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Startschuss: die Gründungsmitglieder (v. l.) Ekkehard Alschweig (Kern Microtechnik), Hubert Felix (Realschule Murnau), Herbert Bogner (Verein zur Wirtschaftsförderung), Carsten Elitzsch (Werk 11), Rolf Beuting, Jan-Ulrich Bittlinger und Sonnja Riedl (Staffelsee-Gymnasium).

Spannendes Projekt im alten Murnauer Gemeinde-Krankenhaus

Hightech-Werkstatt: Freie Bahn für Tüftler

Murnau - Der neugegründete Verein „MakerLab Murnau“ will im alten Gemeinde-Krankenhaus eine Hightech-Werkstatt einrichten. Jeder kann mitmachen und Mitglied werden.

Die so genannte Maker-Bewegung ist schwer angesagt. Vor allem in Großstädten boomt die Do-It-Yourself-Kultur der Macher, die mit moderner Technik, beispielsweise mit 3D-Druckern, alles Mögliche herstellen. Nun sollen die Tüftler und Technikfans auch in Murnau einen Ort bekommen, um ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen.

Vorgesehen ist eine offene Hightech-Werkstatt im alten Gemeinde-Krankenhaus, die noch heuer starten soll. Der Name: „MakerLab Murnau“. Dafür wurde kürzlich ein Verein gegründet, der das Ganze betreibt und finanziert – mit Murnaus Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger an der Spitze. Zusammen mit Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) gilt der Rathaus-Mitarbeiter als Initiator des ehrgeizigen Projekts, das hier in der Region einmalig sein dürfte. 

Bittlinger ist davon überzeugt, ein Zukunftsthema anzupacken, das Murnau und den Landkreis voranbringt: „Dieses Feld bietet so viele Möglichkeiten, an die wir heute noch gar nicht denken“, sagt er. Die Palette der Produkte und Prototypen, die in solch einem Labor hervorgebracht werden, ist breit gefächert. Das fängt bei Kunst- und Designobjekten an und hört bei Alltagsgegenständen und programmierten Maschinen auf. Für den Vereinschef ist das keineswegs Spielerei, sondern eine Plattform für Unternehmen, Schüler und Privatpersonen. Im Idealfall, so Bittlingers Kalkül, werden dort Geschäftsideen geboren, die auch für die heimischen Betriebe interessant sind. Beispielsweise könnten per 3D-Druck individuelle Brillengestelle für einen Optikerladen oder Formen für eine Konditorei angefertigt werden. „Für die Handwerksberufe in unserem Landkreis bieten die neuen Technologien neue Chancen“, ist sich der Experte sicher. 

Rathaus-Chef Beuting, der neben Vertretern der Wirtschaft und Schulen ebenfalls zu den sieben Gründungsmitgliedern zählt, nennt in einer Pressemitteilung einen weiteren Aspekt: „Wir wollen mit dem MakerLab Murnau auf den Fachkräftemangel im Landkreis Garmisch-Partenkirchen reagieren und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts verbessern“, erklärt er. Eine wichtige Zielgruppe sind daher Kinder, Jugendliche und Schüler, die ab dem Grundschulalter an 3D-Drucker, Laser-Cutter & Co. herangeführt werden sollen. Wie berichtet, ist die Werkstatt ein wesentlicher Baustein des in der ehemaligen Loeb-Klinik geplanten Innovationsquartiers, das der Kreativbranche ein Zuhause bieten soll. Für den MakerLab-Verein sind dort Räume im Erdgeschoss reserviert. Die nächste Hürde: Die erforderlichen Geräte sind ziemlich teuer, die ersten wurden schon angeschafft. Bittlinger schätzt die Kosten einer Grundausstattung – vom 3D-Drucker bis zur Lötstation – auf 50 000 Euro. Er setzt vor allem auf Sponsoren aus der Wirtschaft, aber auch auf staatliche Zuschüsse und Fördermittel.

Der Zeitplan steht: Auf einer ersten Info-Veranstaltung am Dienstag, 28. Juni, wird das Vorhaben allen Interessierten vorgestellt (Beginn: 19 Uhr im Innovationsquartier). Es folgen im Juli ein Tag der offenen Tür und im August erste Workshops. Maker-Profis stehen den Neulingen anfangs zur Seite. Jeder kann in dem Verein Mitglied werden. Bittlinger ist optimistisch und geht mittelfristig von 100 Firmen sowie 200 bis 300 Privatpersonen aus, die mitmachen. Die Beiträge, mit denen der laufende Betrieb finanziert wird, sind laut Vereinsangaben moderat. So zahlt etwa das erste Kind einer Familie im Jahr 60 Euro, alle seine Geschwister nur zwölf Euro. „Wir wollen jedem die Möglichkeit bieten, diese neuen Technologien kennenzulernen und nutzen zu können“, sagt Beuting.

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