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Birgt Konfliktstoff: Der alte Bolzplatz mit seiner Flutlichtanlage wird auch als Parkplatz benutzt.

Vorschlag der Fraktion "Mehr bewegen"

Alter Bolzplatz in Murnauer Bucht: Parkplätze statt Fußball

Murnau - Die Zukunft der Murnauer Bucht als Bade- und Freizeitgelände ist ein Dauerbrenner in der Ortspolitik. Jetzt flammt das Thema erneut auf: Die Fraktion „Mehr bewegen“ meldet sich mit einem Antrag zu Wort, der auf die „Entschärfung eines Problembereichs“ abzielt.

Die Gruppe schlägt vor, den alten Bolzplatz in eine reine Parkfläche umzuwandeln – und dafür den Fußballbetrieb samt Flutlichtanlage zu verlegen. Die jetzige Situation scheint in der Tat nicht ideal zu sein: Denn der von der Marktgemeinde gepachtete Bolzplatz, der zwischen der Freiwiese am Staffelsee und der Minigolf-Anlage liegt, wird gleich mehrfach genutzt: Die TSV-Kicker und Hobbysportler spielen darauf, in den Sommerferien gastiert dort der Zirkus des Kreisjugendrings – und vor allem in der Saison wird die Wiese als Parkplatz verwendet. Eine Situation, die reichlich Konfliktstoff birgt.

 „Das sind keine Zustände. Da kann man nicht länger zuschauen“, ärgert sich Alexander Weinhart, Sprecher der „Mehr bewegen“-Fraktion. Die Kraftfahrzeuge hinterließen gerade bei schlechter Witterung deutliche Spuren im Boden – was eine „erhebliche Verletzungsgefahr“ für die Sportler darstelle. Besonders kritisch seien spät abfahrende Parker, die, wenn der Jugendtrainingsbetrieb bereits begonnen hat, „durch rücksichtslose Fahrweise die spielenden Kinder gefährden. Allein dieser Zustand ist nicht akzeptabel.“ Aus Sicht des Steuerzahlers sei es ferner „völlig unsinnig“, jedes Jahr zig tausend Euro für die Sanierung aufzubringen, argumentiert Weinhart, der zugleich TSV-Vorsitzender ist, in dem besagten Antrag. „Mehr bewegen“ schlägt daher vor: Die Fußballer räumen den Bolzplatz und trainieren nur noch auf dem benachbarten Rasenplatz. Allerdings müsste dann, das ist der Haken, dieser ebenfalls mit Flutlichtmasten ausgestattet werden. Vielleicht, so Weinhart, könne man Teile der alten Anlage mitnehmen. Die Kosten für eine neue schätzt er grob auf 30 000 bis 40 000 Euro. Den Bolzplatz könnte man aufkiesen und ganzjährig als Parkplatz – und vorübergehend als Standort für den Kinderzirkus – einsetzen. „Mehr bewegen“ will Gas geben: Die Gruppe stellt sich vor, dass die Kosten für das Vorhaben bereits im Haushalt 2017 eingestellt werden.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hält den Ansatz von „Mehr bewegen“ für „allgemeinen Konsens“ im Gemeinderat. Dies habe sich im Juni bei einem Workshop zum Thema Murnauer Bucht gezeigt. Die Verwaltung sei schon dabei, das Ganze zu prüfen. „Wenn das machbar und bezahlbar ist, können wir das so machen“, sagt der Rathauschef. Wichtig sei, dass die Anwohner durch das Flutlicht möglichst wenig beeinträchtigt werden. Beuting glaubt jedoch nicht, dass sich durch die Aktion die mitunter angespannte Parkplatzsituation lösen lässt. Die Badegäste müssten seiner Ansicht nach auch mal bereit sein, den Staffelsee mit dem Radl oder zu Fuß anzusteuern.

Der Bolzplatz ist aber eigentlich nur ein Randthema. Der dicke Brocken, die städtebauliche Entwicklung der gesamten Bucht, steht noch an. Seit Jahren wird darüber diskutiert, wie der nur wenige hundert Meter lange Uferabschnitt mitsamt den gemeindlichen Anlagen attraktiver gestaltet werden kann. Beispielsweise ist immer wieder die Idee, eine Sauna zu bauen, zu hören. In dem Workshop der Ortspolitik wurden erste Vorstellungen ausgetauscht. Allerdings gibt es ein ganzes Bündel an offenen Fragen, was etwa den Badebetrieb, die Infrastruktur, die Gastronomie und die Erschließung angeht. Beuting geht davon aus, dass das Kommunalparlament in den nächsten Jahren einen Rahmenplan erarbeiten wird. Er selbst, so der ÖDP-Mann, könnte sich ein Naturbad mit vielen Freiflächen, einer kostenlosen Strandnutzung und einem Gastronomie-Neubau vorstellen. Auch bei „Mehr bewegen“ zerbricht man sich die Köpfe, was aus dem Filetstück am Staffelsee werden soll. Ein erstes Konzept wurde offenbar bereits erstellt. Weinhart gibt sich noch bedeckt. Nur soviel: Vorstellbar wären eine Straßenverlegung, um die Freizeitfläche zu vergrößern, ein Neubau für ein Lokal, eine Seebühne, ein Schwimmbecken oder ein Beachvolleyball-Platz. „Das Gelände hat viel Potential, das nicht genutzt wird“, sagt er. Aber: „Der Gemeinderat muss sich im Klaren werden, wohin die Reise gehen soll.“

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