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Idyllisch: das Riegseer Blues-Festival im vergangenen Jahr.

Ungewöhnliches Spektakel in Riegsee

"Raut-Oak"-Festival: Drei Tage Live-Musik mit 15 Bands

Riegsee - Christian Steidls Musikgeschmack ist alles andere als massentauglich. Der Riegseer liebt Underground-Bands, die ihre Wurzeln im Blues haben und hierzulande eher unbekannt sind. Ende Juli bietet er ihnen ein Forum und stellt in seinem Heimatort ein dreitägiges Festival auf die Beine.

Das musikalische Angebot hier in der Region ist zweifelsfrei sehr vielfältig. Aber die Klänge, die der 45-jährige Christian Steidl am Wochenende vom 22. bis 24. Juli auf einer Wiese etwas außerhalb von Riegsee dem Publikum servieren will, hört man nicht alle Tage. Der freiberufliche Veranstaltungskaufmann hat 15 internationale Bands gebucht, deren Stil er als Underground-Bluesrock oder Garage-Rock bezeichnet. Die Formationen, die bei dem Open-Air-Spektakel auftreten, dürften die meisten nicht kennen. Sie tragen Namen wie King Mud, Pelo Mono, James Leg oder The Pack A.D. und reisen aus neun Ländern an, etwa aus den USA und Kanada. Die meisten treten für bescheidene Gagen auf, bringen CD’s und Schallplatten selbst oder über kleine Labels heraus.

„Es ist eine einfache, rohe Art, Musik zu interpretieren. Die Musiker machen das mit Herzblut“, schwärmt Steidl. „Vor allem live ist das ein Erlebnis.“ Eine große Anzahl der Gruppen braucht für ihren Sound gerade mal Schlagzeug und Gitarre, die Einflüsse des ursprünglichen und rohen amerikanischen Blues sind nicht zu überhören. Die bekanntesten Vertreter dieses Genres sind The White Stripes, die 2003 mit „Seven Nation Army“ einen Hit landeten. Die kann sich Steidl allerdings nicht leisten.

Der Riegseer lernte vor etwa fünf Jahren in Minnesota den Musikstil kennen – und ist seitdem Feuer und Flamme. Regelmäßig besucht er Konzerte, kennt mittlerweile etliche Musiker persönlich. Die Veranstaltungen sind in der Regel mit einigen hundert Besuchern überschaubar. „Das ist eine eingeschworene Fangemeinde“, berichtet er. Es ist das dritte Festival dieser Art, das Steidl stemmt. Die Premiere war in München. Vergangenes Jahr versuchte er es erstmals in Riegsee mit einem Deep-Blues-Festival, was jedoch nicht wie erhofft ankam und nur um die 120 Gäste anlockte. „Da habe ich draufgezahlt“, resümiert Steidl. Heuer wagt er den dritten Anlauf – mit einem musikalisch breiteren Programm. Der Titel „Raut-Oak Fest“ lässt sich leicht erklären: „Raut“ nennen die Einheimischen die landwirtschaftliche Fläche, auf der das Ganze stattfindet. Und Oak ist der englische Begriff für Eiche. Solch ein Baum steht auf der besagten Wiese und dient als Markenzeichen.

Steidl hofft auf mindestens 250 bis 300 zahlende Gäste – um die Kosten wieder reinzubekommen. Bei Top-Wetter könnten es vielleicht sogar 500 werden. „Das wäre ein Traum“, meint der 45-Jährige, der das Fest am liebsten jedes Jahr abhalten würde. Das Risiko trägt er selbst. 20 000 Euro steckt der Musikbegeisterte nach eigenen Angaben heuer in das Projekt, unter anderem für Werbung, die Gagen und die Leihgebühren für Bühne, Licht- und Musikanlage. Seine Bekannten und die ganze Familie helfen kräftig mit, zum Beispiel beim Aufbau und bei der Versorgung der Zuhörer mit Getränken und Essen. Der Vorverkauf läuft bereits. Eine behördliche Genehmigung, verbunden mit Auflagen, liegt laut dem Veranstalter vor. Und um Beschwerden wegen Ruhestörung macht sich der Riegseer keine Sorgen. Denn die Wiese, die seine Cousine zur Verfügung stellt, liege weit ab vom Schuss. „Da hört man im Ort so gut wie nichts.“

Vorverkauf: Das Festival-Ticket kostet 70 Euro, das Tagesticket 35 Euro (Freitag) beziehungsweise 45 Euro (Samstag). Der Sonntag ist frei. Karten im Vorverkauf gibt es in Riegsee (Kramer, Dorfstraße), Murnau (Buchhandlung Gattner, Obermarkt), Ohlstadt (Salon Fischer, Partenkirchener Straße), Peißenberg (Metzgerei Steidl, Hauptstraße), Rosenheim (Musik Humbach, Papinstraße) und München (Die Tonabnehmer, Belgradstraße).

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