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Noch viel Platz: Seit Jahren ringt die Murnauer Ortspolitik um eine Lösung für die große, unbebaute Zentrumsfläche im Kemmelpark. Links unten ist auf dieser Luftaufnahme der Handwerker- und Gewerbehof zu sehen.  

Murnauer Kemmelpark

Eine Riesenfläche, drei Möglichkeiten

Murnau - Kritiker sprechen mit Blick auf den Murnauer Kemmelpark süffisant von einer Never-ending-Story. In der Tat kam man bislang in der Frage, was aus dem großen Filetstück im Herzen des einstigen Kasernenareals werden soll, nicht weiter. Das könnte sich bald ändern: Die Verwaltung hat drei Konzepte auf dem Tisch liegen – darunter das eines Hotelinvestors.

Murnaus Gemeinderäte haben Übung im Umgang mit Großprojekten. Erst kürzlich schwirrten im Zuge der Haushaltsberatungen die Millionenbeträge nur so durch den Raum (wir berichteten). Diese Woche dürfte es weitergehen. Die Rathaus-Verwaltung will nämlich dem Gremium drei Alternativen vorstellen, die auf dem seit Jahren brachliegenden und rund 7000 Quadratmeter umfassenden Kemmelpark-Zentrum („GE Mitte“) vorstellbar wären. Interessierte Investoren haben offenbar bereits angeklopft. Eine Entscheidung, wohin die Reise geht, wäre ein Meilenstein in der langwierigen Konversion.

Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) hält sich auf Tagblatt-Nachfrage bedeckt – und gibt sich betont neutral: „Die Verwaltung hat keinen Vorzug für etwas“, sagt er diplomatisch. Zumindest die drei Varianten skizziert er grob: Demnach würde ein Projektentwickler ein Hotel bauen; dem Vernehmen nach ist ein großes Haus der Mittelklasse mit fast 150 Zimmern im Gespräch. Und ein anderer würde ein Vorhaben aus dem Gesundheitsbereich realisieren. Die dritte Idee stammt von der Gemeinde, die sich dort eine Mischung aus gewerblicher Nutzung mit dem Schwerpunkt Büros und Wohnbebauung vorstellen kann. Rathaus-Chef Beuting spricht von „drei sehr guten Bewerbungen“. Er selbst will sich auf keinen Favoriten festlegen.

Zur Erinnerung: Seit 2007 werden die Gewerbeflächen im Kemmelpark von der Marktgemeinde beziehungsweise einer Tochter-Gesellschaft vermarktet. Seitdem ist vieles entstanden, ob nun das Supermarkt-Zentrum im Eingangsbereich oder der Handwerker- und Gewerbehof, um nur zwei prominente Beispiele zu nennen. Aber – das fällt auf – es ist auch noch jede Menge unbebaut, vor allem im Herzen des weiträumigen Gewerbe- und Wohngebiets. In der Ortspolitik flammt immer wieder die Debatte auf, was mit dem wertvollen Grund passieren soll – ein heikles Thema, um das häufig hinter verschlossenen Türen gerungen wird. Entschieden wurden bislang vornehmlich Dinge, die dort nicht gewünscht sind, allen voran weiterer Einzelhandel (wir berichteten). Der Hintergrund: Es soll kein zweites Zentrum entstehen, das Murnaus „guter Stube“ schadet.

Doch nun scheint Bewegung in die Sache zu kommen. Vor allem das Hotel-Projekt schlägt hohe Wellen, angeblich machte unter den heimischen Hoteliers bereits ein Exposé des potenziellen Investors die Runde. Die betroffenen Unternehmer sind von einem Konkurrenzbetrieb im Kemmelpark nicht begeistert – obwohl eigentlich darüber Konsens herrscht, dass der Hauptort der Tourismusregion Blaues Land nach der Schließung des Hotels Ludwig am Seidlpark dringend mehr Betten bräuchte. Derzeit sind es 365, verteilt auf fünf Hotels.

Doch entscheidend sei, so der Tenor, das Konzept. Und da fällt der aktuelle Vorschlag durch. „Ich habe meine Skepsis. Das passt nicht zum hochwertigen Murnau“, sagt etwa der Direktor der Nobelherberge Alpenhof, Christian Bär. Er befürchtet, dass das Ganze auf eine „Bettenburg“ hinausläuft, die dann zu Billigpreisen ausgelastet wird, ob nun mit Business-Kunden oder Busgruppen. Die Marktgemeinde dürfte davon wenig haben, befürchtet Bär. Ihm wäre ein feines Vier-SterneHaus in zentraler Lage lieber.

Ähnlich sieht es seine Partei- und Branchenkollegin, die CSU-Gemeinderätin und Angerbräu-Betreiberin Regina Samm. Solche großen Häuser zahlen ihrer Erfahrung nach in der Regel vor Ort keine Gewerbesteuer und arbeiten nur mit einer dünnen Personaldecke. Außerdem verstärkten sie in den schlechten Wintermonaten den Konkurrenzkampf. Samms Urteil ist daher eindeutig: „Das passt nicht zu Murnau.“ Die Geschäftsfrau verweist darauf, dass derzeit ohnehin in Murnaus Hotellerie einige Erweiterungspläne geschmiedet würden. Auch sie selbst liebäugelt mit einer Expansion.

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