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Nahe des Sprungbretts ereignete sich das Unglück. Richard Loher und Thomas Maurer erinnern sich gut daran.

Flüchtlingskind wäre fast ertrunken

Oberauer (13) rettet Flüchtling - Auszeichnung von Horst Seehofer

Oberau - Er ist ein bescheidener Helfer in der Not: Ein 13-jähriger Oberauer rettet einem Flüchtlingskind das Leben. Für diese Tat verleiht ihm der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer  die Bayerische Rettungsmedaille.

Wenn Richard Loher am Rand des Oberauer Schwimmbads neben dem Sprungbrett steht, ist dem 13-Jährigen heute noch ein bisschen mulmig zumute. Fast ein Jahr ist es nun her, dass der Jugendliche aus Oberau genau an dieser Stelle einem zu ertrinken drohendem elfjährigen Flüchtlings-Kind das Leben gerettet hat. „Ich sehe noch alles vor mir“, sagt er. Am Mittwoch wird er für seine Heldentat von Ministerpräsident Horst Seehofer mit der Bayerischen Rettungsmedaille in der Staatskanzlei in München ausgezeichnet.

Es war Anfang Juli 2015, als sich das Unglück ereignet hat. Loher verbrachte einen heißen Sommertag mit seinen Freunden im Schwimmbad, tobte ausgelassen im Wasser und sprang vom Drei-Meter-Sprungbrett. Als er sich am Rand des Beckens ausruhte, um seinen Kumpels bei ihren Saltos zuzusehen, wurde er Zeuge einer erschreckenden Szene. Ein dunkelhäutiger Bub sprang ebenfalls aus der Höhe ins Wasser und fuchtelte, nachdem er wieder aufgetaucht war, wild mit den Händen. „Mir war in diesem Moment sofort klar, dass er am Ertrinken war und nicht schwimmen kann“, berichtet Loher. Mechanisch, fast wie in Trance, sprang der damals Zwölfjährige ins Wasser, zog den um sein Leben strampelnden Jungen an den Rand des Beckens und rief Bademeister Thomas Maurer zur Hilfe.

Dieser war sofort zur Stelle und ist heute noch vom Einsatz des Oberauer Schülers schwer beeindruckt. „Einfach toll, dass Richard so schnell reagiert hat. Wäre das nicht der Fall gewesen, will ich mir nicht ausmalen, was sonst hätte passieren können.“ Der Held selbst kommentiert seine ruhmreiche Tat mit einem bescheidenen Schulterzucken. „Für mich war es selbstverständlich, dass ich geholfen habe. Ich habe nicht groß darüber nachgedacht.“

Recht aufgeregt wegen des Treffens mit dem Bayerischen Ministerpräsidenten ist er nicht, sagt der Gymnasiast. Nervös sei er eher wegen der Latein-Schulaufgabe, die am Tag nach der Ehrung ansteht.

Magdalena Kratzer

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