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So könnte das Forschungs- und Therapiezentrum zur Entwicklung von Medikamenten aussehen.

Gemeinderat hat drei Konzepte zur Auswahl

Murnaus Kemmelpark - Liebling der Investoren

Murnau - Davon können andere Kommunen nur träumen: Murnaus Kemmelpark ist bei Investoren gefragt. Für die unbebaute Filetfläche im Zentrum des einstigen Kasernenareals stehen drei reizvolle Konzepte zur Auswahl: ein Forschungs- und Therapiezentrum, ein Business-Hotel sowie eine Mischung aus Wohnen und Gewerbe.

Der Marktgemeinde Murnau eilt der Ruf voraus, der Wirtschaftsmotor des Landkreises zu sein. Dass dies tatsächlich so ist, wurde bei einer öffentlichen Präsentation im Gemeinderat deutlich: Gleich drei Bewerber gaben sich die Klinke in die Hand und stellten ihre Ideen für den rund 7000 Quadratmeter großen, brachliegenden Gewerbegrund im Herzen des Kemmelparks vor. Seit Jahren wird nach einer sinnvollen Nutzung gesucht. Jetzt hat die Ortspolitik – der Markt ist Eigentümer der wertvollen Fläche – die Qual der Wahl. Wirtschaftsförderer Jan-Ulrich Bittlinger spricht von „drei gleichwertig guten Projekten“. Ob und wann eine Entscheidung gefällt wird, ist noch nicht klar. Im Folgenden ein Überblick:

Forschung: Murnau ist ein international bekannter Medizinstandort – mit der Unfallklinik (UKM) als Aushängeschild. Die Nähe zu der Vorzeigeeinrichtung ist für das junge Unternehmen Neurovision Pharma GmbH mit Hauptsitz in Grünwald entscheidend. Es will im Kemmelpark ein modernes Forschungs- und Therapiezentrum bauen – für rund 50 Millionen Euro, die von verschiedenen Geldgebern kommen sollen. In einem Entwurf eines Architekturbüros sind ein winkelförmiger Haupttrakt sowie ein Nebengebäude mit einer organischen Form zu sehen. Neurovision, das vom Bund Forschungsgelder erhält, entwickelt nach eigenen Angaben Medikamente zur Behandlung von neurologischen Erkrankungen wie etwa Alzheimer oder Parkinson sowie Querschnittverletzungen – und setzt auf ein neues Verfahren. „Wir haben den Hebel gefunden, um die Neubildung von Nervenzellen zu fördern“, berichtete in der Gemeinderatssitzung Prof. Dr. Ludwig Aigner, einer der Gesellschafter und Geschäftsführer von Neurovision. Es gehe darum, so der Experte für Neurologie auf Tagblatt-Nachfrage, das Fortschreiten dieser Krankheiten aufzuhalten und in Mitleidenschaft gezogene Körperfunktionen zu verbessern. „Wir wollen die Lebensqualität erhöhen“, sagte Aigner, der an der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität in Salzburg tätig ist, die eng mit dem UKM zusammenarbeitet. In dem Murnauer Zentrum würde man, so der Wissenschaftler, nicht nur neue Wirkstoffe erforschen, sondern diese auch an Patienten testen. Etwa 40 bis 50 Fachleute könnten in dem Institut arbeiten. Die Kunden kämen vorwiegend aus der Pharma-Industrie.

Hotellerie: Seit der Schließung des Hotels Ludwig am Seidlpark steht fest: Murnau als Hauptort der Tourismusregion Blaues Land braucht mehr Betten. Diese Lücke will die Münchner Riebel Generalunternehmer GmbH & Co. KG, die zur Memminger Kutter-Gruppe gehört, schließen – mit einem modernen Business-Hotel (Kategorie: Dreistern-Superior) für über elf Millionen Euro. Das Unternehmen hatte die Pläne bereits im Vorfeld der Sitzung publik gemacht. Das Konzept zielt weniger auf klassische Urlauber ab, vielmehr auf Firmen- und Geschäftskunden. Riebel würde das Haus mit maximal 144 Zimmern, Konferenzräumen und einer kleinen Gastronomie langfristig an die Bari-Gruppe als Betreiber verpachten.

Wohnen und Arbeiten:„Die Gemeinde Murnau bewirbt sich bei sich selbst“, scherzte Wirtschaftsförderer Bittlinger. Die Verwaltung bringt als dritte Variante eine flexible Wohn- und Gewerbeimmobilie ins Spiel. Dafür müsste allerdings der Bebauungsplan geändert werden, da es sich um ein reines Wirtschaftsareal handelt. In Murnau fehlten nicht nur Flächen zur Ansiedlung oder Erweiterung von Betrieben, erläuterte Bittlinger, sondern auch Wohnungen für die Mitarbeiter. Aus dieser Überlegung heraus entstand die Idee einer Mischform. Ein erster Entwurf sieht im Süden einen Riegel mit Wohnungen vor – und im Norden drei längliche Blöcke mit Hallen und Büros. An Interessenten mangle es nicht, betonte der Wirtschaftsförderer – und nannte als Beispiele eine Schreinerei, eine Physiotherapie und ein Medienunternehmen. Offen sei noch die Frage, wer dieses Objekt überhaupt bauen könnte. Die Gemeinde könnte selbst aktiv werden oder sich Partner suchen, etwa eine Wohnbaugenossenschaft.

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