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Murnaus Großbaustelle: der Vorplatz am Kultur- und Tagungszentrum. Die Neugestaltung der Bahnhofstraße und des Münterplatzes sollen folgen – möglicherweise einige Jahre später als geplant.

Suche nach finanzieller Entlastung

Ringen um Murnaus Großprojekte

Murnau - Murnaus Investitionspläne sind ambitioniert – und dürften die Finanzkraft des Marktes auf eine harte Probe stellen. Kein Wunder, dass im Zuge der Haushaltsberatungen darüber diskutiert wurde, auf die Bremse zu treten. Großprojekte könnten zeitlich verschoben oder ganz gestrichen werden.

Die Marktgemeinde Murnau hat sich für die nächsten Jahre viel vorgenommen: Auf der so genannten Prioritätenliste, die Teil des Haushaltsplanes ist, stehen bereits begonnene, geplante oder gewünschte Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 45 Millionen Euro (wir berichteten). Für einen Ort mit gut 12 000 Einwohnern ist das schon beachtlich. Allein der mögliche Schwimmbad-Bau „nach 2020“ ist mit zehn Millionen Euro (inklusive Grunderwerb) angesetzt. Auch wenn nicht alles umgesetzt wird – der Gemeinderat wird wohl nicht umhin kommen, eine Auswahl zu treffen –, dürften die finanziellen Spielräume enger werden. Laut den Prognosen der Kämmerei schrumpfen die Rücklagen – und der Schuldenberg wächst. Aussichten, die bei so manch einem Volksvertreter Bauchschmerzen verursachen.

Murnaus „Schatzmeister“ Hubert Süß präsentierte daher im Zuge der Haushaltsberatungen – konkret ging es um den Jahresetat 2017 – den Ortspolitikern eine Lösung, mit der seiner Meinung nach „der Finanzplan im Gleichgewicht bleibt“. Er schlägt vor, drei Mammutprojekte so zu verschieben, dass sich die Belastungen auf einen längeren Zeitraum verteilen und damit abgemildert werden. Demnach soll die Neugestaltung der Bahnhofstraße (Kosten: rund 2,4 Millionen Euro) und des Münterplatzes (1,8 Millionen Euro) fünf Jahre später als bislang anvisiert angepackt werden. Es würde dann erst 2023 mit den Planungen losgehen. Die Sanierung des Kindergartens St. Nikolaus (3,5 Millionen Euro) wäre erst 2018/19 (ein Jahr später) mit den Planungen an der Reihe – und die Bauhof-Umsiedlung (5,9 Millionen Euro) erst 2020 (zwei Jahre später).

Entschieden wurde in der Sitzung – es war der dritte und letzte Termin der Haushaltsberatungen – noch nichts. Einige Gemeinderäte zeigten sich überrascht und baten um Bedenkzeit. „Darüber müssen wir in Ruhe nachdenken“, meinte etwa Alexander Weinhart („Mehr bewegen“). Ernst Ochs (SPD) signalisierte Zustimmung: „Das ist ein guter Vorschlag. In dem Tempo können wir nicht weitermachen.“ Die Kommune drohe sonst, so Ochs weiter, in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Voraussichtlich Ende November soll das ganze Zahlenwerk verabschiedet werden.

Eine andere Idee zur Entlastung hatte Welf Probst. Der Freie-Wähler-Chef sieht das Wohnbau-Vorhaben der Gemeinde am Längenfeldweg (6,5 Millionen Euro), für das Kredite aufgenommen werden müssten, kritisch. „Das ist noch nicht richtig durchdacht“, meinte er. Man sollte sich erstmal auf den Grundstückskauf beschränken – und den Posten von der Agenda nehmen. Dem widersprach Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum): „Das ist ein super drängendes Thema.“ Der Ort brauche unbedingt bezahlbaren Wohnraum. Die Schulden dafür sind seiner Ansicht nach vertretbar, da auch Mieteinnahmen erwirtschaftet würden.

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