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Ungewisse Zukunft: das Schwimmbecken im BRK-Seniorenheim.

BRK-Seniorenwohnen

Schwimmbad-Aus: Bildet Gemeinde Rettungsanker?

Jetzt ist es offiziell: Das Schwimmbad im BRK-Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee wird weiter geschlossen bleiben – möglicherweise für immer. Nach dem Gas-Unfall im Juni hatte das Gewerbeaufsichtsamt größere Mängel festgestellt als bisher angenommen. Für die Schwimmschulen, Fitnesstrainer und deren Kursteilnehmer eine Katastrophe. Letzter Rettungsanker soll jetzt die Gemeinde Murnau sein.

Das BRK hatte wegen hoher Kosten wohl schon länger mit der Aus des Schwimmbads im Seniorenheim am Garhöll geliebäugelt (wir berichteten). Als Anfang Juni bei einem Chlorgasaustritt zwei Mitarbeiter verletzt worden waren, wurde das Bad geschlossen. Voraussichtlich nur bis 26. Juni, hieß es damals. Ein Hoffnungsschimmer für alle, die dort schwimmen gehen. Das Bad ist aber immer noch zu – und jetzt steht fest: Das 40 Jahre alte Becken wird nicht mehr geöffnet – es sei denn, es findet sich ein Mitinvestor für die Sanierung.

Das nach dem Unfall dazugeholte Gewerbeaufsichtsamt hatte nach Angaben von Heimleiter Martin Herber nämlich deutlich mehr Schäden festgestellt als bisher angenommen. Die bis vor einigen Wochen noch kalkulierten 70 000 Euro an Investitionskosten, die für einen Weiterbetrieb des Bads auf modernem Stand der Technik nötig gewesen wären, seien mittlerweile in den sechsstelligen Bereich gerutscht. „Die Überprüfung durch das Gewerbeaussichtsamt hat ergeben, dass der Betrieb in jetziger Form nicht aufrecht erhalten werden kann“, sagt Herber. „Dies wurde als Empfehlung an das BRK gegeben. Das Bad erfüllt nicht die technischen Erfordernisse nach modernen Vorgaben. Dies wäre aber unsere Pflicht, damit die Menschen, die dort schwimmen, ungetrübten Badespaß haben können.“ Das BRK habe deshalb beschlossen, das Bad ohne solche umfangreichen Sanierungsarbeiten ab sofort nicht weiterzubetreiben.

Allerdings hofft das BRK jetzt auf eine finanzielle Beteiligung des Marktes Murnau. Schließlich ist das Bad 80 Prozent von extern belegt. Laut Herber finden seit längerem Gespräche statt. Ab jetzt natürlich unter anderen Bedingungen: nicht mehr ein Aufteilen von 70 000 Euro an Investitionskosten, sondern von Beträgen im sechsstelligen Bereich. 

Dass diese laufen, bestätigt Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). „Und sie werden weiter geführt. Wir versuchen, uns einen Überblick zu verschaffen, mit wie viel Geld wir einspringen müssten, um den Fortbestand zu sichern. Ein Ende ist noch nicht in Sicht, und die Entscheidung obliegt dem Gemeinderat.“ Grundsätzlich sei es wichtig, dass Kinder schwimmen lernten, aber eine Gemeinde müsse sich ein Bad auch leisten können. „Und wir sind nicht auf Rosen gebettet, wir müssen entscheiden.“ Im Herbst sollen die Ergebnisse einer derzeit laufenden Machbarkeitsstudie für einen Schwimmbad-Neubau auf dem Tisch liegen. Heimleiter Herber zeigt sich betroffen, dass das Bad ab sofort komplett zu ist. „Mein Bestreben war es, eine Zwischenlösung zu finden. Ich hätte es gern gesehen, wenn die Kurse noch zum Abschluss gebracht hätten werden können.“

Können sie aber nicht: Für die Schwimmschule Simmeth, für Fitnesstrainerin Christiane Legelli und viele andere Trainer und Anbieter mehr, die dort ihre Reha-Kurse, ihr Aquafitness oder ihre Schwimmstunden angeboten haben, eine Katastrophe. Kerstin Wasmundt von der Schwimmschule Simmeth erhielt am Donnerstag die niederschmetternde Nachricht. „Wir sind gerade daran, über 300 Leuten mitzuteilen, dass es keine Weiterführung der Kurse geben wird. Wir müssen die Kursgebühren anteilig zurückerstatten und dann sehen, wie es weitergeht.“ Wasmundt ist enttäuscht. „Wir haben die Schule 14 Jahre lang mit viel Herzblut aufgebaut, und jetzt stehen wir vor einem Scherbenhaufen.“ Schlimm ist diese Nachricht auch für Christiane Legelli. „Für mich ist das eine Katastrophe“, sagt die Aqua-Fitness-Trainerin im Präventions- und Reha-Bereich. Über 250 Kursteilnehmer, die teils über Ärzte per Verordnungen, über AOK oder Vhs zu ihr kämen, können jetzt nicht mehr betreut werden. Und für sie bedeutet das, dass die Hälfte ihre Gehalts wegfällt. „Wasserkurse waren eine Nische, etwas Exklusives. Dass ein Ort wie Murnau so etwas künftig nicht mehr anbieten kann, ist schlimm.“

Michaela Sperer

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