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Dicht gedrängt sitzen die Zuschauer vor der Bühne im Kulturpark beim Auftritt der Band Jasper Flynn am Samstagabend. Nach dem Regen am Nachmittag mit spärlichem Besuch ist wieder richtig viel los.

So war der Kulturknall

5000 Feiernde setzen Zeichen für Menschlichkeit

Murnau - Die Organisatoren wichen nicht zurück vor Hass und Gewalt: „Die beste Antwort auf Terror ist Menschlichkeit“. Während viele Feste nach dem Amoklauf von München abgesagt wurden, zog der Seehauser Verein Menschen Helfen das 23. Benefiz-Festival Kulturknall am Wochenende durch.

Nach Angaben des Veranstalters fanden sich an beiden Tagen rund 5000 Besucher - diesmal unter dem Motto „Marktbrände zu Murnau“ - auf dem Gelände ein, das vom Kurpark bis zum Burggraben reichte.

Dort traten auf zwei Bühnen rund 20 bunt gemischte Bands und Künstler auf – darunter Jasper Flynn, Saitenweise, GeisTigerUnrat, Pablo Struff und Orange Fizz. Besonders stachen die Gamskampler aus dem Ammertal hervor, deren „Volksmusik mit Gwoit“ am Samstagabend im Kurpark für Stimmung sorgte. Beim Lied „Schofscheraschorschl“, mit dem sie beim Wettbewerb des Heimatsound-Festivals als Sieger hervorgegangen waren, hielt es die Leute nicht mehr auf ihren Plätzen. Unter das tanzende Publikum mischte sich ein lebensgroßes Schaf. Als die drei Musiker aus Schnackslreith neben Meterstab und Mofa-Weste auch noch ein Nudelholz zu verschenken hatten, flog sogar ein BH auf die Bühne. Die ungewöhnliche Show kam gut an: Minutenlang forderten die Zuhörer eine zweite Zugabe.

So aufgeheizt ging es gleich weiter zu Rapid. Die Münchner Band gab am Burggraben eine dynamische Vorstellung, bei der sich Elemente aus Ska, Balkan, Punk, Polka und Jazz zu einem unwiderstehlichen Sog vereinten. Das brachte Jung und Alt gleichermaßen in Bewegung und bot einen perfekten Ausklang des ersten Veranstaltungstages, der mit einem Donnerwetter eher gedämpft begonnen hatte.

Fotos: 5000 Besucher kamen zum Kulturknall-Festival

Abgerundet wurde das Ganze durch zwei Theaterstücke über die Murnauer Marktbrände 1835 und 1330, die von Johanna Effenberger, Marion Köhler, Christian Jungwirth, Ferdinand Ascher, Tobias Eich und Michael Karrasch vor der historischen Kulisse des Burggrabens auf die Bühne gebracht wurden. Regisseur Jonas Meyer-Wegener hatte dabei Szenen aus bekannten Dramen von Kleist oder Horváth herausgelöst und mit Bezug auf elementare Fragen nach Schuld und Unglücksursache in einen neuen Kontext gesetzt. Vervollständigt wurde diese Reise in die Vergangenheit durch die beiden Gaukler Chiara Nassauer und Heidi Pantele, die in Begleitung von „Impresario“ Jungwirth heitere Geschichten über Murnaus Feuerteufel zum Besten gaben.

Getreu dem „brenzligen“ Motto ließ sich die Besucherin Milli Denuschewski aus München bei einer Fotoaktion zum Thema Feuer ablichten und hatte einen Riesenspaß: „Hier ist für jeden was dabei, und die Atmosphäre ist sehr entspannt“, fand sie. Feurig ging es auch beim Kinderkulturknall zu, bei dem die Kleinen zum Feuerwehrschlauch greifen konnten. Darüber hinaus gab es Clowns, die Luftballonfiguren formten, Bewegungsspiele und geflochtene Blumenkränze. Wie jedes Jahr luden zwei Bars sowie eine Standmeile mit kulinarischen und handwerklichen Angeboten zum Verweilen ein.

Das ließ die Kasse klingeln: Schon am ersten Abend kamen rund 25 000 Euro zusammen. Die Einnahmen gehen in vollem Umfang an die Hilfsprojekte des Vereins. Dessen Pressesprecher Robert Zormeier war mit dem Ablauf zufrieden: „Es ist alles super gelaufen. Wir haben mit dem Benefizfest ein bewusstes Zeichen für Menschlichkeit gesetzt.“

Constanze Wilz

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