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Bringen Farbe ins Spiel: Die Jugendgruppe des Trachtenvereins „d’ Rötlstoana“ zeigt das Mühlradl.

Ein Bollwerk an Tradition

Schützenverein feiert sein 95-jähriges Bestehen

Großweil - Sport, Brauchtum, Geselligkeit – der Schützenverein Groß- und Kleinweil verkörpert diese Elemente geradezu beispielhaft. Seit 95 Jahren gibt es dieses starke Vereinigung. Ein Grund zum Feiern.

Ehrenamtlich geführte Vereine sind praktiziertes Bürgerbewusstsein. Dies hat Bürgermeister und Schirmherr Manfred Sporer bei seiner Ansprache am Donnerstag beim Festabend zum 95-jährigen Bestehen des Schützenvereins Groß- und Kleinweil unterstrichen.

„Bei uns stimmt der Zusammenhalt, hier werden Freundschaften und Nachbarschaften gepflegt“, konstatierte der Rathauschef im Hinblick auf das aufwändig organisierte Gründungsfest. Dass Sporer – von berufswegen Polizeibeamter – auch in der Sprachwissenschaft, genauer gesagt in der Semantik, bewandert ist, bewies er bei folgendem Exkurs. Der Bürgermeister verwies auf die Eigentümlichkeit des Deutschen, in der ein Wort verschiedene Bedeutungen haben könne. „So gilt das Substantiv Schütze als das Sinnbild eines wehrhaften Mannes, schützen als Tätigkeitswort hat die Bedeutung von hegen, bewahren und pflegen. Beide Begriffe treffen auf Euren Schützenverein zu.“

Der SV Groß- und Kleinweil ist eine Vereinigung, die sich neben dem sportlichen Bestandteil auch der Geselligkeit, der Pflege des Brauchtums und des Gemeinschaftssinns verschrieben habe.

Keinen Hehl aus seiner Bewunderung für den Mut der Schützen, ein so großes Fest auszurichten, machte Gauschützenmeister Reinhold Laun vom Sportschützengau Weilheim, zu der der SV Groß- und Kleinweil gehört. „Es kommt selten vor, dass sich ein Verein dieser Größe noch traut, ein so großes Festzelt aufzubauen. Bei Euch stimmt einfach alles, von hinten bis vorn.“ Ein Verein läuft nicht von allein, sondern braucht viele tatkräftige Hände, um am Laufen gehalten zu werden, fügte er hinzu. Für den ersten Groß- und Kleinweiler Schützenmeister Franz Mayr und die Seinen hatte er den Silbernen Ehrenteller des Schützengaus mitgebracht.

Mayr schilderte in seiner Rede nicht ohne Humor die Fahrt mit einem Oldtimer-Bulldog nebst Anhänger mit Vorstand und Schützen-Kapelle nach Schlehdorf am 18. September vergangenen Jahres, um beim dortigen benachbarten Schützenverein um die Patenschaft für die neue Vereinsfahne zu bitten, die an diesem Sonntag geweiht wird. Bei der Organisation des Festes habe der Trachtenverein „D’ Rötlstoana“ unverzichtbare Hilfe geleistet, würdigte Mayr deren Mitwirkung.

Dem Festabend vorausgegangen war eine Totenehrung am Kriegerdenkmal mit feierlicher Einstimmung durch den Großweiler Trommlerzug, angeführt von Tambourmajor Markus Luidl, und die örtliche Musikkapelle (Leitung: Sepp Burkart), wo Mayr einen Kranz niedergelegt hatte. Mit einer prachtvollen Schützenscheibe als Gastgeschenk überraschten die Vorstände mehrerer Ortsvereine den Schützenmeister.

Im Zelt zeigte die Jugendgruppe der Trachtler unter anderem das mit viel Applaus belohnte „Mühlradl“. Für Heiterkeit sorgten zudem die Uffinger „Gruber Buam“, Hannes und Florian, mit ihren lustigen Schnaderhüpferln und G’stanzln. Kostprobe: „Mei Tant’ ham’s bei der Zeitung engagiert, weil’s am Montag scho woaß, was am Freitag passiert.“

Das Programm

Freitag, 3. Juni: Auftritt der Musikgruppe "Waidigel" (20 Uhr)

Samstag, 4. Juni: "Da Huawa, da Meier und I" (20 Uhr)

Sonntag, 5. Juni: Kirchenzug (9.15Uhr), Festgottesdienst mit Fahnenweihe (10 Uhr), Unterhaltung mit der Musikkapelle Schlehdorf (ab 12 Uhr), Festzug durch den Ort (14 Uhr) -  im Anschluss spielt die Musikkapelle Sindelsdorf, "Original Hopfenbläser" (18 Uhr)

Montag, 6. Juni: Oldtimertreffen und Kesselfleischessen (ab 11 Uhr), Sternmarsch (19 Uhr), Musikkapelle Gr0ß- und Kleinweil (ab 20 Uhr). 

Heino Herpen

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