Neue Bestimmung, neuer Name: Das Gemeindekrankenhaus soll in Zukunft den Namen James-Loeb-Haus tragen. Dort entsteht zur Zeit ein so genanntes Innovationsquartier. Foto: Her/Arch.

Aus Krankenhaus wird James-Loeb-Haus

Murnau - Nun ist es offiziell. Das alte Murnauer Gemeindekrankenhaus wird in Zukunft James-Loeb-Haus heißen. Dies entschied der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.

Alexander Weinhart von „Mehr Bewegen“ hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung diesen Antrag im Namen seiner Gruppierung zu Ehren des Gönners des Hauses eingebracht. Zusammen mit dem Grundsatzbeschluss, das Gebäude in seinem Bestand zu erhalten sowie dort ein Innovationsquartier einzurichten (wir berichteten), wurde auch dieser Antrag vom Gemeinderat positiv beschieden. Der Name James-Loeb-Haus ist mehr als naheliegend und wurde bereits im Vorfeld von Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger für seine Konzeptionen und Pläne für das Gebäude verwendet.

Weinhart jedenfalls ist glücklich - nicht nur über die Namensgebung: „Damit ist in unseren Augen eine sehr sinnvolle Nachnutzung geschaffen. Wir freuen uns, dass auch unsere Positionen damit umgesetzt wurden und werden uns dafür einsetzen, dass die getätigten Investitionen (wie berichtet, 500 000 Euro vorwiegend für Brandschutzmaßnahmen; Anm. der Red.) für ein gewerbliche Nutzung langfristig gut angelegt sind, damit wir noch weit über 2018 hinaus viel Freude mit diesem Gebäude im Sinne unserers Gönners James Loeb haben werden.“

Welche Bedingungen dieser Gönner, der amerikanische Bankier, Kunstsammler und Murnau-Liebhaber James Loeb, tatsächlich an den Bau des Krankenhausgebäudes geknüpft hat, bleibt weiterhin unklar. Auf der Homepage des James-Loeb-Vereins ist zu lesen: „Loeb hatte durch sein großes Vermögen nicht nur die Möglichkeit, sondern er sah es auch als Verpflichtung an, weitreichende soziale Unterstützung zu leisten. So stiftete und förderte er nicht nur in den USA zahlreiche Bildungs- und soziale Einrichtungen (zum Beispiel die Harvard University), er förderte auch in ungewöhnlich großzügiger Weise zum Beispiel in München die ,Deutsche Forschungsanstalt für Psychiatrie‘ (heute Max-Planck-Institut für Psychiatrie) und stiftete das erste Münchner Studentinnenheim ,Maria Antonie-Haus‘. In Murnau spendete er großzügig an zahlreiche Hilfsbedürftige und finanzierte neben vielen kleineren Projekten zum Beispiel 1932 vollständig das Gemeindekrankenhaus.“

Sicher ist, dass er für den Bau des Krankenhauses der Gemeinde Murnau zunächst zwei Darlehen in Höhe von insgesamt 500 000 Reichsmark zur Verfügung gestellt hatte. Laut Marktarchivarin Dr. Marion Hruschka war es zunächst wohl auch so geplant, dass Murnau das Geld später zurückzahlen muss. „Ich vermute aber, dass es durch den Tod James Loebs 1933 zu keiner Rückzahlungsforderung mehr kam. Vermutlich war das im Testament so fixiert“, sagt Hruschka. Briefe oder Urkunden für eine Stiftung für den Krankenhausbau existierten nicht. Damit kann auch die aus aktuellem Anlass zur Zeit oft gestellt Frage nicht beantwortet werden, ob Loeb den Krankenhausbau ausschließlich an eine medizinische Nutzung und Folgenutzung gekoppelt hatte.

Erst später, nach Fertigstellung des Gebäudes, sei im Testament Loebs erneut eine Summe für Murnaus Hilfsbedürftige und Kranke festgelegt worden. Mit dieser sei dann tatsächlich ein Stiftung gegründet worden - die „James- und Marie-Antonie-Loeb-Stiftung“, berichtet Hruschka. (sp)

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