Eine Institution: die Heilpädagogische Tagesstätte im Kemmelpark. foto: Königbauer

"Sozialer Dienstleister" mitten im Leben

Murnau - Vor 30 Jahren in Murnau gegründet, hat sich die Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) als kompetentes Fachzentrum erwiesen. Das soll entsprechend gefeiert werden.

Psychische Störungen und Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen haben zuletzt stetig zugenommen. Das bestätigen Studien sowie behandelnde Ärzte und Therapeuten. Als mögliche Ursache wird erhöhter Leistungsdruck in der Schule genannt. Möglicherweise spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Immer größer wird deshalb die Nachfrage nach Einrichtungen, die Hilfe anbieten können. Eine dieser Institutionen ist die Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) in Murnau, die nun ihr 30-jähriges Bestehen feiert.

Als die HPT im Jahr 1986 eröffnet wurde, hat kaum jemand gedacht, dass sich diese Einrichtung im Laufe von 30 Jahren so gut in Murnau etablieren würde. Als „kleine Schwester“ der HPT in Farchant war sie zunächst im Holzbau neben der Grundschule am Mayr-Graz-Weg beheimatet. Nach dem Umzug in den Kemmelpark wurde die HPT auf zwei Gruppen erweitert. Im Jahr 1998 kam der eigenständige KJE-Hort dazu. So sind seit 18 Jahren zwei ganz unterschiedliche Kinder-Fachzentren unter einem Dach in unmittelbarer Nachbarschaft zur James-Loeb-Grundschule untergebracht.

Die ältere Einrichtung, die HPT, feiert am morgigen Samstag ihr 30-jähriges Bestehen. Seit der Gründung versuchen die Mitarbeiter dort, jenen Kindern, die in erhöhtem Maße Förderung und Unterstützung brauchen, durch klare Regeln und gezielte therapeutische Maßnahmen zu helfen. Aufnahmegründe sind unter anderem Hyperaktivität, Entwicklungs- oder Lernstörungen sowie soziale Anpassungsschwierigkeiten. Die HPT mit ihren zwei Gruppen - mit je neun Kindern - sieht sich als unterstützendes Angebot. Dieses ist interdisziplinär. Das heißt: Unterschiedliche Professionen wie etwa Erzieherinnen, Heilerziehungspflegerinnen, Psychologen und Sozialpädagogen arbeiten zusammen.

Die HPT ist dabei ein Ort, an dem die Kinder „nachreifen“ können, meint Einrichtungsleiter Udo Peise. Mehr noch: „In Zeiten von Überforderung, hoher Komplexität und Beschleunigung stellt die HPT als sozialer Dienstleister dabei auch gesellschaftspolitisch eine wichtige und nicht mehr wegzudenkende Größe im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe dar.“ (Gabriela Königbauer)

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