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Das teuerste Straßenbauprojekt in Tirol ist die Scharnitzer Umfahrung, deren Bau auf 34 Millionen Euro angesetzt ist. 

Tunnel trägt während Bauphase besonderen Namen

Umfahrung Scharnitz: Offizieller Startschuss für den Tunnelbau

Scharnitz - Das Ende der Blechlawinen ist in Sicht: Die Bohrungen für den Porta-Claudia-Tunnel haben begonnen. Bis Ende 2018 soll die komplette Umfahrung fertig sein. 

Mit einer emotionalen Anschlagfeier hat nun offiziell die Bohrung für den Porta-Claudia-Tunnel im Tiroler Grenzort Scharnitz begonnen. Der exakt 959 Meter lange Tunnel wird das Herzstück des Mammutprojekts Umfahrung bilden. „Der Durchschlag ist noch vor Weihnachten geplant“, bestätigt Bürgermeisterin Isabella Blaha. Bis Ende 2018 soll die komplette Umfahrung dann fertig gestellt sein. Die Kosten belaufen sich auf 34 Millionen Euro, 19 Millionen verschlingt alleine das Tunnelprojekt. Die Umfahrung ist somit momentan das größte Straßenbauprojekt Tirols.

Langersehnter Moment: Bürgermeisterin Isabella Blaha (3.v.l.) und Tunnelpatin Anneliese Vonmetz (5.v.l.) mit Vertretern von Ämtern und Baufirma.

Der Tunnel beginnt im Süden am Areal des ehemaligen Sportplatzes mit einem 236 Meter langen Abschnitt in offener Bauweise. Es folgt eine 672 Meter lange geschlossene Tunnelstrecke, die im bergmännischen Vortrieb ausgebrochen wird. „Insgesamt werden 65 000 Kubikmeter Fels bewegt“, erläutert Projektleiter Matthias Aschaber vom Land Tirol. Im Norden endet der Tunnel mit einem 51 Meter langen offenen Abschnitt kurz vor dem Isarufer im Nahbereich der Festung Porta Claudia.

Durch die Umfahrung erhoffen sich die Bewohner eine deutliche Verbesserung der Verkehrslage im Grenzort. Im Schnitt rollen momentan rund 7000 Pkw täglich durch das kleine Dorf. „An Spitzentagen sind es bis zu 18 000 Autos“, weiß Blaha. Vor allem zur Ferienzeit, wenn die Autokolonnen sich Richtung Süden schlängeln. Auf diesen Tag der Anschlagfeier hätte „Scharnitz lange gewartet“, betonte die Bürgermeisterin. Wenn die Umfahrung einmal fertig ist, soll nur noch ein Viertel des heutigen Verkehrs durch das Ortszentrum fahren. Jahrelange Diskussionen und Planungen sind der Entscheidung für die Umfahrung vorausgegangen.

Besonders anrührend war die Rede von Tunnelpatin Anneliese Vonmetz, die die Arbeiten mit einer symbolischen Sprengung eröffnete. Der Tunnel wird während der Bauzeit ihren Namen tragen: „Für mich ist das ein ganz besonderer Moment. Ich stehe hier für meinen Mann und meine Tochter.“ Ihr Mann Bernhard, ehemals Vizebürgermeister, ist Ende 2014 gemeinsam mit seiner Tochter bei einer Bergtour tödlich verunglückt. Vonmetz galt als vehementer Kämpfer für die neue Straße.

Josef Hornsteiner

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