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Im vorigen Jahr angelegt: der Parkplatz am Haus des Gastes.

Angebliche Mängel sorgen für Unmut

Parkplatz-Streit verschärft sich

Riegsee - Der Streit um den neuen Parkplatz am Riegseer Haus des Gastes nimmt an Vehemenz zu. Aus den Reihen des Gemeinderats wird Kritik an der beauftragten Baufirma wegen angeblicher Mängel laut, die noch nicht beseitigt seien. Auch das Amt für ländliche Entwicklung steht unter Beschuss.

Die ganze Debatte ist nicht neu. Bereits als der Parkplatz vergangenen Sommer angelegt wurde, hatte es Unmut unter den Gemeinderäten gegeben. Bauherr ist jedoch nicht die Kommune, sondern das Amt für ländliche Entwicklung (ALE). Denn es handelt sich um ein Projekt im Rahmen der Dorferneuerung.

Ende 2015 erfolgte die Abnahme durch einen Sachverständigen. Bürgermeister Rudi Kühn (ÖDP) sagt, es gebe Mängel, die bis heute nicht beseitigt seien. Die ausführende Baufirma sei zwei Mal per Einschreiben aufgefordert worden, Stellung zu beziehen. Die Bauleitung habe intensiv versucht das Landschaftsbau-Unternehmen zu kontaktieren. ,„Es hat sich aber niemand gemeldet“, sagt Kühn. Die Firma habe auch noch keine Schlussrechnung gestellt. Der Bürgermeister findet das alles „sehr seltsam“. 

Ratsmitglied Georg Miller (Wählergemeinschaft Aidling) sagt, der Parkplatz schaue „einigermaßen passabel“ aus. „Die versteckten Mängel sind vor allem unterirdisch.“ Miller ist sicher: „Die Folgekosten kommen erst in Zukunft.“ Es sind auch Bohrkerne entnommen worden. „Wir haben aber nie ein Ergebnis gesehen.“ Auch Vizebürgermeister Ingo Presuhn (Wählergemeinschaft Riegsee) findet: „Einiges ist nicht optimal.“ 

Der Geschäftsführer des Bauunternehmens weist die Vorwürfe zurück. Bei der Abnahme sei lediglich ein Mangel festgestellt worden. Ihn zu beheben würde circa 100 Euro kosten, schätzt er. „Ansonsten kenne ich keinen Mangel.“ Und die Schlussrechnung? „Dazu hatte ich noch keine Zeit.“ 

Der Geschäftsführer deutet an, dass die Bedingungen in Riegsee schwierig gewesen seien. So sei er „von einem älteren Herren“ einmal als „Saupreiß“ beschimpft worden. Während die Arbeiten liefen, sei in der Baustelle Müll entsorgt worden. „Sie ist missbraucht worden.“ Das Fazit des Geschäftsführers: „Da möchte ich in meinem Leben nicht mehr arbeiten.“

Kritik muss sich jedoch nicht nur die Landschaftsbaufirma anhören, sondern auch das ALE. Nach Kühns Angaben hätte sich der Gemeinderat mehr Präsenz des Amts gewünscht, und dass man der Baufirma „mehr auf die Finger schaut“. Er selber, betont Kühn, vertrete diese Meinung jedoch nicht aktiv. Miller schon. „Das ist zu wenig vom Amt für ländliche Entwicklung begleitet worden“, moniert der Landwirt aus Leibersberg. Die Verantwortung liege bei dieser Behörde. 

Vorstand der Teilnehmergemeinschaft Dorferneuerung Riegsee ist Ehrenfried Siegmund. Der ALE-Mitarbeiter geht auf Tauchstation. Er will sich zu den Vorwürfen nicht äußern. 

Der Parkplatz-Neubau war einmal mit 360 000 Euro veranschlagt gewesen. Laut Kühn wird es „ein bissl teurer“. Da die Schlussrechnung nicht vorliege, könne man allerdings keine genauen Angaben machen. Ein Teil der Summe sei zurückbehalten und noch nicht an die Baufirma ausbezahlt worden. Mit diesem Geld lasse sich vielleicht, so Kühns Kalkül, der „Schaden“ etwas minimieren. 

Bei dem Betrag handelt es sich um einen so genannten Sicherheitseinbehalt. Dieser müsste eigentlich nach Ablauf der Gewährleistungsfrist an den Bauunternehmer ausgezahlt werden. 

Rechtliche Schritte will die Gemeinde nach Kühns Auskunft übrigens nicht einleiten. „Das müsste das Amt für ländliche Entwicklung machen.“ Die Problematik sei komplex gewesen, fasst der Rathauschef zusammen. „Wie es weitergeht, weiß ich nicht." 

Roland Lory

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