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Normalerweise ist der Antlasgraben ein friedlich dahinplätschernder Bach. Doch bei Hochwasser wie heuer im Juni verwandelt er sich rasch in einen reißenden Strom.

Nach den Überschwemmungen im Juni

Uffing plant Schutz vor Hochwasser 

Uffing - Im Juni hatte ein Hochwasser Uffing heimgesucht. Jetzt soll ein Gewässerentwicklungskonzept dabei helfen, sich vor den Fluten zu schützen.

Den 9. Juni diesen Jahres werden viele Uffinger so schnell nicht vergessen. Stundenlager Starkregen hatte die Gräben und Bäche in der Gemeinde zu reißenden Strömen anschwellen lassen, die trotz eines umfangreichen Feuerwehreinsatzes erhebliche Schäden anrichteten. Bis aus Mittenwald und Partenkirchen waren die Helfer herbeigeeilt, um Gebäude mit Sandsäcken und Pumpen vor Schlimmeren zu bewahren.

Bereits am 23. Juni hatte darauf der Gemeinderat einstimmig ein so genanntes Gewässerentwicklungskonzept sowie verschiedene Sofortmaßnahmen beschlossen, um im Falle des Falles weiteren Schäden vorzubeugen. „Als Gemeinde können wir so ein Konzept nicht alleine aufstellen“, sagt Bürgermeister Rupert Wintermeier (WGU) gegenüber dem Tagblatt. „Wir brauchen dazu das Wasserwirtschaftsamt Weilheim, den Naturschutz und andere Fachbehörden. Nur so können wir umfassende Maßnahmen ergreifen und dafür auch entsprechende Förderungen bekommen.“ Gegenwärtig laufe die Ausschreibung für einen geeigneten Fachplaner: „Wir holen derzeit Informationen und Referenzen ein.“ Wie lange die Erstellung eines solchen Konzepts dauert, vermochte er nicht zu sagen.

Laut dem Bayerischen Landesamt für Umwelt handelt es sich dabei um einen gewässerbezogenen Fachplan, der als Grundlage für die Erstellung künftiger Vorhaben dienen soll. Der Plan sei eine Arbeitshilfe für Gemeinden, Wasser- und Landschaftspflegeverbände. Er zeige, wie Gewässer gepflegt werden müssen, wo sie sich entwickeln können, wo sie naturnah gestaltet werden sollten und wo natürlicher Rückhalt in der Fläche in der Fläche möglich und notwendig sei. Besonders schlimm waren die Überflutungen in Uffing am 9. Juni an den Antlashalden. „Der Antlasgraben läuft von der Schöffau her kommend in Richtung Uffing“, erklärt der Rathauschef dazu. „Aus der ganzen Umgebung sammelt sich darin das Oberflächenwasser – und das war an diesem Tag in besonders intensiver Weise der Fall.“ Speziell ein Anwesen war davon so stark betroffen, das es von der Feuerwehr mit zahlreichen Sandsäcken geschützt werden musste. „Als Sofortmaßnahme haben wir das Bachbett von Geröll, Kies und Ästen befreit und die Ufer befestigt“, berichtet Wintermeier. Schwierigkeiten habe es auch im Baugebiet Eichenhain östlich des Bahnhofs gegeben. „Dort läuft das Wasser aus den großen Flächen im Norden in Richtung Siedlung“, erklärt er weiter. „Alle Anlieger haben deshalb bereits an ihren Grundstücksgrenzen Mauern errichtet, um ein Eindringen in ihre Grundstücke zu verhindern.“ Über ein unbebautes Areal fände jedoch das Wasser trotzdem einen Weg in das Wohngebiet: „Jetzt fließt das Wasser dort einfach hindurch auf die Straße und kommt von dort aus von der anderen Seite auf die Grundstücke.“ Abhilfe könne ein kleiner Wall schaffen, der oberhalb der unbebauten Fläche angelegt werde: „Wir sind mit dem Besitzer im Gespräch.“

Ein anderer neuralgischer Punkt bei einem Anwesen in der Seeblickstraße, wo von einem Kinderspielplatz aus Wasser in ein Grundstück gelaufen war, konnte laut Wintermeier durch das Ziehen eines Drainagegrabens und dessen Anschluss an die Kanalisation beseitigt werden.

Heino Herpen

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