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Ist deutlich weniger geworden: der Verkehr im Untermarkt.

Ergebnis unserer Online-Umfrage

Murnauer Untermarkt: Mehrheit für Verkehrsberuhigung

Murnau  - Das Urteil ist eindeutig: Eine große Mehrheit hat sich bei einer Online-Abstimmung der Redaktion für eine Verkehrsberuhigung des Murnauer Untermarkts ausgesprochen. In der Ortspolitik gehen die Meinungen dazu auseinander.

Die Situation ist ungewohnt: Im Murnauer Untermarkt sind derzeit kaum Autos zu sehen, stattdessen bummeln Fußgänger über den sonst stark befahrenen Abschnitt zwischen HypoVereinsbank und Angerbräu. Schon werden Stimmen laut, die eine Verlängerung der benachbarten Fußgängerzone fordern (wir berichteten). Der Hintergrund ist bekannt: Der Untermarkt ist seit wenigen Wochen eine Sackgasse. Ein im Zuge der Rathaus-Sanierung aufgestellter Baukran verhindert die Weiterfahrt in der Schlossbergstraße.

Das Thema ist Ortsgepräch. Das Tagblatt wollte von seinen Online-Nutzern auf gap-tagblatt.de wissen, was sie von der Idee halten, den Untermarkt dauerhaft in eine verkehrsberuhigte Zone umzuwandeln, in die nur Anwohner und Lieferanten fahren dürfen. Die Resonanz fiel hoch aus. Innerhalb von rund fünf Tagen wurden etwas über 600 Stimmen abgegeben. Das Ergebnis: Etwa zwei Drittel (66 Prozent) sprachen sich für die besagte Verkehrsberuhigung aus, der Rest war dagegen. Dieses Online-Voting erhebt nicht den Anspruch, repräsentativ zu sein, aber es dürfte zumindest ein Stimmungsbild aufzeigen.

„Ich finde das erstaunlich“, sagt dazu Zweite Bürgermeisterin Dr. Julia Stewens (Freie Wähler). Sie habe immer gedacht, dass für viele das Auto das liebste Kind sei. „Es ist im Untermarkt deutlich ruhiger geworden“, stellt die Volksvertreterin fest, die derzeit Rathauschef Rolf Beuting (ÖDP/Bürgerforum) urlaubsbedingt vertritt. Aber man sollte keine Schnellschüsse machen, sondern sich die Sackgassen-Situation und die Auswirkungen in aller Ruhe ansehen. „Wir sollten abwarten, wie sich das Ganze entwickelt. Wir haben Zeit“, sagt Stewens mit diplomatischer Zurückhaltung.

Der Untermarkt beziehungsweise die Suche nach Möglichkeiten, diesen verkehrstechnisch zu entlasten, sind ein Dauerthema in der Ortspolitik. Neu-Gemeinderat Felix Burger (SPD) will nach der Sommerpause sein Anliegen erneuern, eine verlängerte Fußgängerzone (nur Anwohner und Zulieferer frei) für die Dauer der Baustelle – der Kran wird vermutlich mindestens ein Jahr stehen – testweise auszuweisen. Man sollte diese Chance nutzen, argumentiert er. „Das ist ein super Zeitpunkt.“ Er, so Burger, könne gut nachvollziehen, dass der Untermarkt derzeit bei den Leuten hoch im Kurs steht. Mit weniger Autos sei das Einkaufen gemütlicher. „Ich finde das viel angenehmer.“

Vorsichtiger positioniert sich Alexander Weinhart, Chef der Fraktion „Mehr bewegen“. Für solch einen Testlauf sei jetzt sicherlich eine „günstige Gelegenheit“, sagt er. Allerdings will er erst wissen, was die Betroffenen, allen voran die Geschäftsleute, und Fachleute dazu sagen. Seiner Ansicht nach sollte man mehrere Varianten durchspielen. Beispielsweise könnte man darüber nachdenken, die Fußgängerzone nur zu bestimmten Tageszeiten, etwa nur abends, einzurichten.

„Schön wäre das schon“, sagt Michael Manlik, Vize-Sprecher der Bürgermeisterpartei ÖDP/Bürgerforum, zum (weitgehend) autofreien Untermarkt. Nur habe er „große Bedenken“, was die Verlagerung der Belastung auf Ausweichrouten angeht. Bereits jetzt habe der Verkehr etwa in der Schwaigangerstraße deutlich zugenommen. Als ein weiterer Knackpunkt gilt die Lederergasse. „Man muss sich das gründlich überlegen“, mahnt Manlik. Er plädiert für Verkehrszählungen, um sich erst einmal ein Bild von den neuen Verkehrsströmen machen zu können.

Bauchschmerzen in dieser heiklen Frage hat auch die CSU-Fraktionschefin Regina Samm, die am Untermarkt das Hotel Angerbräu betreibt. Natürlich wäre dort eine Verkehrsberuhigung eine feine Sache, meint sie. Sie selbst würde auch davon profitieren. Nur bräuchte es ein Konzept, wie der verlagerte Verkehr aufgefangen werden kann. Dies sei das Problem. „Ich habe kein Patentrezept“, erklärt Samm. Schon jetzt sei zum Beispiel in der Lederergasse das Aufkommen der „Wahnsinn“. Außerdem befürchtet die Geschäftsfrau Nachteile für den Einzelhandel, wenn es schwieriger wird, das Zentrum mit dem Auto zu erreichen. Samm: „Wir dürfen den Markt nicht kaputtmachen.“ Möglicherweise, schlägt die Gemeinderätin vor, wäre eine Einbahnstraßen-Regelung im Untermarkt eine Alternative.

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