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Angeregte Diskussion: Bürgermeister Rolf Beuting (l.) mit Vereinsvertretern.

Neue Richtlinien für Kulturbereich geplant

Vereinszuschüsse: Markt will mehr Transparenz 

Murnau - Die Marktgemeinde Murnau strebt eine neue Förderpolitik gegenüber Vereinen an, die im Kultursektor tätig sind. Einen Entwurf für die neuen Richtlinien stellten Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) und die Kulturreferentin des Gemeinderates, Dr. Elisabeth Tworek (SPD), im Kultur- und Tagungszentrum vor.

Zu dem Info-Treffen waren rund 50 Vereinsvertreter erschienen. Als wesentliche Neuerung ist laut dem sechsseitigen Papier vorgesehen, dass die Organisationen, die Projekte und Veranstaltungen planen, im Vorfeld eine genaue Kalkulation mit den beantragten Zuwendungen vorlegen müssen. 

Hierfür wurde ein neues Formblatt entwickelt, wobei Beuting mögliche Befürchtungen der Kulturschaffenden, das Ganze könnte auf ein Streichkonzert hinauslaufen, zu entkräften suchte: „Die Kultur nimmt bei uns einen besonderen Stellenwert ein. Wir geben dafür jährlich 140 000 Euro aus. Unser Ziel ist nicht, Geld einzusparen und Zuschüsse runterzukürzen, sondern vor dem Hintergrund dieser enormen Summen mehr Transparenz zu schaffen“, erklärte er. Die Förderung der Jugend liege ihm dabei besonders am Herzen – sowie der sozial Schwächeren: „Kultur soll auch für Menschen mit kleinem Geldbeutel zugänglich werden.“ Überdies wolle er Murnau als einen Ort präsentieren, der sowohl seiner Rolle in Europa als auch der ganzen Welt gerecht werde, betonte der Bürgermeister. 

Förderungen seien eine freiwillige Leistung der Gemeinden, sagte Tworek: „Und 140 000 Euro sind eine sehr hohe freiwillige Leistung.“ Ziel der Kulturförderung sei es, das kreative Schaffen in Murnau zu unterstützen, Neues zu ermöglichen und das kulturelle Erbe zu pflegen. Die besagten Anträge sollten eine nachvollziehbare Kalkulation enthalten: „Kosten und Nutzen sollten in einem angemessenen Verhältnis stehen“, erklärte Tworek. 

In der anschließenden Diskussion mit den Vereinsvertretern wurden deren Sorge um die Finanzierbarkeit bestimmter Veranstaltungen deutlich. Große Projekte hätten oft eine Vorlaufzeit von zwei bis drei Jahren, warf Thomas Köthe vom Kulturverein ein, der die Auszahlung der Zuschüsse nach den Veranstaltungen kritisierte. Auch Michael Montag von der Freiwilligen Feuerwehr Murnau sprach dieses Problem an, worauf Beuting einräumte, in bestimmten Fällen einen Vorschuss zu gewähren. 

Georg Büttel (Ödön-von Horváth-Gesellschaft) fand es nicht realistisch, dass die Vereine erst dann auf die Kommune zukommen dürften, wenn alle anderen Zuschussmöglichkeiten bei Bund, Land und Fachverbänden ausgeschöpft seien. CSU-Gemeinderat Josef Bierling vom Sportverein Hechendorf sah wegen der neuen Regelungen insbesondere die Existenz kleiner Vereine bedroht. Dem widersprach Tworek: „Bei kleinen Vereinen haben wir noch nie Abstriche gemacht.“ 

Filmemacher Daniel Lang (Forum Westtorhalle) zeigte sich angetan, dass die Gemeinde auch Veranstaltungen in der Riedhauser Einrichtung fördern möchte. Wiederholt hoben Beuting und Tworek hervor, dass die Anregungen aus der Runde in den Entwurf für die neuen Richtlinien einfließen, die demnächst im Haushaltsausschuss behandelt werden. Erst wenn sie im Herbst vom Gemeinderat abgesegnet werden, können sie in Kraft treten. 

Weil die betroffenen Vereine bis Ende August ihre Zuschussanträge eingereicht haben müssen, gelten 2017 noch die alten Regeln.

Heino Herpen

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