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Der anvisierte Standort liegt östlich der Bundesstraße 2 an der Abzweigung Richtung Hofheim. Heute stehen auf der Fläche noch Bäume und Sträucher.

Großprojekt an der B2

Geplante Gärtnerei im Wasserschutzgebiet: Tauziehen um Auflagen

Murnau - Das Vorhaben der Murnauer Familie Müssig, eine Gärtnerei im Wasserschutzgebiet zu bauen, beschäftigt die Gerichte. Es geht vor allem um Auflagen - und um Mehrkosten.

Andreas Müssig zeigt sich gelassen. Dass ein Teil seiner Klage in Sachen Gärtnerei-Neubau kürzlich abgewiesen wurde, sei „völlig bedeutungslos. Das ist ein Nebenkriegsschauplatz“. Dabei handle es sich nur um einen kleinen Teil der Gesamtklage. Das Verwaltungsgericht befasste sich vor Kurzem mit ergänzenden Auflagen im Hinblick auf die Beseitigung des Niederschlagswassers, die das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen verfügt hatte. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Dagegen vorgehen will Müssig nach eigenen Angaben nicht.

Beim wesentlichen Teil seiner Klage ist es für den Murnauer Floristmeister hingegen bisher gut gelaufen. Anfang des Jahres entschied das Verwaltungsgericht nämlich in seinem Sinne. Ein Bescheid des Landratsamts mit ergänzenden Auflagen wurde teilweise aufgehoben. Dabei geht es vor allem um das Wasserwirtschaftsrecht. Über die Zulassung der Berufung hat der zuständige Senat am Bayerischen Verwaltungsgerichtshof noch nicht entschieden.

Die rechtlichen Scherereien haben folgenden Hintergrund: Müssig bekam 2014 die Baugenehmigung für die geplante Gärtnerei. Er will sie im Außenbereich im Murnauer Norden an der B2-Abzweigung Richtung Hofheim errichten. Müssig erhielt damals eine Art Sondererlaubnis. Der Grund: Es handelt sich um ein privilegiertes Betriebskonzept zur gartenbaulichen Erzeugung. Doch nur wenig später stellte sich heraus, dass die Gemeinde Seehausen ein neues Wasserschutzgebiet braucht. Knackpunkt: In diesem liegt auch Müssigs Areal. Das Landratsamt verhängte dann zusätzliche Auflagen.

Müssig wehrt sich dagegen. Bisher größtenteils erfolgreich. „Ich bin sehr zuversichtlich“, sagt er. Nächstes Jahr wollen Müssigs die Planungen wieder aufnehmen. Es sei denn, es kommt etwas dazwischen. Die Zeit drängt auch langsam. Denn die Baugenehmigung ist nur bis Ende 2018 gültig. „Wir können die Baugenehmigung nicht verfallen lassen und bis zum Sankt-Nimmerleinstag warten“, betont der Geschäftsmann und CSU-Marktgemeinderat. Er will in dem Neubau einen Großteil der Ware selbst produzieren. Bislang muss er diese einkaufen. Der Murnauer setzt also auf regionale Produktion. Die Sache sei „einigermaßen verzwickt“, fasst der Floristmeister zusammen. „Das sehen auch die Anwälte so.“ Eins steht fest: Müssig will nicht auf etwaigen Mehrkosten sitzen bleiben. Diese müsse im Fall des Falles jemand anders begleichen. „Wer das zahlt, ist mir egal.“ Wer kommt dafür in Frage? „Zu etwaigen Entschädigungen auf Grund des Wasserschutzgebietes wäre nach der zugehörigen Verordnung die Gemeinde Seehausen verpflichtet“, sagt Stephan Scharf, Sprecher des Landratsamts. Es sei allerdings streitig, ob hier überhaupt eine Entschädigungspflicht besteht.

Roland Lory

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