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Bereits 2012 „Katastrophen“-Schauplatz: Auf dem Standortübungsplatz in Spatzenhausen trainieren Rettungskräfte, die Opfer nach dem Absturz eines Privatflugzeugs zu versorgen.

Opfer-Darsteller gesucht

Katastrophenschutz-Training in gigantischem Ausmaß

Spatzenhausen - Nie zuvor gab es im Landkreis eine Katastrophenfall-Übung dieses gigantischen Ausmaßes: Über 200 Rettungskräfte rüsten sich am 24./25. September auf dem Standortübungsplatz Spatzenhausen und in der Umgebung für drei extreme Szenarien. Etwa 40 Mimen stellen Verletzte dar.

Details bleiben im Vorfeld streng geheim. Offiziell erhält nur ein exklusiver Zirkel an Führungskräften Einblick in diese Verschlusssache und weiß damit, was auf die mehr als 200 haupt- und ehrenamtlichen Retter zukommen wird. Jörg Jovy (52) aus Murnau, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit im Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK), fasst die Essenz zusammen: „Das wird kein Freizeitvergnügen.“ Im Gegenteil: Jovy prophezeit den Teilnehmern dieses außergewöhnlichen Trainings zwei Tage mit „psychischen sowie physischen Belastungen – und in der Kombination Stress, der hoffentlich positiv ist“.

Alles soll möglichst realistisch sein: Ein Darsteller wird zum Verletzten geschminkt.

Einmal im Jahr ruft das Kreis-BRK zu einer gemeinsamen Übung auf: Einsatzkräfte rüsten sich für Katastrophen mit massenhaft Verletzten, damit sie im Ernstfall schnell professionelle Hilfe leisten können. Vertreter von BRK-Rettungsdienst und -Bereitschaften, des Katastrophenschutzes, von Feuerwehren, Wasserwachten und Kriseninterventionsdienst sowie Notärzte sollen diesmal auf dem Standortübungsplatz Spatzenhausen und in der Umgebung extreme Herausforderungen meistern, die über alltägliche Einsätze weit hinausreichen. Die Zahl der Beteiligten sprengt den bekannten Rahmen: „Es handelt sich im Bereich Katastrophenschutz sicherlich um eine der größten Übungen landes- und bundesweit“, betont Jovy. Im Landkreis gab es bislang nichts Vergleichbares. Vor vier Jahren hatten – ebenfalls in Spatzenhausen – 120 Kräfte den Ernstfall geprobt.

Heuer stehen den Rettern drei Katastrophen-Szenarien bevor; zwei davon sind in zwei Durchläufen zu bewältigen. Für einen dieser Fälle, der sich an exponierter Stelle abspielt, gebe es bisher „nur theoretische Pläne, er ist noch nie praktisch erprobt worden“, sagt Jovy. Retter werden in Situationen geraten, die sie aus dem normalen Arbeitsalltag und aus Übungen nicht kennen. Dahinter steht in keiner Weise die Befürchtung, im Landkreis könnte sich demnächst die Hölle auftun. Einsatzkräfte, sagt Jovy, „sollen einfach die Möglichkeit erhalten, die Fälle praktisch zu erfahren und zu erleben. Es ist ein Unterschied, ob man sich überlegt, was wäre, wenn man es mit 50 Schwerverletzten zu tun hat, oder ob die 50 Menschen vor einem liegen und schreien“. Zudem zeigen die Geschehnisse der vergangenen Monate in Bayern, dass sich nirgendwo etwas völlig ausschließen lässt. Da gab es das Zugunglück von Bad Aibling, den Amoklauf von München, die Hochwasserlagen in Ober- und Niederbayern sowie das Blutbad im Regionalzug bei Würzburg. Auch im Landkreis ereigneten sich in der Vergangenheit immer wieder schwere Unglücke mit vielen Verletzten. Etwa 40 Mimen sollen die Opfer in der Übung darstellen und somit für eine realistische Szenerie sorgen. Professionelle Maskenbildner schminken die Freiwilligen, die unterschiedliche Verletzungen simulieren und die Übungsteilnehmer am Ende auch bewerten.

Die Einsatzkräfte werden nach Jovys Worten schnell vergessen, dass es sich nur um ein Training handelt: „Die Leute wissen innerhalb von zwei Minuten nicht mehr, dass das ein Szenario ist.“ Dann befinden sie sich im Tunnel. Und retten Opfer einer Katastrophe, wie sie sich im Landkreis noch nicht zugetragen hat.

Darsteller gesucht

Etwa 40 Mimen, die Opfer darstellen, braucht das BRK für die Katastrophenschutzübung. Interessenten sollten mindestens 16 Jahre alt sein und mindestens einen Tag Zeit haben – also am Samstag von etwa 8 bis 21 Uhr und am Sonntag von 8 bis circa 14 Uhr. Für die Einweisung gibt es am Freitag, 23. September, etwa ab 18.30 Uhr ein Treffen auf dem Gelände in Spatzenhausen. Alle Teilnehmer erhalten bei den Übungen Verpflegung, am Freitagabend findet für die Mimen ein kleines Fest auf dem Gelände mit Lagerfeuer und Möglichkeiten zum Übernachten statt. Interessenten melden sich per E-Mail an notfalldarstellung@brk-gap.de oder telefonisch beim BRK-Kreisverband (0 88 21/94 32 10).

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