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Als möglicher Schwimmbad-Standort im Gespräch: die Turnhalle an der Murnauer Mittelschule. 

Auftakt der Haushaltsberatungen 

Möglicher Schwimmbad-Bau: Verwaltung in der Kritik

Murnau - Der mögliche Hallenbad-Bau in Murnau hat zum Auftakt der Haushaltsberatungen des Gemeinderats erwartungsgemäß zu einer kontroversen Debatte geführt. Die Rathaus-Verwaltung geriet dabei ins Kreuzfeuer der Kritik – weil sie unter anderem eine Machbarkeitsstudie noch nicht herausgeben will.

Eigentlich war der rund 41 Millionen Euro schwere Jahresetat 2017, in dem alle Einnahmen und Ausgaben des Marktes Murnau im nächsten Jahr geregelt sind, das zentrale Thema der Haushaltsberatungen am Mittwochabend. Doch spannend wurde es vor allem beim Investitionsprogramm für die nächsten Jahre. Alle (Wunsch-)Vorhaben stehen auf der so genannten Prioritätenliste, die in der aktuellen Fassung auf stolze 45 Millionen Euro Gesamtvolumen angewachsen ist. Fest steht: Alles wird sich Murnau nicht leisten können – auch wenn es vergleichsweise finanzstark ist. „Wir werden eine Auswahl treffen müssen“, sagte Bürgermeister Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum). Denn die finanziellen Spielräume – das wurde im Laufe der Sitzung deutlich – werden in naher Zukunft enger. Laut den Prognosen der Kämmerei schrumpfen die Rücklagen – und die Schulden steigen.

Größter Posten in der besagten Liste für die Zeit „nach 2020“ ist mit zehn Millionen Euro der derzeit im Ort heiß diskutierte Schwimmbad-Bau. CSU-Gemeinderat Josef Bierling, bekanntlich ein Befürworter des Großprojekts, ist mit der Kostenschätzung der Verwaltung überhaupt nicht einverstanden. Die Summe sei „aus der Luft gegriffen“ und ein „Totschlagargument“, empörte er sich. Seiner Ansicht nach lasse sich die Sportstätte deutlich günstiger realisieren. Außerdem könne man mit hohen Zuschüssen rechnen, etwa vom Freistaat. Bierling kündigte an, dass der Förderverein, der sich für eine solche Anlage vornehmlich für den Schulschwimmunterricht stark macht und dafür bereits Unterschriften sammelt, demnächst konkrete Zahlen vorlegen wird. Auf Nachfrage wird der CSU-Mann konkreter, nennt „aus dem Bauch heraus“ Baukosten in Höhe von 4 bis 4,5 Millionen Euro.

Die von der Verwaltung ins Spiel gebrachten zehn Millionen Euro stammen von einer Machbarkeitsstudie, die die Gemeinde in Auftrag gegeben hat. Diese Zahl umfasst laut Kämmerer Hubert Süß den Bau eines Schulschwimmbads, die Mehrwertsteuer und einen möglichen Grunderwerb. Mehrere Gemeinderäte bemängelten, dass ihnen diese Untersuchung noch nicht vorliege. „Das ist eine komische Art und Weise“, meinte Freie-Wähler-Chef Welf Probst. „Ich habe ein Problem damit“, sagte Alexander Weinhart von „Mehr bewegen“. Er, so Weinhart, könne doch nicht einer Sache zustimmen – die Prioritätenliste ist ein unverbindlicher Teil des Haushaltsplans –, ohne die Details zu kennen. Und Bierling ärgerte sich: „Das ist ungeheuerlich.“

 Beuting rechtfertigte die Vorgehensweise. Es handle sich um einen Entwurf, erklärte er. Die Verwaltung müsse diesen noch mit dem Gutachterbüro besprechen. Eventuell ergäben sich noch inhaltliche Änderungen. Bis Januar bekomme aber der Gemeinderat die Studie. Dann könne man das Thema ausführlich diskutieren. Beuting stellte klar, dass bei den zehn Millionen Euro noch keine Fördermittel und Beteiligungen, etwa des Landkreises oder der umliegenden Gemeinden, berücksichtigt seien. Murnau müsste sicherlich nicht alleine den gesamten Betrag schultern.

Bierling kritisierte außerdem, dass der Förderverein keine Unterschriften – bislang sollen es bereits 2500 sein – im Jugendzentrum Erlhaus sammeln dürfe. „Ich finde das nicht in Ordnung“, sagte er. Denn die dort beheimatete Kinder- und Jugendvertretung habe doch erst die Schwimmbad-Debatte ins Rollen gebracht. Beuting verteidigte auch diese Entscheidung. Das Erlhaus als Einrichtung der Gemeinde müsse in der Sache neutral bleiben. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass die Verwaltung etwas favorisiere. „Wir werden das machen, was Sie beschließen“, so Beuting ganz diplomatisch.

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