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Eine verträgliche Lösung strebt Stefan Gaisreiter (M.) an. Im Hintergrund ist das Areal zu sehen, wo künftig bezahlbarer Wohnraum für Ohlstadter Bürger entstehen soll.

Kritik am geplanten Einheimischenmodell in Ohlstadt

„Das ist Wahnsinn, das ist erdrückend“

Ohlstadt - Stefan Gaisreiter ist keiner, der um den heißen Brei herumredet. Der 68-Jährige äußert klar seine Meinung, wenn er es für nötig hält. Und im vorliegenden Fall hält der Ohlstadter es für angezeigt, Kritik zu üben. Dabei geht es um das anvisierte Einheimischenmodell. 

Man sei nicht grundsätzlich dagegen, schickt Gaisreiter vorneweg. Doch die Interessengemeinschaft Einheimischenmodell Waxensteinstraße/Kramerstraße (IG) hat massive Probleme mit der Planung. „So kann man nicht mit Anliegern umgehen“, schimpfte Gaisreiter bei einer Info-Veranstaltung unter dem Motto „So nicht“. 

Die IG, die vier Familien umfasst, moniert vor allem die geplante Höhenentwicklung der Häuser, die östlich der vorhandenen Bebauung entstehen sollen. Die Gebäude könnten nach derzeitigem Stand eine Wandhöhe von 5,50 bis 6 Meter (Haustyp B) erreichen. „Das ist Wahnsinn, das ist erdrückend“, beklagte Gaisreiter. 

In einem Schreiben an die Gemeinde heißt es gar, dass bei Haustyp A „aufgrund des abfallenden Geländes an der Westseite eine Wandhöhe von um die 7,50 Meter entstehen“ könnte, „was eine Hausgesamthöhe von bis zu 10 Metern bedeuten könnte“. Der Gemeinderat hat die Eingabe der Interessengemeinschaft bereits behandelt. Das war im Zuge der ersten Auslegung des Bebauungsplans. Die Räte kamen damals überein, dass es generell aufgrund der Topographie und der Bemessung der Wandhöhe nicht möglich sei, eine Wandhöhe von 7,50 Metern zu erreichen. 

Doch der Initiative geht es nicht nur darum, sondern auch um die Abstandsmaße. 3 Meter sind ihr zu wenig, die IG hätte gern 5 Meter. Außerdem fürchtet man Schäden durch das Oberflächenwasser und stellt die Frage: Wer haftet für diese, sollten die Schutzmaßnahmen nicht ausreichen? Weiterer Kritikpunkt: Die Anlieger können nicht verstehen, warum im Einheimischenmodell – es gibt 70 Bewerber für die Parzellen – Ferienwohnungen möglich sein sollen. 

Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei), der wie mehrere Gemeinderäte zur Info-Veranstaltung an der Kramerstraße kam, betonte, dass sich die Kommune sehr wohl Gedanken gemacht habe. Es sei auch nicht so, dass die Bedenken nicht ernst genommen worden seien. Allerdings wurde die Eingabe mit 13 zu 0 Stimmen lediglich zur Kenntnis genommen. Dabei wurde auch festgehalten, dass die Anlagen zur Beseitigung des Oberflächenwassers „nach den allgemeinen Regeln der Technik geplant“ würden. 

Scheuerer hatte im Vorfeld der Info-Veranstaltung zugestimmt, dass auf dem Gelände des geplanten Baugebiets, das der Gemeinde gehört, Phantomgerüste aufgestellt werden. Kein Verständnis hatte der Rathauschef jedoch dafür, dass dort auch ein Banner mit der Aufschrift „So nicht“ platziert wurde. „Das ist nicht zweckdienlich“, betonte Scheuerer. Das muss nicht sein.“ Für eine sachliche Diskussion sei das keine gute Grundlage. 

Scheuerer machte deutlich, dass der erste Teil des Bebauungsplan-Verfahrens abgeschlossen sei. „Jetzt kommt die nächste Auslegung.“ Man sei in einem Stadium, in dem man reden könne. Eine Reduzierung der Wandhöhe in einem zweiten Schritt sei „durchaus machbar. Da muss man nicht mit dem Anwalt drohen. Mir ist es lieber, ich rede mit euch.“ 

Einen Rechtsstreit schließt Gaisreiter tatsächlich nicht aus. Der 68-Jährige hofft aber auf einen Kompromiss. Die IG will nun ein neues Schreiben aufsetzen und darin einen Haustyp C vorschlagen, der ein geringeres Gesamtvolumen hat als Typ B. Gaisreiter wünscht sich eine Wandhöhe von 4,80 Meter. Die nächste Auslegung ist für September/Oktober vorgesehen. 

In puncto Ferienwohnung erklärte Scheuerer, dass es kaum mehr welche in Ohlstadt gebe. „Wir leben auch vom Tourismus. Im Altbestand bekommen wir kaum Ferienwohnungen unter.“ Allerdings würden im Einheimischenmodell keine vorgeschrieben. „Es kann sein, dass gar keine kommt.“ Einer der Anwesenden monierte: „Ihr kriegt ja nicht mal die Ferienwohnungen voll, die da sind.“ Nötig wären aus seiner Sicht Zimmer.

Roland Lory

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