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Tausende Menschen sind 2015 zur Murnauer Kunstnacht gekommen.

Kultur

Die etwas andere Kunstnacht 

Murnau - Die Murnauer Kunstnacht findet am 2. Oktober zum ersten Mal an einem Sonntag statt sowie in „bescheidenerem Rahmen“. Und: Es gibt wieder die guten alten Eintrittskarten.

Er kann und will nicht ewig experimentieren. Bei der Kunstnacht, die jedes Jahr tausende Besucher auf Straßen, in Lokale und Einrichtungen Murnaus zieht, besinnt sich Organisator Rupert Reggel heuer auf die Basis. Immer größer, immer mehr, immer spektakulärer? Nein. Er habe mit der Kunstnacht „sehr viel experimentiert“, sagt Reggel – und sich dabei auch jede Menge Kritik eingehandelt, etwa 2015 mit der (wieder verworfenen) Idee, die Fußgängerzone für die Veranstaltung abzuriegeln.

Nun, bei der elften Auflage, geht er „einen Schritt zurück“, hin zu einem „bescheideneren Rahmen“: mit dezenter Beleuchtung statt aufwändiger Illumination, einem massiv dezimierten Freiluftprogramm – und Geschäften im Zentrum, die in der Regel zum ersten Mal geschlossen bleiben werden. Reggel hält am Datum 2. Oktober fest, obwohl dieses auf einen Sonntag fällt – der Symbolhaftigkeit wegen. Die Besucher, findet er, sollen in den Tag der Deutschen Einheit hineinfeiern. Unter freiem Himmel werde es „sehr ruhig abgehen“.

Mit der diesjährigen Ausrichtung gibt der Veranstalter zum einen jenen nach, welche die Anfängen der Kunstnacht zurücksehnen – doch zum anderen hat die neue Bescheidenheit auch handfeste praktische Gründe. Reggel nennt die hinderlichen Baustellen im Zentrum, räumt aber auch offen ein, dass in den vergangenen Jahren die finanzielle Seite der Kunstnacht für ihn nicht gestimmt hat. „Diese war wirtschaftlich schlecht, obwohl viel geboten war.“ Er speckt beim Aufwand ab, verzichtet im Freien unter anderem auch auf eine große Bühne. Und: Reggel kehrt zurück zu den klassischen Eintrittskarten im Vorverkauf (mit Einlassband am Abend). Der „Solidaritäts-Button“ im Vorjahr erwies sich eher als Flop denn als Top. Nur etwa 20 Prozent der Besucher zahlten auf freiwilliger Basis, „das hat sich nicht gerechnet“.

2017 aber will Reggel noch einen ähnlichen Button-Versuch wagen – mit „tollem Außenprogramm“, kündigt er an und hofft, dass dann 80 Prozent der Besucher bezahlen werden.

Diesmal spielt die (Live-)Musik also im Wortsinn drinnen; das Angebot ist trotzdem riesig. 18 Lokale beteiligen sich, zum Teil in mehrfacher Form. Dazu kommen viele Galerien und weitere Einrichtungen. Auch in der Murnauer Peripherie – hier verkehrt ein Shuttlebus – ist etwas geboten, etwa im Lido Beach & Burger (Chris Egginger sowie Landart-Ausstellung), im Hammami’s Club (Carribean Night) sowie im Atelier Quadrat in Neu-Egling 7. Das Grundkonzept bleibt: Sowohl Partygänger als auch Kunstliebhaber sollen auf ihre Kosten kommen. Neben vielen anderen sind Newcomerbands wie Kapelle Drei (im Restaurant Da Noi) oder Rigoros (Griesbräu-Gewölbesaal) ebenso dabei wie das Karen Edwards Trio (Kaffeehaus Krönner). Edwards stand mit vielen Superstars auf der Bühne, darunter Stevie Wonder und Prince.

Der Murnauer Goldschmied Peter Kreitmeir führt Friedrich Wilhelm Murnaus Filmwerk Nosferatu mit der Musik seines Großvaters Hans Winterberg zusammen. Im Schlosshof erlebt das Publikum erstmals immer wieder Zehn-Minuten-Sequenzen des Originalfilms und Auszüge einer Aufnahme der Münchner Philharmoniker. Dazu kommt die Galerie-Kunst in den Schaufenstern, die heuer nach einem Konzept und geordnet ablaufen soll: mit weniger Sammelsurium und mehr Harmonie. Ein festes Konzept will Reggel, der immer wieder Kritik zu hören bekam, auch für die gesamte Veranstaltung: Kunst solle dabei ihren Stellenwert erhalten und nicht nur als Vorwand dienen, die Geschäfte am Abend zu öffnen. Auf Basis dieses 2. Oktobers will er die Zukunft ausrichen. „Ich möchte nicht jedes Jahr alles umschmeißen“, sagt er. Die Zeit der Experimente soll irgendwann vorbei sein.

Karten für die Kunstnacht gibt es im Vorverkauf (bis 30. September) für zehn Euro in Murnau in allen beteiligten Lokalen, bei der Parfümerie Rebholz sowie der Tourist-Info, in Garmisch-Partenkirchen im Café Krönner sowie in Weilheim bei Lia Moden. Restkarten sind an den Abendkassen sowie am Info-Stand von Holiday Event, der Agentur von Rupert Reggel, für 13 Euro erhältlich.

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