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Das WC wird aufgesperrt: Vor Ort sind (v.l.) Anton Speer, Dr. Wolfgang Wüst, Martin Bachhuber, Harald Kühn, Christian Scheuerer und Rüdiger Hanke.

Neue WC-Anlage auf der Autobahn 95

Stilles Örtchen eröffnet 

Schwaiganger - Wer auf der Autobahn A 95 ein dringendes Bedürfnis verspürt, kann sich ab sofort am Parkplatz Schwaiganger Erleichterung verschaffen. Politiker und Behördenvertretern fanden sich am Mittwoch dort ein, um eine neue WC-Anlage in Betrieb zu nehmen.

„Das war absolut überfällig“, betonte Dr. Wolfgang Wüst, Präsident der Autobahndirektion Südbayern. Das Projekt kostet rund 2,1 Millionen Euro. 

Angeschoben hatte es der Landtagsabgeordnete Martin Bachhuber (CSU). 2010 wandte sich eine Pendlerin an ihn mit der Frage, ob an der A 95 nicht ein zusätzliches stilles Örtchen errichtet werden könnte. Bis dato gab es nur einen Abort am Rasthof Höhenrain bei Wolfratshausen. Bachhuber wandte sich an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Es wurde geprüft, ob eine Realisisierung bei Sindelsdorf oder nahe Schwaiganger möglich wäre. Die Entscheidung fiel für den Ohlstadter Ortsteil aus. Es wurde ein Plangenehmigungsverfahren auf den Weg gebracht. 

Anfang 2015 war das Projekt durch. „Es ist ein Rastplatz entstanden, der sich sehen lassen kann“, resümierte Bachhuber. Am aufwändigsten war es, die Versorgung mit Trinkwasser und die Entsorgung der Abwässer sicherzustellen. Dafür wurden 1,5 Kilometer lange Leitungen nach Murnau verlegt. Teilweise wurde in felsigem Terrain gearbeitet (Nagelfluh). Eine Hürde bestand auch darin, dass das FFH-Gebiet Murnauer Moos tangiert war. 

Insgesamt gibt es nun sieben Unisex-Toiletten, auch Behinderten-WCs wurden eingebaut und mehrere Urinale. Die Anlage auf der Ostseite bleibt jedoch aufgrund der Arbeiten an der Mühlbachtalbrücke bis Ende 2017 überwiegend noch gesperrt. Die WCs werden zwei Mal am Tag gereinigt. Der Parkplatz wurde erweitert: Auf beiden Seiten ließ die Autobahndirektion Südbayern jeweils zwölf Pkw-Stellplätze inclusive zweier Behindertenparkplätze anlegen. Hinzu kommt ein rund 120 Meter langer Längsparkstreifen für Lastwagen.

 Bei der Inbetriebnahme war auch Landrat Anton Speer (Freie Wähler) vor Ort. Die Anlage sei „zum Wohle unserer Bürger und der Urlaubsgäste, die nun das Panorama unbeschwert genießen können“. Der Landtagsabgeordnete Harald Kühn (CSU) sprach von einer „sinnvollen und wertvollen Ergänzung“. Für ein Straßenbauprojekt sei das Vorhaben sogar relativ rasch vonstatten gegangen. Bei anderen Vorhaben dauere die Realisierung oft Jahrzehnte. Die Gemeinde Ohlstadt hatte den Plan abgelehnt. Aber nicht, weil sie am Gebäude etwas auszusetzen gehabt hätte, wie Bürgermeister Christian Scheuerer (parteifrei) darlegte. Und auch nicht weil die Kommune die Notwendigkeit einer WC-Anlage nicht gesehen hätte. Der Gemeinde hätte sich vielmehr gewünscht, dass der Bau der Leitungen, des Radwegs an der Staatsstraße 2062 und deren Höherlegung 2062 gleichzeitig erfolgt. „Uns ging es darum, die Baumaßnahmen zu verknüpfen und Synergien zu schaffen“, betonte Scheuerer. Er fürchtet, dass die Leitungen wieder ausgegraben werden müssen, wenn der Radweg und die Höherlegung angepackt werden. Davon abgesehen sei die Toilettenanlage „tatsächlich eine Bereicherung“, so Scheuerer. „Super, perfekt.“

 Die Autobahndirektion musste übrigens keine Flächen erwerben. Nach Angaben von Rüdiger Hanke, der bei der Behörde für die Planung der WCs zuständig war, wurden im Zusammenhang mit dem Leitungsbau Grunddienstbarkeiten vereinbart. Landrat Speer nutzte die Gelegenheit, um an Präsident Wüst eine Bitte heranzutragen. Und zwar im Zusammenhang mit der Landesausstellung „Mythos Wald“ 2018 in Ettal. „Wir brauchen ein großes Schild in der Nähe von Eschenlohe."

Roland Lory

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