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Vor dem Vereinsheim: (v.l.) Günter und Esther Schacherbauer, Brigitte Eibensteiner, Ludwig Zaruba und Claudia Feigl.

Bogenschießen auf früherem Militärgelände

Bärenfigur als Zielobjekt

Großweil/Ohlstadt - Im Wald hinter der Mülldeponie Schwaiganger ist die Tierwelt außergewöhnlich. Ein Bison ist da zu sehen, ein Wildschwein – und sogar ein großer Bär. Nicht lebendig, versteht sich.

Die Figuren, die aus einem speziellen Material gefertigt sind, dienen als Ziel für die Bogenschützen Oberland. Und Scheiben natürlich auch. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit gehen die Mitglieder des Vereins abseits jeglicher Wohnbebauung ihrer Passion nach. „Für mich ist es eine Art Meditation“, verrät die Vorsitzende Claudia Feigl. Der Verein kann Erfolge vorweisen. Einige Mitglieder haben bei nationalen und internationalen Wettbewerben Titel errungen. „Wir richten auch mehrere Turniere aus“, sagt Feigl. 

Ein Thema, das den Verein gerade intensiv beschäftigt, ist der Status ihres Geländes. Früher nutzte die Bundeswehr das 2,8 Hektar große, umzäunte Areal als Munitionsdepot. Die Bogenschützen kauften es. Doch sie benötigen eine Nutzungsänderung, um ihren Sport weiter ausüben zu können. Sie brauchen ein Bestandsrecht für das Vereinsheim und einen Lagerschuppen. Bisher ist der Verein mehr oder weniger nur geduldet. 

Vor Kurzem hatten zwei Gemeinderäte das Thema auf dem Tisch. Das Grundstück liegt größtenteils auf Großweiler Flur, das Vereinsheim auf Ohlstadter Gebiet. Die Großweiler Volksvertreter stehen einer Änderung des Flächennutzungsplans grundsätzlich positiv gegenüber. Die Kosten müsste jedoch der Verein übernehmen. 

Bürgermeister Manfred Sporer (CSU) sagt, es sei „durchaus positiv zu sehen, wenn sich jemand Gedanken macht, was man mit dem Gelände machen kann“. Er denkt nicht, dass es Komplikationen gibt. „So eine Nutzung schadet keinem, es fühlt sich keiner gestört.“ Auch die Gemeinde Großweil hatte Interesse gezeigt, das Grundstück zu kaufen, auf dem 27 Bunker stehen. Sie wollte Details zu der Fläche erfahren, bekam aber keine Antwort. Das Ganze war der Gemeinde letztlich zu unsicher. Die Katze im Sack kaufen wollte sie nicht. Also ließ sie die Finger davon. 

Der Gemeinderat Ohlstadt stellte den Antrag der Bogenschützen zurück. Das Gremium will noch mehr Informationen über den Verein einholen. Bedenken kamen aus den Reihen der NLO. „Warum sollten wir uns diesen Schuh anziehen“, fragte etwa Peter Steigenberger. Das Thema soll in der nächsten Sitzung noch einmal auf die Tagesordnung kommen. Diese findet am Donnerstag, 15. September, statt. 

Bei den Bogenschützen hofft man natürlich, dass es mit der Nutzungsänderung klappt. Aktuell hat der Verein, der seinen Sitz in Murnau hat, 95 Mitglieder. Die Obergrenze liegt bei 100. Die meisten Schützen stammen aus den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen, Weilheim-Schongau und Bad Tölz-Wolfratshausen. Gegründet wurde der Verein im Jahr 2000. 

Früher waren die Mitglieder mit Pfeil und Bogen nahe Dürnhausen zugange, später nördlich von Murnau und im Raum Ohlstadt. Eines Tages bot sich dann die Möglichkeit, das ehemalige Munitionsdepot bei Schwaiganger zu pachten. Dann wurde das Gelände zum Verkauf angeboten. 

Die Zukunft der Bogenschützen sah nicht rosig aus. Es stand die Frage im Raum, ob sie sich schon wieder eine neue Bleibe suchen müssen. Doch dann kam die Idee auf, sich als Käufer zu bewerben. Es folgte der große Kassensturz. Nach langem Überlegen, dem Abwägen der Risiken und Durchrechnen der Finanzen bekundete der Verein Interesse an dem Gelände – und hatte Glück. Er bekam den Zuschlag und war somit Besitzer eines eigenen Geländes. 

„Bogenschießen ist ein Ganzjahressport, den man mit der ganzen Familie ausüben kann“, sagt Schriftführerin Brigitte Eibensteiner. Für Kinder sei das eine gute Schule, ergänzt der frühere Vorsitzende Günter Schacherbauer. Das Faszinierende am Bogenschießen ist für ihn, dass „es so ganz anders ist als andere Sportarten".

Roland Lory

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