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„Ein Schritt von vielen“: Bürgermeister Christian Scheuerer zum Gewerbegebiet.

Gutes Ende einer ewigen Geschichte

Ein Meilenstein für Ohlstadt

Ohlstadt – Das geplante Gewerbegebiet Mühlmoos drohte zur unendlichen Geschichte zu werden – und so mancher Ohlstädter bezweifelte bereits, dass es jemals zur Umsetzung kommt. Verständlich, schließlich zog sich das Projekt über sieben Jahre hin. Nun ist es endlich in trockenen Tüchern.

Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan, nachdem die Unterlagen erneut öffentlich einsehbar waren, als Satzung beschlossen. Einstimmig. Das Regelwerk ist rechtskräftig und öffentlich bekannt gemacht. Nun können Interessenten Bauanträge einreichen.

Zu ihnen zählt Thomas Schweiger, Inhaber eines Tiefbauunternehmens in Oberammergau. Das betreffende 6000 Quadratmeter große Grundstück hatte er bereits vor vier Jahren gekauft. Der Firmenchef hat schon losgelegt und auf einem Teil der Fläche den Humus weggeschoben. Dort möchte er Material lagern, das auf verschiedene Standorte verteilt ist. „Bis Weihnachten will ich alles in Ohlstadt zusammenführen.“ Der Bauantrag werde gerade gezeichnet, im Frühjahr wolle er, wenn alles glatt laufe, mit dem Bau beginnen. Zwei Gebäude sollen es werden, eines für Bürozwecke und eine Werkstatt.

Schweiger ist nur einer von mehreren Interessenten aus dem Ort und der Region, die seit Jahren in den Startlöchern stehen und sich in Geduld üben mussten. Vorwiegend geht es etwa um Maler, Dachdecker, Pharmahändler, Werkzeughersteller, Baugeschäftsbetreiber, Spengler, Tiefbau-Unternehmer sowie die Branchen Forstbetrieb, Maschinenbau und Pkw-Handel. Die Geschäftsleute kaufen die Parzellen den Grundeigentümern ab.

Der Beschluss der Kommune, einen Bebauungsplan aufzustellen, ist eine halbe Ewigkeit her. Man schrieb den 24. Juni 2010, Bürgermeister war Anton Fischer (NLO). Um die Gewerbeflächen zu schaffen, war es nötig, einen städtebaulichen Vertrag mit den Grundeigentümern zu schließen. Dies ist laut Scheuerer heuer geschehen. „Viele verschiedene Dinge“ enthalte der Kontrakt. „Er ist extrem umfangreich.“ Da geht es um Straßenbau, Wasser, Kanal, Erdgas oder um Ausgleichsflächen. Um die Erschließung müssten sich die drei Grundeigentümer kümmern, sagt Scheuerer. Die Gemeinde besorge die Bauüberwachung. Sie könne auch ihr Veto einlegen, sollte etwas aus dem Ruder laufen. Etwa, wenn sich eine Firma ansiedeln wolle, die nicht in das Wirtschaftsareal passe. Einen Bauantrag hat die Kommune nach Angaben des Bürgermeisters noch nicht vorliegen.

Nach sieben Jahren ist das Projekt also durch – ein Meilenstein. Fällt Scheuerer eine Last von den Schultern? Der Rathaus-Chef bleibt nüchtern. „Das ist ein Projekt von mehreren, ein Schritt von vielen.“ Dazu gehört der Neubau eines Einkaufsmarkts am Josefplatz ebenso wie das Einheimischenmodell an der Waxensteinstraße.

Rückblende: Ums Gewerbegebiet Mühlmoos, das 24 000 Quadratmeter groß ist, hatte es teils heftige Debatten gegeben. Vor allem der frühere Bürgermeister Fischer war in der Kritik gestanden. Ihm war mehrfach vorgeworfen worden, das Vorhaben zu verschleppen respektive zu blockieren. Er hatte das zurückgewiesen.

Die künftige Anschrift der Firmen im neuen Gewerbegebiet steht übrigens auch schon fest. Die Gemeinderäte beschlossen, dass die Straße schlicht und einfach „Mühlmoos“ heißen soll.

Roland Lory

 

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