Zuhören und aufheitern: Die Helfer des Besuchsdienstes dürfen die Nähe zum Patienten nicht scheuen. f: her/ARch.

Besuchsdienst braucht neue Helfer

Murnau - Manchmal sind es witzige, oft berührende, meist aber erfüllende Momente, die die Helfer des „Besuchdienstes“ in der Unfallklinik erleben. Leiterin Friedlinde Podgorski sucht neue, ehrenamtlich engagierte Mitglieder.

Was 1985 von einer Handvoll Murnauerinnen, unterstützt durch die Diözese, gegründet worden war, hat sich mittlerweile zu einem stattlichen, seit 2005 gemeinnützigen Verein ausgeweitet. 1993, als Friedlinde Podgorski, die heutige Leiterin, dazustieß, waren es 12. Das Ziel lautete damals: Eines Tages alle Stationen der Klinik zu besetzen. Mit den heute 60 Mitgliedern, die sich ehrenamtlich um verschiedene Belange in der Klinik kümmern, ist das auch gelungen. Und dennoch. Podgorski sucht neue Helfer, die bei freier Zeiteinteilung mitmachen wollen. „Einige wollen auch einmal eine Auszeit, oder sie können nicht regelmäßig eingesetzt werden“, sagt sie, „da ist es immer gut, neue Leute zu haben.“ Außerdem sei das nächste Ziel des Vereins, alle Stationen mit nicht nur einem, sondern zwei Helfern zu besetzen.

Denn über Langweile können ihre Mitstreiter nun wirklich nicht klagen. Sie werden gebraucht, nicht nur von Patienten und Angehörigen, sondern auch von der Klinik selbst. Die Vereinsmitglieder sind dort vieles: Helfer, Zuhörer, Tröster, Lieferanten. Je nachdem, welchem Bereich des Dienstes sie angehören, haben sie verschiedene Aufgaben zu bewältigen.

Da wäre einmal der Lotsendienst: „Die sind neben der Pforte stationiert, Montag bis Donnerstag von 8 bis 12 und von 13 bis 15 Uhr. Jeweils zu zweit stehen sie all denjenigen mit Rat und Tat zur Seite, die das erste Mal die Klinik betreten. Sie erklären, wo es Automaten und Telefone gibt, wo die Stationen zu finden sind und bringen die Ankommenden auch dort hin“, erklärt Podgorski. Bei diesem Dienst sei man nicht so nahe am Menschen dran, ebenso, wie beim Bücherdienst, dem zweiten der vier Aufgabengebiete des Vereins. „Der Bücherdienst wird vor allem von etwas älteren Patienten gut angenommen. Diese Helfer gehen mit ihrer rollenden Bücherei von Zimmer zu Zimmer, liefern frische Lektüre und holen gelesene wieder ab. Meist bekommen sie dann schöne Erzählungen über das Gelesene zu hören.“

Fingerspitzen- und Feingefühl braucht man hingegen beim Krankenbesuchsdienst. Nicht immer nur hören diese Helfer auf den verschiedenen Stationen Banales, Alltägliches oder Witziges. Oft müssen sie auch die richtigen Worte finden, oder verlassen nach dem Besuch das Zimmer nachdenklich und berührt. „Die Helfer in diesem Bereich können sich die Besuche der Patienten zeitlich selbst einteilen, diese ein bisschen aufheitern, oder einfach nur zuhören.“

Zu guter Letzt gibt es da die Angehörigenbetreuung: „Als vor einigen Jahren der Intensivbereich umgebaut wurde, kam der leitende Arzt mit der Frage auf mich zu, wie die Kontaktaufnahme zu diesen Stationen verbessert werden könnte. Für mich war klar, das können nur Menschen leisten, keine Computer oder Info-Monitore“, erzählt Podgorski. Und schon war diese vierte Abteilung des Vereins gegründet. „Die Helfer hier empfangen die Angehörigen bereits im Wartebereich des Intensiv- und des Brandverletztenzentrums, jeden Tag sind diese Wartebereiche mit jeweils zwei von uns von 14 bis 18.30 Uhr besetzt“, schildert die Vereinsvorsitzende. „Die Angehörigen der Patienten sind meist sehr aufgeregt, in großer Sorge und wissen nicht, wohin. Wir lassen uns vor Dienstbeginn Listen mit den Namen der Patienten und den Namen der jeweiligen Pflegekräfte geben. Dann, wenn Angehörige kommen, nehmen wir Kontakt mit der Station auf, fragen nach, ob und wann Besuche möglich sind. Falls nicht, versorgen wir die Angehörigen und fragen später auf der Station wieder nach. Wenn von dort grünes Licht kommt, begleiten wir sie zu den Stationen. In diesem, oft sensiblen Bereich besteht auch Kontakt zu Seelsorgern, zu Kriseninterventionsdiensten und Psychologen.“

Die bisherigen Mitglieder des Vereins, unter ihnen befinden sich nicht nur Frauen, sondern auch sieben Herren, seien zwischen 40 und 80 Jahre alt, sagt Podgorski. Gerne wären auch jüngere Helfer gesehen. Wer sich für ein Engagement vor allem im Bereich „Besuchsdienst am Krankenbett“ interessiert, kann sich bei Friedlinde Podgorski unter Telefon 0 88 41/9 00 41 melden. (Michaela Sperer)

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