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Aus Ohlstadt nicht wegzudenken: das Solarfreibad. Das Gebäude ist allerdings in die Jahre gekommen.

Marode Immobilie auf dem Prüftstand

Schwimmbad-Gebäude: Experten sind am Zug

Ohlstadt - Christian Scheuerer (parteifrei) redet nicht groß herum. „Es fehlt an allen Ecken und Enden.“ Und zwar beim Schwimmbad-Gebäude. In den nächsten Monaten wird sich entscheiden, wo die Reise hingeht. „Es geht darum, keine Fehler zu machen“, betont der Rathauschef. Schließlich soll kein Geld zum Fenster rausgeworfen werden.

Wie mehrfach berichtet, sieht sich die Gemeinde Ohlstadt als Eigentümer der Immobilie aufgrund des maroden Zustands gezwungen zu handeln. Die Sache wurde bereits in mehreren Bauausschuss- und Gemeinderatssitzungen durchdekliniert. 

Ende April verkündete Scheuerer in der Bürgerversammlung im Postsaal, dass das Kommunalparlament beschlossen habe, die Notbremse zu ziehen. Zunächst war für eine Sanierung eine Summe von 450 000 Euro im Raum gestanden. Doch sie stieg auf 650 000 Euro. Ende Juni trafen sich dann die Gemeinderäte zu einer Klausurtagung im Hotel Alpenblick, um das weitere Vorgehen abzustecken. Elf Volksvertreter waren vor Ort. Dazu die Fachleute Wolfgang Schwegler, Anton Schönach und Hagen Pohl. 

Letztlich kamen die Räte zum Ergebnis, dass die Planungsziele neu definiert werden sollen. Dazu gehören: Ermittlung des Zustandes der Schwimmbadtechnik sowie des Flächenbedarfs für Sanitär- und sonstige nötige Räume. Ferner soll die Frage geklärt werden, ob dies alles im bestehenden Hauptgebäude untergebracht werden kann. Zudem sollen die Kosten für eine Sanierung beziehungsweise einen Abbruch und Neubau gegenübergestellt werden. Fix ist: Man will ausschließlich Sommerbetrieb, Barrierefreiheit sowie den Erhalt des Technikkellers. Diesen Fahrplan beschlossen die Gemeinderäte im Rahmen ihrer jüngsten Sitzung. Das Thema war schnell abgehakt, Debatten gab es nicht. Franz Gaisreiter (CSU) betonte: „Es war wichtig, dass wir die Reißleine gezogen haben.“ 

Wie geht es nun weiter mit dem Bad? Zunächst sind die Fachleute am Zug. Zum einen der Architekt und Schwimmbad-Experte Hagen Pohl, der im Tiroler Ötztal sitzt. Er war bereits für die Gemeinde Oberammergau in Sachen Wellenberg tätig. Zum anderen setzt sich Wolfgang Schwegler mit der Sanitär- und Anlagentechnik auseinander. Dessen Büro befindet sich in Benediktbeuern. Im Oktober, so schätzt Scheuerer, werden die beiden ihre Ergebnisse dem Gemeinderat präsentieren. 

Es gehe um eine Grundlagenermittlung. Zu klären sei: „Was brauchen wir, was kann man machen, was müssen wir machen?“ Die Gemeinde gehe in den Prozess offen rein, „um zu schauen, was die günstigste Variante ist“, sagt der Bürgermeister. Alle Optionen würden abgeklopft. Dann werde der Rat entscheiden. Es sei auch denkbar, dass ein Minimalprogramm zum Tragen kommt. Dann würde lediglich die Heizung erneuert. Ob es auch künftig eine Gaststätte geben wird, ist einer der derzeit offenen Punkte. 

Was Scheuerer nicht müde wird zu betonen, ist: „Keiner denkt daran, das Bad zu schließen. Es geht nicht um das Becken, sondern um den Gebäudebestand." 

Roland Lory

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