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Präsentieren beim Festzug stolz ihre neue Vereinsfahne: die Mitglieder des Schützenvereins Groß- und Kleinweil.

95 Jahre Schützenverein Groß- und Kleinweil

Schützen treffen voll ins Schwarze

Großweil - Lange wurde um das Ereignis gebangt – doch dann hörte der Regen genau zum richtigen Zeitpunkt auf: Der große Festzug zum 95-jährigen Bestehen des Schützenvereins Groß- und Kleinweil konnte stattfinden. Etwa 1000 Mitwirkende in über 30 Fußgruppen aus dem ganzen Oberland, mehreren Festwagen und Musikkapellen zogen durchs Dorf.

Die Schützen trafen voll ins Schwarze: Unglaubliches Glück mit dem Wetter hatte der Schützenverein Groß- und Kleinweil am Sonntag. Musste die Weihe der neuen Vereinsfahne noch im Festzelt stattfinden, während der Regen kontinuierlich auf die Planen prasselte, riss kurz vor dem Umzug der Himmel auf und die Sonne kam hervor.

Mit großer Sorgfalt hatten der Mesner von Großweil, Josef Straubinger, und sein Kollege aus Zell, Josef Bäck, bereits in den frühen Morgenstunden den Altar auf der Bühne aufgebaut und alle benötigten Utensilien für den Gottesdienst hergerichtet. Als das von der Fahnenstickerei Jaeschke/Zwislsberger aus Engelsberg gefertigte wertvolle Stück hereingetragen wurde, reckten die rund 700 Menschen im Festzelt ihre Köpfe. „Das ist aber eine schöne Stickerei“, lautete der allgemeine Tenor. 

Traditionsgemäß versammelten sich die Fahnenabordnungen der Ortsvereine im Halbkreis rings um den Altar – ein prachtvolles, buntes Bild, welches das trübe Wetter draußen etwas vergessen ließ. „Schützen haben die Eigenschaft, stets ein Ziel vor Augen zu haben“, sagte Pfarrer Christian Hermann, der zusammen mit Diakon Franz-Joseph Weppelmann den Gottesdienst feierte. Damit sei nicht nur eine Zielscheibe gemeint: „Schützen haben auch ein Lebensziel und die Fähigkeit, persönliche Lebensentscheidungen zu treffen und den Weg zu Jesus zu finden. Sie beschützen die Schwachen und sind somit im Sinne des Christentums Menschen, die ihren Glauben leben.“

Bevor Fähnrich Andreas Baur das seidene Schmuckstück überreicht bekam, brachten Fahnenmutter Maria Talke und Schützenkönigin Simone Lehmanns vom Schlehdorfer Patenverein ihre Fahnenbänder an, ebenso der ehemalige Schützenmeister Hans Geiger das Trauerband für die Gestorbenen und Gefallenen. „Ohne sie wäre der Verein heute nicht das, was er ist“, sagte Geiger.

Mit Teilen der Deutschen Messe von Sepp Schwindhackl und der Harmoniemesse ließ die von Sepp Burkart geleitete Musikkapelle Groß- und Kleinweil vergessen, dass man sich in einem Bierzelt und nicht in einem sakralen Raum befand. „Ich fand den Rahmen durchaus würdevoll, trotz des Regens draußen“, stellte der Erste Vorsitzende der Freiwilligen Feuerwehr Groß- und Kleinweil, Heinz Wolff, hinterher fest.

Im Anschluss herrschte  Unsicherheit unter den Schützen, ob sich der Regen, der nur wenige Kilometer nördlich üble Schäden angerichtet hatte, doch noch legen würde. Und tatsächlich: Sogar die Sonne schien, als die etwa 1000 Mitwirkenden in über 30 Fußgruppen aus dem ganzen Oberland, mehreren Festwagen und diversen Musikkapellen vom Großweiler Ortszentrum bis nach Kleinweil und zurück marschierten; niemand wurde nass. Besonders viel Zuspruch von den Zuschauern erhielt unter anderem ein Themenwagen, auf dem die für die Gemeinde bis 1930 betriebene Flößerei auf der Loisach dargestellt war.

Am Nachmittag übernahm die Musikkapelle Schlehdorf (Leitung: Florian Jochner) die Unterhaltung der Gäste, mit den „Original Hopfenbläsern“ klang der Tag aus. Am Montag enden die Feierlichkeiten mit einem Oldtimer-Korso (13.30 Uhr).

Heino Herpen

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