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Zu einer schmierigen Fläche hat sich die Gemeindeverbindungsstraße von Grafenaschau nach Eschenlohe in den vergangenen Tagen verwandelt. 

Hangrutsch bei Grafenaschau 

Unfälle auf schmierigem Schlamm 

Grafenaschau - Nach den jüngsten Starkregenfällen hat sich der Hangrutsch, der Grafenschau seit Mai 2015 in Atem hält, erneut in Bewegung gesetzt und dabei seine Wasserabläufe verändert. Auf der Gemeindeverbindungsstraße, die jetzt an mehreren Stellen überflutet wird, haben sich deshalb schon zwei Unfälle ereignet. Bürgermeister Hubert Mangold spricht von einem „unkalkulierbaren Risiko“ – und hofft auf Hilfe von höheren Stelle. 

Es eine Mure gewaltigen Ausmaßes. Experten sprechen von einer Fläche von acht bis zehn Hektar, die sich am Hechendorfer Berg bei Grafenaschau im Mai 2015 in Bewegung gesetzt hat, noch nicht zur Ruhe gekommen ist und sich mittlerweile auf rund 30 Hektar ausgedehnt hat (wir berichteten). Bei einer durchschnittlichen Mächtigkeit der Mure von zehn Metern, so die Schätzungen, ergibt sich ein bewegtes Volumen an Erdreich und Geröll von bis zu 800 000 Kubikmeter. „Das ist das Größte an Hangrutschungen, das in Bayern derzeit aktiv unterwegs ist“, heißt es seitens des Bayerischen Landesamtes für Umwelt.

 „Man kann sich nicht vorstellen, was das mittlerweile für Ausmaße angenommen hat“, sagt Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold. In den vergangenen Tagen war er bei mehreren Begehungen mit Vertretern verschiedener Behörden am Berg unterwegs, um die Hangrutschung und den Murfächer, also die Ausläufer der Rutschung im Tal, in Augenschein zu nehmen und nehmen zu lassen. „Wir brauchen jetzt dringend Hilfe.“

 Der Grund: Die Starkregenfälle in den vergangenen zwei Wochen haben dazu geführt, dass sich der Wasserablauf vom Berg herunter verändert und neue Wege gesucht hat. Mittlerweile wird die Gemeindeverbindungsstraße Grafenaschau-Eschenlohe nicht mehr nur an einer Stelle, sondern an mehreren überflutet. „Der Schlamm sucht sich neue Wege“, so Mangold. Mehrere Hinweisschilder auf Überschwemmungen hätten nur bedingt etwas gebracht. Jedenfalls haben sich laut Mangold in den vergangenen zwei Wochen schon zwei Verkehrsunfälle, Gott sei Dank nur mit Blechschaden, ereignet. „Der Schlamm ist extrem schmierig und die Straße wird auch von Radfahrern und Fußgängern stark frequentiert.“ Seine Anfragen bei Polizei und Landratsamt hätten ergeben, dass die Straße, wenn es so weitergeht, bei Starkregen gesperrt werden müsste. 

Das will der Rathauschef so aber nicht hinnehmen. Rührig, wie er ist, hat er mittlerweile zwei Gutachten des Bayerischen Landesamtes für Umwelt vorliegen. In diesen wird bestätigt: „Wenn nicht geeignete Gegenmaßnahmen getroffen werden, wird es am Hangfuß – insbesondere während und nach starken Niederschlägen – zu weiteren häufigeren, eventuell auch stärkeren Überschwemmungen der Gemeindestraße kommen. Es können bei einem Ereignis im Straßenbereich auch mehrere Mur-Zungen entstehen. Maßnahmen werden von uns als dringlich erachtet, als Mindestmaßnahme müssen Durchlässe vergrößert werden. Für eine dauerhafte und umfassendere Maßnahme ist eine Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt notwendig. Eine regelmäßige Kontrolle der Straße wird dringend empfohlen.“ So der Wortlaut aus dem Gutachten.

Da es sich bei dem Wildbach aber um ein Gewässer dritter Ordnung handelt, ist die Gemeinde per Gesetz für die Unterhaltung und für etwaige Kosten zuständig. Das kann in Augen Mangolds in diesem Fall nicht sein. Er will Hilfe, fordert nun Unterstützung von Politikern und Ministerium. Die Landtagsabgeordneten Harald Kühn (CSU) und Florian Streibl (Freie Wähler) hätten ihm bereits Unterstützung zugesagt.

Auch eine Begehung mit dem Wasserwirtschaftsamt Weilheim hat Mangold auf die Schnelle schon auf die Beine stellen können. Das bestätigt Horst Hofmann, bei dieser Behörde zuständig für den Landkreis Garmisch-Partenkirchen. „Es ist mittlerweile schwer kalkulierbar, wo das Material vom Berg hingeht. Der Bach läuft unkontrolliert über die Wiesen und verstopft Durchlässe an der Straße“, sagt Hofmann und betont, dass sein Amt in dieser Sache nur beratend tätig ist. Grundsätzlich müsse man sich hier schon gut überlegen, was man tut und was man investiert. „Jetzt heißt es aber erst einmal, mit möglichst einfachen Mitteln eine Lösung zu finden. Unser Vorschlag wäre, als Erstmaßnahme den Bach entweder mit einem Damm oder mit der Wiederherstellung des Bettes an die alte Stelle zurückzuleiten und unten ein Auffangbecken zu schaffen, damit die Straße nicht gleich vermurt."

Michaela Sperer

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