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Voll des Lobes für Kurt und Christian Höller (2. u. 3. v l.) sind der CSU-Ortsverbandsvorsitzende Dr. Michael Rapp und Gemeinderat Josef Bierling.

Murnauer Bucht Thema bei CSU-Stammtisch

"Platzl" platzt aus allen Nähten

Murnau - Die Murnauer Bucht und ein Hallenbad standen im Mittelpunkt des Stammtischs, den der CSU-Ortsverband Murnau im Lido veranstaltet hat. Diskutiert wurde nicht nur über den Kiosk Platzl am See, der aus allen Nähten zu platzen droht, sondern auch über einen Schwimmbad-Neubau für Schüler. Von einer Schließung des Freibads Lido zugunsten eines freien Seezugangs wollten die Gäste nichts wissen.

Gerade jetzt im Sommer ist die Murnauer Bucht ein bei Einheimischen wie Gästen gleichermaßen beliebtes und viel frequentiertes Areal. Mit einem Überblick über die Entwicklung der Murnauer Bucht leiteten der Vorsitzende des Ortsverbands, Dr. Michael Rapp, und Gemeinderat Josef Bierling den Stammtisch-Abend ein. Seit 2004 wird das beliebte Freibad Lido von Pächter Kurt Höller betrieben und die etwa 25 Anwesenden lobten einhellig dessen Leitung und Engagement für das Bad. „Die Brüder (Höller) haben sich wirklich reingehängt“ hieß es, auch in Bezug auf den von Christian Höller betriebenen Kiosk neben der Anlegestelle der Staffelseeschifffahrt. Aber gerade um diesen Kiosk gibt es aktuell Probleme, denn das Landratsamt hat in den vergangenen Jahren immer wieder verschiedene Mängel festgestellt und eine Frist bis 2017 gesetzt, um diese zu beheben (siehe Kasten). Bürgermeister Beuting allerdings habe ihm gesagt, dass vor 2020 hier von Seiten der Gemeinde nichts geplant sei, erzählte Kurt Höller, und auch Bierling musste auf die Prioritätenliste des Gemeinderats verweisen. Dennoch sei es an der Zeit, zu handeln. Einig waren sich die Besucher des Stammtischs darüber, dass ein Kiosk an dieser Stelle für viele Gäste, ob sie mit dem Schiff oder auf andere Weise kommen, einen ersten Eindruck von Murnau darstellt und daher sorgfältig und sinnvoll gestaltet sein sollte. Kurt Höller meinte, er könne sich als Übergangslösung einen Kiosk in Containerbauart vorstellen und Christian Bär, Direktor vom Hotel Alpenhof, war der Meinung, es sei „ ein Leichtes, mit wenige Mitteln ein Aushängeschild zu schaffen, auf das wir alle stolz sind.“ Über diese Aspekte, so berichtete Bierling, wurde auch auf einem Workshop zum Thema Murnauer Bucht, diskutiert, der im Juli stattfand und an dem mehreren Mitgliedern des Gemeinderats teilgenommen haben. Mit dabei war auch Professor Dorothea Voitländer von der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzbug, die bereits 2013 mit ihren Studenten fünfzehn Möglichkeiten zur Gestaltung des Seezugangs ausgearbeitet hatte. Es habe sich, laut Bierling, gezeigt, dass es ganz unterschiedliche Vorstellungen gebe. Auch die Verlegung der Schiffsanlegestelle und die Schließung des Strandbades zugunsten eines freien Seezugangs seien von Teilnehmern angedacht worden. Das aber wollte am Dienstagabend keiner der Anwesenden. Und auch beim zweiten Thema des Abends ging es ums Wasser und ums Schwimmen. Nach der Schließung des Schwimmbads im BRK-Seniorenwohnen Ruhesitz Staffelsee gibt es nämlich in der näheren Umgebung von Murnau kein Schwimmbad mehr, in dem ein sinnvoller Schwimmunterricht für Schüler möglich ist. Dabei wird von Seiten des Kultusministeriums der Schwimmunterricht bei einem Schüleraufkommen wie in Murnau (ab 50 Klassen) ausdrücklich empfohlen. Vorstellen könnte sich die Murnauer CSU ein reines Schulschwimmbad, dort wo sich derzeit die Schulturnhalle der Mittelschule befinde. Die Turnhalle sei derzeit ohnehin in keinem besonders guten Zustand. Wichtig, das betonte Michael Rapp, sei, dass sich die Anlage auf gemeindeeigenem Grund befinde. Ein einfaches Schwimmbad, das in erster Linie für den Schulsport genutzt werde, wäre eine sinnvolle Sache. Es könnte allerdings auch Senioren und Sportvereinen zur Verfügung stehen. Aber, so betonte Bierling, man müsse sich klar darüber sein, das so ein Schwimmbad auf jeden Fall ein Zuschussgeschäft für die Gemeinde sein dürfe. Trotzdem war die Stimmung in der Runde sehr positiv. Es sei wichtig und sinnvoll, dass die Kinder in und um Murnau Schwimmen lernen. Bierling, der auch Mitglied im neugegründeten Förderverein Hallenschwimmbad Murnau ist (wir berichteten), freute sich über die positive Resonanz. „Das werden wir jetzt so in den Gemeinderat mitnehmen“, sagte er.

Heribert Riesenhuber


"Kiosk mit teils gaststättenähnlichen Ausmaßen": 


Um die Situation des Kiosks Platzl am See ging es auch in der Sitzung des Marktgemeinderats. Ein Teil der Mitglieder hatte zuvor an einem Workshop zur Zukunft der Bucht teilgenommen. Die Teilnehmer kamen zum Ergebnis, dass vor einer intensiven Auseinandersetzung mit der städtebaulichen Entwicklung des Areals von Seiten der Gemeinde keine kostenintensiven Investitionen mehr getätigt werden sollen. „Das heißt der Betrieb am Platzl wird auf einen reinen Kioskbetrieb zurückgefahren“, erklärte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Anita Welzmüller, bei der Kommune für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sagt: „Der Kiosk hat aufgrund der enormen Besucherzahl teilweise gaststättenähnliche Ausmaße angenommen.“ Dafür habe ein Kiosk jedoch nicht die hygienischen wie auch baulichen Voraussetzungen. „Um diese zu schaffen, müsste der Kiosk saniert werden. Und dies wäre sehr kostenintensiv“, sagt sie. Das Landratsamt schließt sich der Auffassung der Gemeinde an. „Die Anlage ist zu klein für das hohe Gästeaufkommen“, betont Sprecher Stephan Scharf. Wie bei jeder anderen Gaststätte im Landkreis sei die Kreisbehörde auch beim Platzl im Rahmen des Verbraucherschutzes tätig. Der Betreiber habe „wie jeder andere Gastwirt auch die üblichen Pflichten einzuhalten“. Dazu zählten die Sperrzeiten und Hygienevorschriften, auch dürfe kein Alkohol an Minderjährige ausgeschenkt werden. Eine Frist, bis zu der das Platzl auf einen reinen Kioskbetrieb zurückgefahren werden muss, gibt es laut Welzmüller nicht. Kein Interesse an einem Rückbau hat Betreiber Christian Höller. Wobei er aber auch sagt: „Es muss etwas gemacht werden. Das ist wirklich altes Glump.“ Der Kiosk mit Grundstück gehört der Kommune. Wenn es voll ist, sind 250 Gäste da.

Roland Lory 

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