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Eine von vielen: die Komplettsperrung der Schlossbergstraße. Für die Sanierung des Rathauses wird ein Kran mitten auf die Straße gestellt.

Verkehrssituation

Zu viele Baustellen: Murnauer genervt

Murnau - Für die Murnauer ist es aufgrund der vielen Baustellen derzeit ein Spießroutenlauf, mit dem Auto von A nach B zu kommen. Alle Arbeiten scheinen gleichzeitig zu geschehen. Die Frage nach der Koordination wirft sich auf. Umso bemerkenswerter die Nachricht aus dem Marktbauamt. Die für den Tiefbau zuständigen zwei Stellen sind seit einer Woche verwaist.

Großprojekte, wohin das Auge reicht: Die Rathaus-Sanierung, der dazu gehörende Kran auf der Schlossbergstraße, der alles versperrt und aufgrund dessen wiederum das Ortszentrum von Süden her nicht mehr erreicht werden kann. Dazu kommt die umfangreiche Sanierung des Umfeldes des Kultur- und Tagungszentrums und die deshalb seit Wochen teils gesperrte Bahnhofstraße. Parallel dazu werden die Griesbräustraße und das Kreuzfeld teilgesperrt und aufgefräst. Weiter geht es auf der Reschstraße, auch dort wird seit Wochen gebaggert und gegraben, was das Zeug hält. Überall in Murnau scheint es zu Behinderungen zu kommen. Die Autofahrer sind genervt und lassen sich zu so manch nicht mehr ganz legaler Aktion hinreißen. Viele fragen sich auch, ob Murnau komplett umgegraben wird. Zum Hintergrund: Drei verschiedene Stellen sind für all diese Projekte verantwortlich: die Marktgemeinde Murnau für den Rathaus-Umbau und die Arbeiten am Kultur- und Tagungszentrum, das Staatliche Bauamt Weilheim und die Gemeindewerke Murnau für diejenigen an der Reschstraße und schließlich der Energieversorger Bayernwerk für die restlichen Auffräsarbeiten auf anderen Straßen. Ein Chaos, möglicherweise herbeigeführt durch mangelnde Koordination und fehlende Absprache? Für das Bayernwerk nicht. „Wir liegen genau im Zeitplan.“ Dieses Großprojekt, im Rahmen dessen zwei neue Direktleitungen vom Schalthaus in Saulgrub hin zum Umspannwerk in Murnau verlegt werden, läuft seit 2015. Der Zeitplan ist laut Pressesprecher Manuel Köppl ordnungsgemäß mit der Gemeinde Murnau abgesprochen worden. „Dass wir in dieser Zeit an diesen Stellen arbeiten werden, war vorhersehbar“, sagt Köppl. „Voraussichtlich Ende November werden wir am Umspannwerk ankommen.“ Für die Reschstraße gilt: Die Asphaltierungsarbeiten dort hätten eigentlich schon 2015 über die Bühne gehen sollen, seien aber seitens des zuständigen Staatlichen Bauamts Weilheim auf heuer verschoben worden. Die Gemeindewerke waren deshalb jetzt dabei, vorbereitend Wasserschieber für Hausanschlüsse zu überprüfen und auch zu erneuern sowie Leerrohre für eine spätere Fernwärmeleitung zu verlegen. Nach Angaben von Dr. Hermann Streicher, im Bauamt Weilheim zuständig für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen, soll ab Montag die geplante Querungshilfe in Höhe der Straße Am Kreuzfeld mitten in die Reschstraße gebaut und ab Donnerstag zwei Nächte lang (29. auf 30. September/ 30. September auf 1. Oktober) der Belag der Reschstraße abgefräst und erneuert werden. In der Nacht von 1. auf 2. Oktober wird der Asphaltbelag der B 2 am Tengelmann-Center bearbeitet. Mit Teilsperrungen ist also hier noch mindestens eine Woche lang zu rechnen. Hartnäckig hält sich in Murnau das Gerücht, dass eine Komplettsperrung der Schlossbergstraße bis Herbst 2017, damit ein Abriegeln des Zentrums von Süden her und eine Mehrbelastung der Lederergasse hätte vermieden werden können, indem der Kran für nur wenig Aufpreis im Innenhof des Rathauses aufgestellt hätte werden können. Die Arbeiten am Kultur- und Tagungszentrum schreiten zügig voran. Bis Ende November rechnet Bauamtsleiter Klaus Tworek damit, dass der Verkehr auf der jetzt einseitig gesperrten Kreuzung Bahnhofstraße/Postgasse/Kohlgruber Straße wieder frei fließen kann. Tworek ist gezwungen, dieses Projekt nun mit zu betreuen, nachdem die bisher dafür zuständigen Mitarbeiter der Abteilung Tiefbau, Fritz Egold und Julia Müller, überraschend gekündigt haben. Ihre Stellen sind seit einer Woche nicht mehr besetzt (siehe Kasten).

Egold und Müller werfen das Handtuch:

Der Schock im Murnauer Bauamt sitzt tief. Für viele völlig überraschend haben die altbewährten Mitarbeiter der Abteilung Tiefbau, Fritz Egold und Julia Müller, das Handtuch geworfen. Ihre Stellen sind seit einer Woche unbesetzt. Über die Gründe wird von offizieller Seite her geschwiegen. Hinter vorgehaltener Hand ist die Rede von zu großer Belastung, aber auch von Problemen mit der Rathausführung. Für die restlichen Bauamtsmitarbeiter kein Zuckerschlecken. Sie müssen die Aufgaben mit übernehmen. Von Bauprojekten bis hin zu Baumpflegemaßnahmen ist alles dabei. Bauamtsleiter Klaus Tworek nimmt sich zusätzlich zur Rathaussanierung des Großprojekts Bahnhofstraße an. Er rechnet nicht vor Dezember mit einer Neubesetzung der Stellen und bedauert die Kündigungen. „Sie haben gute Arbeit gemacht und waren schwer in Ordnung.“ Auch sei völlig unklar, ob anstehende Projekte nun wie bisher weitergeführt werden können.

Michaela Sperer

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