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Schnittig: Ein solcher BMW i3 wird bald unterm Heimgarten zur Verfügung stehen.

Elektroauto für Ohlstadt

Schritt in die Zukunft

Ohlstadt - Die Gemeinde Ohlstadt bricht auf ins Zeitalter der Elektromobilität. Die Volksvertreter beschlossen jetzt ein Carsharing-Modell. Den BMW i3 sollen ab Herbst nicht nur die Rathaus-Mitarbeiter nutzen, sondern auch Ohlstadter Bürger, Vereine, Firmen und Gäste. Der Testbetrieb läuft ein Jahr.

Vertragspartner ist die 17er Oberlandenergie GmbH. Insgesamt 26 Kommunen erhalten mittlerweile Strom von dieser im August 2015 gegründeten Gesellschaft. Die 17er hat 10 500 Kunden. Nun will sie sich auch der Elektromobilität widmen. Für monatlich 599 Euro stellt sie der Gemeinde Ohlstadt einen BMW i3 zur Verfügung. Inclusive Inspektionen, Wartung und Reinigung. 

Private Nutzer können den schnittigen Wagen für 5 Euro pro Stunde nutzen. Ab 30 Kilometer Fahrstrecke sind zusätzlich 15 Cent pro Kilometer fällig. Wie Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) berichtete, häufen sich die Anfragen von Bürgern nach Car-Sharing. Dr. Christoph Ebert, der in Garmisch-Partenkirchen das Modellprojekt e-GAP als Koordinator leitete, sieht in der E-Mobilität nur Vorteile: Sie könne den Tourismus unterstützen und sozial schwache Familien. Zudem sieht Ebert Elektroautos als Ergänzung für den Personennahverkehr. 

In der Gemeindeverwaltung verwenden die Mitarbeiter bis dato ihre Privatfahrzeuge, wenn eine Dienstfahrt ansteht. Künftig können sie das E-Auto nutzen. Die 17er GmbH soll sich um Versicherung, Marketing, Service und Kundenmanagement kümmern. Geschäftsführer Christian Eichberger betonte. „Wir verdienen mit dem Modell kein Geld.“ Schäden am und im Fahrzeug waren übrigens in Garmisch-Partenkirchen laut Ebert bisher „nie ein Problem“. 

Wer Elektroauto fahren will, braucht die nötige Infrastruktur. Die Gemeinderäte beschlossen, dass im Bereich des Rathauses eine Ladestation errichtet werden soll. Mit im Boot ist die Elektrizitätsgenossenschaft Ohlstadt (EGO). Sie trägt die Ausgaben für die Station (5000 Euro plus Mehrwertsteuer). Die Kommune gibt einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Netto-Anschaffungskosten. Die EGO übernimmt die Kosten für Abrechnung, Unterhalt und Service. In puncto Standort betonte der Vorstandsvorsitzende Josef Lidl: „Es ist ganz wichtig, dass man die Säule gleich sieht.“ 

Das Ladestationen-Netz im Nord-Landkreis sei noch „sehr grobmaschig“, erläuterte Bürgermeister Scheuerer. Aufgabe der Gemeinde sei es, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. „Die Investition ist auch nicht immens.“ 

Ebert legte dar, dass bei Elektroautos die Zahl der Zulassungen noch sehr gering sei. „Wir erwarten aber eine Steigerung von mehreren hundert Prozent.“ Die Reichweite eines E-Autos beträgt ihm zufolge je nach Automodell etwa 180 bis 200 Kilometer. „Nächstes Jahr werden es 250 bis 300 Kilometer sein.“ 

Rathauschef Scheuerer sprach von einem „Schritt in die Zukunft“. Elektro-Autos würden „kommen, früher oder später".

Roland Lory

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