gästen. 

Touristik-Chefin wünscht sich Hotels

Gute Zahlen für die Alpenwelt Karwendel

Mittenwald - Rundum positiv verlief der Start in die Sommersaison bei der Alpenwelt Karwendel: Doch immer mehr Betten fallen weg . . .

Eigentlich könnte Sabrina Blandau mit den Zahlen für das erste Halbjahr 2016 ganz zufrieden sein. Summasummarum gab es eine Steigerung bei den Ankünften als auch bei den Übernachtungen. Und dennoch ist die Stimmung der Alpenwelt-Karwendel-Geschäftsführerin ein wenig getrübt. „Die Entwicklung ist positiv“, sagt sie. „Aber nicht so positiv wie in anderen Orten.“

Die Tourismus-Expertin kennt die Gründe und sieht sich und ihr Team "vor einer großen Herausforderung". Es ist ein bestimmter Trend, der Blandau missfällt, den sie aber nicht wirklich aufhalten kann. „Viele Betten fallen weg“, betont sie. Aktueller Stand: insgesamt 7400 – in allen drei Gemeinden. Tendenz sinkend. Waren es in Mittenwald Anfang der 1990er Jahre noch um die 6000 Betten, schlagen 2015 nur noch rund 4300 in der Statistik auf. „Wir haben allein dort in den vergangenen zehn Jahren 14 Prozent verloren“, macht Blandau deutlich. Und man sei noch nicht an der Talsohle angekommen, prognostiziert sie.

Die Zahlen lügen nicht und auch die Ursache ist nicht zu leugnen: „Es gibt altersbedingte Veränderungen.“ Heißt konkret: Die Betreiber hören auf oder vermieten nur noch an Stammgäste, ehe sie schließen. Dieses Thema „beschäftigt uns stark“. Soll sich im Isartal an dieser Situation etwas ändern, gibt es für Blandau nur einen Lösungsweg. „Wir brauchen dringend Hotels.“

Deshalb unterschreibt die Touristikerin die Plädoyers von Bürgermeister Adolf Hornsteiner (CSU), der diese Notwendigkeit stets akzentuiert. Die Pläne für das Hotel Latscheneck begrüßt sie, aber auch ihr Blick richtet sich gespannt auf den 30. September, den Stichtag in Sachen Vier-Sterne-Superior Hotel. Wie berichtet, läuft bis zu diesem Tag die Frist für die Berliner Projektplaner, die Familie Berrendorf.

Große Häuser anzusiedeln, wäre also ein wichtiger Schritt. Denn der Durchschnitt lag Ende 2015 bei rund acht Betten pro Betrieb. Weniger als 20 Prozent davon entfallen in der Alpenwelt Karwendel auf Hotels (inklusive Garni), in Mittenwald sogar nur 15 Prozent. Demgegenüber stehen Ferienwohnungen (50 Prozent) und Privatvermieter (7 Prozent). Nicht die beste Struktur, denn sie überträgt sich auf die Übernachtungen. „Die Nachfrage im Hotelsegment kann nicht befriedigt werden“, erklärt Blandau. Vor allem in der Nebensaison, die stark vom Wetter abhängig ist. Gäste mit Wellness-Ambitionen, Gruppen, Tagungen oder Großveranstaltungen können ohne Hotels nicht bedient werden.

Das vorhandene Angebot entspricht auch nicht den Trends. Zum einen reservieren Urlauber ihre Zimmer vermehrt online. Doch nur wenige der Betriebe in der Alpenwelt Karwendel können auf diesem Weg gebucht werden. Zum anderen sinkt die Aufenthaltsdauer. Derzeit liegt sie im Schnitt bei zwei bis vier Tagen. Ferienwohnungen allerdings hätten zwar eine größere Anzahl an Betten, vermieten in der Regel aber erst ab einer Woche. Ohnehin: Wer ins Hotel will, sucht ein Hotel. Findet er kein Angebot, daraus macht Blandau keinen Hehl, geht er der Region im schlechtesten Fall verloren.

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