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Jede Menge Arbeit: Dort, wo sich bisher Schreibtische von Rathausmitarbeitern befanden, wühlt sich ein Kompaktbagger in den Untergrund. Das ansehnliche Gewölbe wurde vermutlich 1937 eingebaut und soll erhalten werden.

Zu Besuch auf Murnaus Großbaustelle

Rathaus-Umbau - eine Herkulesaufgabe

Murnau - Der Rathaus-Umbau ist in vollem Gange. Die Arbeiten gestalten sich als aufwändig. 

Dort, wo bis vor Kurzem Florian Krammer, Chef des Amtes für öffentliche Ordnung, seinen Schreibtisch hatte, herrscht gegenwärtig keine Ordnung mehr, sondern das pure Chaos. Ein Kompaktbagger reißt die Bodenplatten aus Beton heraus und wühlt sich in den steinigen Untergrund. Der lange diskutierte Murnauer Rathaus-Umbau befindet sich in vollem Gange. „Wir bereiten das Gebäude auf die Planung vor, die wir umsetzen wollen“, sagt Marktbaumeister Klaus Tworek. „Dazu gehört, dass die Böden im Erdgeschoss abgesenkt werden, damit eine Dämmung Platz hat und ein stabiler Boden eingebaut werden kann. Was wir vorfinden, entspricht zum Teil einem Zustand, der heutigen Anforderungen nicht mehr genügt.“ Insbesondere könne Feuchtigkeit aus dem Untergrund das historische Bauwerk beschädigen. An der Stelle, wo bisher ein halbes Dutzend Rathaus-Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze hatten und nun der Bagger steht, ist ein großes, helles Foyer vorgesehen, in dem der Besucher freundlich empfangen und über das Innenleben des neuen Verwaltungsbaus informiert wird, zu dem auch das Strütt-Haus zählt. „In diesem Foyer können zum Beispiel Ausstellungen stattfinden, etwa von Architekturwettbewerben für städtebauliche Projekte“, stellt Tworek in Aussicht. „Auch als Wahllokal wäre es nutzbar.“

Das sehr ansehnliche Gewölbe ist allerdings nicht echt: „Den Bauuntersuchungen nach, die wir vorgenommen haben, ist es ein nichttragendes Scheingewölbe mit einer Dicke von nur vier Zentimetern“, verrät Tworek. „Vermutlich ist es bei der großen Umgestaltung 1937 eingebaut worden. Es bleibt natürlich bestehen.“ Das Gewölbe in den Räumlichkeiten der zukünftigen Tourist-Info im südlichen Teil des Hauses hingegen sei historischen Ursprungs und zusammen mit dem kompletten Bau um 1840 entstanden. Auch in diesem Bereich muss der Boden entfernt werden. „Dort werden wir eine Höhenanpassung vornehmen, damit die Einrichtung ebenerdig zugänglich wird“, erklärt der Marktbaumeister. Im hinteren Teil war bisher die Heizung untergebracht.

Auch auf der Ostseite tut sich viel: Wo einst eine enge Treppe vom Hof in den ersten Stock führte, gähnt ein großes Loch in der Wand. An dieser Stelle entsteht ein Aufzug, mit dem Besucher und Mitarbeiter in Zukunft in die oberen Stockwerke gelangen. Zudem wird es einen direkten Durchgang zum Strütt-Haus geben. Der große Riss an der Ostseite des alten Rathauses ist inzwischen verpresst (wir berichteten). Nun geht es unter anderem darum, den gesamten Bau, der im Norden auf Felsen und im Süden auf instabilen Untergrund steht, mittels neuer Betonfundamente zu stabilisieren. Hierfür wurde erst vor wenigen Tagen eine spezielle Hochdruck-Betonpumpe mittels eines Mobilkrans in Stellung gebracht. Im kommenden Jahr erhält das Gebäude laut Tworek einen Fernwärmeanschluss, der vom Gabriele-Münter-Platz durch die Höllgasse hinunter bis in den künftigen Keller des Strütt-Hauses verlegt wird. Die Fertigstellung des Gesamtprojektes ist für Ende 2018 vorgesehen. Bis dahin ist die gesamte Murnauer Verwaltung im Innovations-Quartier zu finden.

Heino Herpen

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