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Sollen vermehrt abgeschossen werden: die Wildschweine im Landkreis. 

Schäden in der Landwirtschaft 

Wildsau vermehrt sich explosionsartig

Sie sind intelligent, sehr anpassungsfähig und können sich unter günstigen Bedingungen geradezu explosionsartig vermehren. In den vergangenen fünf Jahren hat der Bestand an Wildschweinen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen und somit auch der Schaden an Wald und Flur rapide zugenommen, wovon zahlreiche Landwirte ein Lied singen können. 

Mit seinem Fachvortrag „Schwarzwild – Lust oder Last?“ bei der Waldbesitzervereinigung Ammer-Loisach traf Franz Etschmann, Jagdsachbearbeiter vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten folglich voll ins Schwarze. Seine Kernbotschaft für die etwa 60 Zuhörer: Um ein unkontrolliertes Anschwellen der Bestände an Wildschweinen zu verhindern, muss die Bejagung intensiviert werden, denn: „Wenn mehr als 20 Prozent der Frischlinge eines Jahrgangs übrig bleiben, ist ein starker Zuwachs der Population die Folge.“ Dies könnten bis zu 300 Prozent sein. Selbstverständlich müssten dabei die jagdrechtlichen Vorschriften eingehalten werden, wie er betonte. 

Nachdrücklich warnte er vor einer Winterfütterung: „Die ist absolut kontraproduktiv.“ Erwachsene Bachen hätten ein enormes Vermehrungspotential von bis zu zehn Frischlingen pro Wurf. Die warmen Winter aufgrund der Klimaveränderung begünstigten das Anwachsen der Bestände ebenso wie der Anbau von Mais. In den Feldern könnten sich die Tiere ausgezeichnet verstecken könnten: „Da findet sie keiner drin.“ Zudem könnten die Schweine sehr schnell auf veränderte Lebensbedingungen reagieren. In der Regel bevorzugten die Rotten einen stabilen Lebensraum. Damit trat Etschmann anders lautenden Meinungen entgegen, was er anhand einer Studie belegte, bei der die betroffenen Tiere mit kleinen Sendern ausgestattet worden waren. Landwirten riet der Jagdfachmann, Felder mit für Wildschweine attraktiven Früchten nicht am Rand großer Waldgebiete anzulegen. 

Umgewühlte Felder und Wiesen kennt auch Felix Wörmann, Erster Vorsitzender der Waldbesitzervereinigung: „Gerade im Bereich Aidling und Riegsee gibt es viel Wald um die Grünlandflächen herum. Die werden oft so stark umgewühlt, dass man schlecht oder gar nicht mehr mähen kann.“ Die betroffenen Flächen müssten eingeebnet und neu eingesät werden: „Das ist ein Riesenarbeitsaufwand.“

 Im November 2015 seien bei einer revierübergreifenden Drückjagd zwischen Ohlstadt, Schwaiganger und Schlehdorf 14 Wildschweine erlegt worden, sagte Rasso Höck, Leiter der Land- und Forstwirtschaft im Haupt- und Landgestüt Schwaiganger. Auch heuer sei wieder eine solche Jagd geplant, zu der ein Jäger mit speziell ausgebildeten Hunden aus der Pfalz anreisen werde.

Wie von der Unteren Jagdbehörde im Landratsamt zu erfahren war, wurden im Jagdjahr 2015/16 im Landkreis 131 Stück Schwarzwild erlegt, darunter 13 Keiler, vier Bachen, und jeweils 75 Überläufer und Frischlinge. 2014 waren es nur 37 Stück gewesen, im Jahr zuvor 52. 

Heino Herpen

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