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Wie Streichhölzer liegen die Baumstämme in der Masse aus Erdreich und Geröll. Mitglieder der Bergwacht Penzberg haben das Bild mithilfe einer Drohne aufgenommen.

Größte aktive Hangrutschung in Bayern

Mure: Gemeinde will Wildbach-Ausbau

Schwaigen - Die Mure auf Schwaigener Gebiet ist die größte aktive Hangrutschung in Bayern. Die Schäden für Waldbesitzer aber auch für Landwirte sind erheblich. Die Gemeinde will nun die Straße Richtung Eschenlohe vor weiteren Überflutungen bewahren.

Die Hangrutschung am Hechendorfer Berg hält Schwaigens Bürgermeister Hubert Mangold (parteifrei) auf Trab. Vertreter des Landesamts für Umwelt (LfU) waren vor Ort, um sich einen Eindruck zu verschaffen. Dazu Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamts (WWA), der Unteren Naturschutzbehörde und der zuständige Revierförster. „Das Schlimme ist: Man weiß nicht, wie es weitergeht“, sagt Mangold. 

Gigantische Massen hatten sich zuletzt in Bewegung gesetzt. Die Mure hat sich auf rund 30 Hektar ausgedehnt. An manchen Stellen ist sie 150 Meter breit. „An ein dauerhaftes ,Aufhalten‘ der Rutschmassen und auch der Schlammströme ist nach unserer Einschätzung aufgrund der Dimensionen nicht zu denken“, schreibt das LfU in einem aktuellen Kurzbericht, der dem Tagblatt vorliegt. Es könne allenfalls eine Lenkung am Hangfuß, eine geregelte Durch- beziehungsweise Überleitung an der Gemeindestraße und gegebenenfalls eine vorübergehende Zwischenspeicherung erfolgen. „Im letzteren Fall müssen allerdings auch der Abtransport und eine dauerhafte Deponierung geklärt werden.“ 

Die weitere Entwicklung der Rutschung werde stark von der Witterung in den nächsten Wochen abhängen. „Die Bewegung wird nicht unmittelbar zum Stillstand kommen können, doch kann sie sich bei nur geringem Niederschlag auch in absehbarer Zeit wieder beruhigen“, heißt es weiter. 

Bürgermeister Mangold verfolgt einen mehrstufigen Fahrplan. Zum einen sollen kurzfristig an der Gemeindeverbindungsstraße Gräben ausgebaggert werden. Mittelfristig will er das Thema Durchlässe angehen, damit sich das Wasser nicht staut und die Straße nicht wieder überflutet wird. Doch es gibt auch einen langfristigen Plan. Die Gemeinde will beim WWA einen Antrag auf Ausbau des Wildbachs stellen. Dabei handelt es sich um den Vorderen und Hinteren Aschauberggraben. 

Der Freistaat Bayern übernimmt bei Wildbächen den Ausbau, beteiligt aber denjenigen, der einen Vorteil daraus hat. In diesem Fall wäre dies die Gemeinde Schwaigen. Grundsätzlich liegt die Kostenaufteilung bei 50:50. Doch wenn sich eine Gemeinde um die nötigen Grundstücke kümmert, zahle der Freistaat in der Regel 70 Prozent und die Kommune den Rest, sagt Maximilian Wolff, Fachgebietsleiter Wasserbau beim WWA. Die Behörde erstellt eine Prioritätenliste. Schwaigen wird auf dieser aber wohl nicht vorne landen. Denn die Mure gefährdet weder Wohnhäuser noch ein Gewerbegebiet. Worüber sich Planer auch den Kopf zerbrechen dürfen ist die Frage, wie sich die Mure lenken lässt. Mangold verweist auf Dämme, die errichtet werden könnten. 

„Zu den möglichen Kosten und den Kostenträgerschaften können derzeit noch keine Aussagen getroffen werden“, sagt ein Sprecher des Bayerischen Umweltministeriums. Die Rutschung werde stetig weiter beobachtet, um Veränderungen zu erkennen und um auf mögliche Gefährdungen schnell reagieren zu können. Die Gemeinde hat sich jedenfalls auf eine Sperrung der Straße vorbereitet. Das entsprechende Material steht bereit. 

Auch das Landratsamt ist involviert – und macht sich derzeit ein Bild von der Lage. Die Behörde könne sich erst nach Abstimmung mit den Geologen und dem WWA detaillierter äußern, sagt Sprecher Stephan Scharf. „Angesichts der aktuell gewaltigen Erdbewegungen könnte es sein, dass kurzfristige Gegenmaßnahmen nur von geringer Dauer wären.“ Aus Sicht des Landratsamtes sollte die Lage daher zunächst weiter beobachtet werden und Investitionen erst einmal auf das Notwendigste (Straßenbereich) beschränkt bleiben.

Roland Lory 

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