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Pferde und Brauchtum: Die Froschhauser Leonhardifahrt ist für die Teilnehmer ein wichtiger Festtag.

Traditionsveranstaltung am 6. November

Froschhauser Leonhardifahrt heuer mit 350 Pferden

Froschhausen - Sie ist ein Besuchermagnet, die Froschhauser Leonhardifahrt. Doch sie ist mehr als nur eine Schauveranstaltung, für die Teilnehmer zählt Leonhardi zu den wichtigsten Fesstagen im Jahr.

Sie ist eine traditionsreiche Wallfahrt für die Pferde und das Vieh. Die alljährliche Froschhauser Leonhardifahrt am 6. November, die wieder unmittelbar bevorsteht. Sie stellt keine Schauveranstaltung dar, sondern ist zutiefst religiös geprägt und kommt nur durch die Mitwirkung zahlloser fleißiger Hände zustande. Diese Feststellung ist Franz Neuner, der erst vor vier Wochen den Vorsitz des Froschhauser Leonhardivereins übernommen hat, besonders wichtig. Der bisherige Schriftführer wurde in dieses Amt gewählt, nachdem sein Vorgänger Georg Götz kurz vor einem ohnehin geplanten Führungswechsel gestorben war. „Keiner unserer Teilnehmer erhält auch nur einen Euro“, sagt der 52-Jährige nicht ohne Stolz. „Sie bekommen eine Brotzeit, ein Getränk und natürlich Gottes Segen. Für viele Menschen ist Leonhardi einer der wichtigsten Festtage im Jahr, und sie kommen zum Teil dafür von weit her.“

Etwa 350 Pferde und 950 Personen werden heuer wieder dabei sein, dazu ein Dutzend Musikkapellen. Der Zug wird sich ab 9 Uhr zum Geläut der Pfarrkirche St. Nikolaus durch den beflaggten Markt Murnau über die Weindorfer Straße hinunter nach Froschhausen bewegen, wo Pfarrer Siegbert Schindele auf freiem Feld eine Messe feiert. Tradition ist auch, dass die Fuhrleute der über 60 Gespanne persönlich vom Vorstand eingeladen werden, wofür Neuner und sein Stellvertreter Anton Utzschneider einige Tage zusammen in den Landkreisen Garmisch-Partenkirchen und Weilheim-Schongau unterwegs waren. Hilfreich stand ihnen dabei der bisherige Zweite Vorsitzende Andreas Kölbl zur Seite.

Einer der erfahrensten „Rosserer“ ist Jakob Miller aus Leibersberg. „Ich bin schon 1973 mit meinen Ponys mitgefahren“, erzählt der 54-Jährige. „Ab 1982 war ich mit Haflingern dabei, ab 1990 mit Kaltblütern.“ Sein Viererzug wird heuer wieder dem Frauenwagen vorgespannt, in dem 16 Frauen und Mädchen der Trachtenvereine aus Aidling und Obersöchering Platz finden. „Für mich spielt der religiöse Aspekt bei der Fahrt eine große Rolle“, betont Miller. „Ich bin mit meinem Gespann am liebsten im Zug weit vorne, damit ich beim Festgottesdienst nah am Altar zu stehen komme.“

Den Leonharditag sieht der passionierte Landwirt als symbolischen Abschluss des Jahreslaufes, wofür seine ganze Familie bei den Vorbereitungen zusammen hilft. Im gleichen Sinne äußert sich Anton Utzschneider, der ebenfalls mit einem Vierer-Kaltblutgespann mit Frauen des Murnauer Trachtenvereins dabei ist: „Wenn man eine Landwirtschaft hat, ist das die schönste Möglichkeit, dem Herrgott Dankschön zu sagen, dass im Verlauf des Jahres alles gepasst hat.“

Eine verkehrstechnische Besonderheit gibt es in diesem Jahr für alle Teilnehmer, die mit ihren Gespannen und Rössern von Süden nach Murnau kommen, und zur Aufstellung den Schlossberg hinauf müssen: Für sie wird die Lederergasse in nördlicher Richtung geöffnet. Ebenso müssen die Fuhrwerke bei ihrer Rückfahrt über den Schützenplatz und die Pfarrstraße die Lederergasse benutzen, die dafür extra von der Polizei freigehalten wird. Grund hierfür ist der durch die Rathaus-Baustelle bedingte Sperrung an der Schloßbergstraße. Bei der Aufstellung sei den Anweisungen der Zugführer unbedingt Folge zu leisten, so Neuners Rat für die Teilnehmer. Sein größter Wunsch für den Sonntag: „Gutes Wetter und eine unfallfreie Fahrt.“

Der örtliche Trachtenverein lädt traditionsgemäß ab 20 Uhr im Kultur- und Tagungszentrum zum Leonharditanz ein.

Heino Herpen

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