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Wird unterkellert: das so genannte Strütthaus.

Räte beschließen Einsparungen von 440 000 Euro

Rathaus-Umbau: Gremium setzt Rotstift an

Murnau - Rolle rückwärts in Sachen Rathaus-Erweiterung: Der Marktgemeinderat hat am Donnerstagabend entschieden, nun doch in puncto Unterkellerung zu sparen. Auch bei einem anderen Punkt setzten die Ratsmitglieder den Rotstift an.

Voraussichtlich am Montag, 18. Juli, soll am Rathaus das Großprojekt Erweiterung und Sanierung beginnen. Daher war jetzt die letzte Gelegenheit, um die Kosten zu drücken. 

Bereits in der April-Sitzung waren Sparmaßnahmen in puncto Keller auf der Agenda gestanden. Damals kam es zu einer Kampfabstimmung. Elf Volksvertreter waren für und elf dagegen. Damit war der Vorschlag der Verwaltung abgelehnt und die große Unterkellerung beschlossen (wir berichteten). Seinerzeit waren Baukosten von 6,88 Millionen Euro angesetzt. Welche Summe heute aktuell ist, wurde in der Sitzung nicht konkret erwähnt. Vom Marktbauamt war gestern dazu nichts in Erfahrung zu bringen. Nach Tagblatt-Informationen soll derzeit ein Betrag von mehr als 7 Millionen Euro im Raum stehen. Zur Erinnerung: Zunächst war von 4,5 Millionen Euro die Rede, dann von 6,5 Millionen.

So beriet das Gremium also erneut darüber, an welchen Stellen man einsparen könnte. Da wäre zum einen die so genannte Betonkernaktivierung. Dabei handelt es sich um eine Methode zum Kühlen und Erwärmen von Gebäuden. In diesem Punkt waren sich die Räte einig: Darauf könne man verzichten. Die Einsparung: 150 000 Euro. 

Beim Thema Unterkellerung gab es hingegen eine lebhafte Debatte. Gegen eine Verkleinerung war zum Beispiel Welf Probst (Freie Wähler). Er sei immer dafür gewesen aufzupassen, dass die Kosten nicht davon galoppieren. „Aber man sollte nicht an Sachen sparen, die essentiell sind.“ Probsts Haltung: „Den Keller so groß wie möglich bauen.“ Der Gemeinderat solle nicht „Slalom fahren“, also erst so und dann wieder anders entscheiden. Michael Hosp (CSU) konnte nicht nachvollziehen, warum überhaupt nochmal über die Angelegenheit debattiert wird. „Die Verwaltung benötigt diesen Raum. Wir haben kaum Reserven.“ Sein Fraktionskollege Josef Bierling stieß ins selbe Horn und kritisierte, dass für Umplanungen 15 000 bis 20 000 Euro fällig würden. „Das ist direkt beim Fenster rausgeschmissen.“ 

Die Mehrheit war allerdings für den kleineren Keller. Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) betonte, dass es um die Außendarstellung gehe, um die Bürger, die Steuern zahlen. Einen Schlingerkurs, den Probst kritisierte, konnte der Rathauschef nicht erkennen. „Die Fakten haben sich geändert.“ Beuting sprach von der „letzten Ausfahrt Einsparpotenzial“. Rückendeckung bekam er von verschiedenen Seiten, auch von Holga Poczka (ÖDP/Bürgerforum): „Es ist wichtig, dass die Bevölkerung sieht, dass wir einsparen wollen, wo es geht.“ Es sei auch nicht richtig, „dass wir eine Zukunftschance vergeben“. Die nächste Generation könne den Keller erweitern. Phillip Zoepf (Mehr bewegen) und Veronika Jones (Grüne) wiesen darauf hin, dass aufgrund der Digitalisierung künftig weniger Lagerfläche gebraucht würde. 

Am Ende votierte das Gremium mit 13:10 Stimmen für eine abgespeckte Version. Dabei wird das Strütthaus unterkellert, der Innenhof aber nicht und eine weitere Fläche auch nicht. Damit können die Kosten um 290 000 Euro gesenkt werden. Mit den 150 000 Euro, die sich die Kommune mit dem Wegfall der Betonkernaktivierung spart, reduzieren sich die Ausgaben also um 440 000 Euro.

Roland Lory

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