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Baulich nicht mehr zeitgemäß: das Pflegeheim „Lindenhof“ in Grafenaschau.

Bauliche Standards werden nicht mehr erfüllt

Pflegeheim „Lindenhof“: Großer Umzug nach Schlehdorf 

Grafenaschau  - Das Pflegeheim „Lindenhof“ in Grafenaschau schließt. Da das Haus den gesetzlich vorgegebenen baulichen Standards nicht mehr genügt, müssen die Bewohner dieser rein beschützenden Einrichtung ausziehen.

44 Menschen, alle mit fortgeschrittener Demenz, leben derzeit im „Lindenhof“, wie Einrichtungsleiter Jörg Kahl im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt. Träger des ehemaligen Gutshofs ist die „Hilfe im Alter“ der Inneren Mission München. „Seit etwa 30 Jahren ist er ein Pflegeheim“, erläutert Kahl. Nun jedoch erfülle das Haus nicht mehr die gesetzlich vorgegebenen Standards für derartige Pflegeheime, die vor fünf Jahren neu festgelegt wurden. Beispielsweise seien die Gänge im „Lindenhof“ zu schmal, es gäbe nicht genug rollstuhlgerechte Zimmer, und die Bäder seien auch zu klein.

Also abreißen und neu bauen? Darüber sei schon nachgedacht worden, sagt Kahl. Aber wo sollen die Bewohner während der Bauzeit unterkommen? Weil das Pflegeheim aber sehr abgeschieden liege und weil die „Hilfe im Alter“ das derzeit im Bau befindliche Seniorenwohn- und Pflegeheim in Schlehdorf betreiben wird (wir berichteten), habe man sich zur Schließung des „Lindenhofs“ und zum Komplettumzug in das moderne Heim nach Schlehdorf entschlossen. Dorthin würden nach derzeitigem Stand nahezu alle der knapp 40 Mitarbeiter sowie die meisten Bewohner mitgehen. „So ein Umzug ist natürlich nicht ganz einfach“, räumt Kahl ein, der bereits den Kochler „Seehof“ leitet und nach Fertigstellung auch das Heim in Schlehdorf führen wird.

Da im „Lindenhof“ nur schwer demente Menschen leben, sei ein Umzug für sie immer anstrengend. Der Verlust der gewohnten Umgebung bedeute für sie großen Stress. Umso dankbarer ist der Chef, dass scheinbar die meisten Mitarbeiter aus Grafenaschau mit nach Schlehdorf gehen wollen, denn: „Es ist ein unglaubliches Team.“ Vertraute Personen um sich zu haben, sei für die Demenzkranken in dieser Umbruchssituation außerordentlich wichtig. In Schlehdorf werden nach Fertigstellung 52 Heimplätze zur Verfügung stehen, wobei Bürger des Klosterdorfs sowie aus dem benachbarten Großweil immer Vorrang haben. Das ist vertraglich mit dem Zweckverband Seniorenwohn- und Pflegeheim so festgelegt. „Zu dieser Verpflichtung stehen wir auch.“ Kahl ist aber überzeugt, dass jeder, der einziehen möchte – egal ob aus Grafenaschau oder Schlehdorf - einen Platz bekommen wird. Notfalls müsse man die Dringlichkeit der Fälle abwägen. Zusätzlich zu den 44 Mitarbeitern aus Grafenaschau würden weitere eingestellt. Wann Belegschaft und Bewohner aus dem „Lindenhof“ nach Schlehdorf ziehen können, hängt von den dortigen Baufortschritten ab. Geplant ist der Umzug laut Kahl im Sommer 2018. Bis dahin soll das Heim in Grafenaschau bestehen bleiben. Einen entsprechenden Antrag hat Kahl bei der zuständigen Heimaufsicht bereits gestellt. Was nach Auszug mit dem „Lindenhof“ passiert, sei derzeit noch unklar.

Franziska Seliger

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