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Murnaus Visitenkarte: die Fußgängerzone.

Diskussion über Gestaltungsfibel

Regelwerk für Murnaus „gute Stube“

Murnau - Murnaus Gemeinderat hat eine Gestaltungsfibel für den historischen Ortskern auf den Weg gebracht. Damit soll der Charakter des Ober- und Untermarkts bewahrt werden.

Murnaus „schöne Meile“ mit der Fußgängerzone und den Bürgerhäusern ist die Visitenkarte und das Kapital der Marktgemeinde. Dass Ortspolitik und Verwaltung ein besonderes Auge darauf werfen, versteht sich von selbst. Eine so genannte Gestaltungsfibel, die alle möglichen baulichen und gestalterischen Fragen aufgreift, soll künftig festlegen, was im Ober- und Untermarkt erlaubt ist – und was nicht. Der Gemeinderat segnete in seiner jüngsten Sitzung am Donnerstagabend den Entwurf für das rund 30-seitige Regelwerk ab, das eine Münchner Architektin im Auftrag der Kommune erstellt hat. Demnächst soll nach einer Überarbeitung eine Satzung folgen, damit das Ganze rechtskräftig wird. „Ziel der Gestaltungsfibel ist es, den Grundeigentümern und Bauherren im historischen Ortskern den Wert dieses Gebiets näher zu bringen, die Gestaltungsabsichten des Marktes anhand positiver Beispiele zu artikulieren und die wesentlichen Gestaltungsdetails der Gebäude festzulegen“, heißt es dazu von Seiten der Rathaus-Verwaltung.

Natürlich konnte bislang nicht jeder machen, was er wollte. Allein der Denkmal- und Ensembleschutz sowie bereits bestehende Satzungen schreiben sehr viel vor. Aber in der Gestaltungsfibel legt die Gemeinde nun erstmals mit Ge- und Verboten sowie mit Empfehlungen sehr konkret und detailliert fest, wie sie die unverwechselbare Eigenart des Ortskerns erhalten und weiterentwickeln will. Marktbaumeister Klaus Tworek spricht von einer „guten Anleitung“, etwa für Hausbesitzer, die sanieren wollen. „Da ist nach wie vor Kreativitätsspielraum enthalten“, betont der Fachmann. Es gehe um „grundsätzliche Gestaltungsprinzipien“.

Die Bereiche, die aufgegriffen werden, sind breit gefächert. Das fängt bei baulichen Dingen an, zu denen etwa die Struktur der Gebäude, Dächer, Fassaden, Fenster- und Schaufenster zählen, und hört bei den Werbe- und Außenanlagen auf. Dies dürfte vor allem für Ladenbetreiber und Gastronomen, die im Freien Sitzplätze anbieten, interessant sein. Einige Beispiele: Laut dem Entwurf dürfen nur noch Sonnenschirme mit einer Größe von maximal vier auf vier Meter aufgestellt werden. Bei der Straßenmöblierung ist schlichtes Design angesagt. Lounge-Möbel, die an private Terrassen erinnern, sind untersagt. Ebenso mobile Werbeaufsteller. Lokale können auf Tafeln auf ihre Tagesangebote hinweisen. Und der öffentliche Raum soll nicht mit Warenauslagen vollgestellt werden.

Die Reaktionen der Gemeinderäte waren in der Sitzung grundsätzlich positiv. „Das ist ein wunderbares Instrument, um den historischen Charakter zu erhalten. Das macht Murnau aus“, meinte etwa Veronika Jones (Grüne). Auch war der Tenor zu vernehmen, dass die betroffenen Bürger informiert werden müssen – eventuell mit einer Postwurfsendung. Ein Knackpunkt ist die Frage, wie man mit dem Thema Bestandsschutz umgeht. Dieser ist für einen Geschäftsmann von Bedeutung, der bereits etwas angeschafft und installiert hat, das jetzt auf einmal nicht mehr zulässig sein soll. „Wir müssen da mit Augenmaß an die Sache rangehen“, erklärte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Der Grundsatz des Bestandsschutzes müsse gelten – aus Rücksicht auf die Investoren. Michael Manlik (ÖDP/Bürgerforum) brachte in diesem Zusammenhang die Idee einer mehrjährigen Übergangsfrist ins Gespräch. Mit diesem rechtlichen Punkt wird sich vermutlich noch die Verwaltung beschäftigen.

Und was sagen die Geschäftsleute? Guntram Gattner, der für das ÖDP/Bürgerforum im Gemeinderat sitzt und eine Buchhandlung im Obermarkt betreibt, ist von der Gestaltungsfibel überzeugt. „Davon profitieren auch die Geschäfte“, sagte er auf Tagblatt-Nachfrage. Man müsse darauf achten, die Fußgängerzone nicht mit Werbung und Ware zu überfrachten. Dies schade nur dem Ortsbild. Entscheidend sei Qualität, betont Gattner – und nicht Quantität.

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